Video von Milei zu Patagonien und Armut löst Kontroverse aus

Ein Video des argentinischen Präsidenten Milei löst Kritik aus, weil er über Menschen lacht, die bis Monatsende nicht kommen, und über den Verkauf Patagoniens spricht; seine Anhänger bestreiten das.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Video von Milei zu Patagonien und Armut löst Kontroverse aus
Video von Milei zu Patagonien und Armut löst Kontroverse aus

Der argentinische Präsident Javier Milei ist erneut ins Zentrum einer Kontroverse geraten, nachdem ein Video aufgetaucht ist, in dem er nach Aussage seiner Kritiker über diejenigen lacht, die behaupten, den 20. des Monats nicht zu schaffen, und mit dem Verkauf Patagoniens an ausländische Investoren flirtet. Die Szene ist in sozialen Netzwerken und Wirtschaftsforen viral gegangen, vor dem Hintergrund von Austerität und entwerteter Währung. Die Debatte über seine Person ist zum Thermometer für den Kurs des liberalen Flügels der Rechten in Spanien und Lateinamerika geworden.

Das Video, das alles veränderte

Die Sequenz ist kurz, aber brisant. Nach Angaben der Verbreiter verspottet Milei diejenigen, die sagen, dass sie bis zum Monatsende nicht kommen, während er den Verkauf Patagoniens an ausländische Investoren verteidigt. Für seine Kritiker ist das der endgültige Beweis, dass der Mann ein „Darwinist bis zum Suizid“ ist, ein Mensch ohne Empathie, der für die Reichen regiert. Für seine Anhänger ist es ein geschnittenes Fragment: Im vollständigen Video, so ihr Argument, lache er über die Politiker und die Medien, die die Bevölkerung täuschen, nicht über die Armen. Die Kontroverse ist programmiert.

Ein Liberalismus, der Freiheit verspricht und den Konzernen Macht übergibt

Die Debatte geht über das Video hinaus. Eine Analyseströmung vertritt die Auffassung, dass der Monetarismus, den Milei vertritt, das umlaufende Geld strafft, um die Märkte zufriedenzustellen, während im Hintergrund das Schattenbankwesen freigesetzt und den Konzernen Freiheit geschenkt wird. Der Bürger verliert unterdessen Kaufkraft und weiß nicht, wem er die Schuld geben soll. Es ist das Paradox des Liberalismus: Er verspricht individuelle Freiheit und landet am Ende beim großen Kapital. Die Österreichische Schule mit Huerta de Soto an der Spitze fordert eine 100-prozentige Mindestreserve und den Goldstandard, doch Milei hat in diese Richtung keinen Schritt getan. Warum? Weil es einfacher ist, dem Staat die Schuld zu geben, als die Herren des Geldes anzufassen.

Die vernünftige Rechte hält Abstand

Mileis Aufstieg hat in Kreisen der traditionellen Rechten Unbehagen ausgelöst. Stimmen, die einst Trump oder Milei selbst applaudiert haben, warnen nun, er sei ein „Krebsgeschwür“ für die vernünftige Rechte. Die Verbindung zu VOX liegt nahe: Die spanische Partei hat in dem Argentinier einen Spiegel gefunden, in den sie blicken kann, doch das Spiegelbild wird zunehmend unangenehm. Die Reaktion auf den Wokismus hat einen Teil der Wählerschaft dazu gebracht, Figuren zu umarmen, die hinter der Fassade der Freiheit eine tiefe Verachtung für die Schwächsten verbergen. Die Frage ist, wie lange es dauert, bis ihnen das auffällt.

Patagonien im Visier

Die Konferenz, auf der Milei über den Verkauf Patagoniens an die Amerikaner spricht, hat alle Alarmglocken ausgelöst. Für manche ist es ein weiterer Beweis dafür, dass Argentinien zu einer Bananenrepublik geworden ist, die ihr Territorium verscherbelt, um Schulden zu bezahlen. Für andere ist es nur eine weitere Marotte eines Mannes, der schwarzen Humor als Kommunikationsmittel nutzt. Fest steht: Die Auslandsschulden ersticken das Land, und die Goldreserven werden als Sicherheit nach London verschickt. Die territoriale Souveränität wird damit zum Verhandlungsmasse.

Die, die ihn noch verteidigen

Nicht alle haben sich von ihm abgewandt. Manche behaupten, Milei tue, was sich niemand zugetraut habe: den Staat verschlanken, die Ausgaben senken und die Grundlagen für eine langfristige Erholung legen. Sie argumentieren, die Angriffe kämen von der politischen Kaste und den Medien, die er selbst anprangert. Doch selbst unter seinen Anhängern zeigen sich Risse: Der Mangel an kurzfristigen Ergebnissen und die Härte des Sparkurses machen sich bemerkbar. Die Geduld hat Grenzen.

Die unsichere Zukunft eines Experiments

Das Gespräch über Milei ist auch ein Gespräch über die Zukunft der Rechten. Ist er ein vorübergehendes Phänomen oder eine Vorschau auf das, was kommt? Die Reaktion auf den Wokismus hat Tür und Tor geöffnet für Profile, die mit simplen Parolen und exzentrischer Persönlichkeit die Unzufriedenheit kapitalisieren. Aber Regieren ist etwas anderes. Mileis Lachen über das Leid anderer könnte der Anfang vom Ende seines Charmes sein. Oder auch nicht. Es hängt davon ab, wie viele weiterhin bereit sind zu glauben, dass das Problem die anderen sind.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (81 Antworten).

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