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Angst vor einer Massenflucht der Franzosen nach Spanien
Ein Forumsnutzer hält dafür, dass die Krise in Frankreich Arbeitnehmer nach Spanien drängen und die Wohnungsdiskussion befeuern wird; die Miete in Valencia liegt bei rund 1.776 Euro
Frankreich verblutet, und Spanien blickt misstrauisch zum Nachbarn
Die These macht in Wirtschaftsforen die Runde: Wenn Frankreich untergeht, werden Hunderttausende seiner Bürger die Pyrenäen überqueren. Das Argument beruht auf einer Prämisse, die in jedem Gespräch über den französischen Niedergang wiederholt wird: Die qualifizierten Fachkräfte sind bereits nach London, Quebec, in die USA oder in die Schweiz gegangen, und jetzt ist der Durchschnittsarbeiter dran. Geografische und kulturelle Nähe machen Spanien zum natürlichen Ziel. Und dort schlagen die Alarmglocken: Der bereits angespannte Wohnungsmarkt würde einen zusätzlichen Schlag hinnehmen müssen.
Die Diskussion spaltet sich rasch in zwei Lager. Die einen halten den auswandernden gebürtigen Franzosen für fleißig und unaufgeregt, und seine Ankunft könnte sogar den Migrationsdruck aus anderen Herkünften ausgleichen. Die anderen reagieren mit Skepsis: Wer flieht, kommt nicht zum Arbeiten, und wer auf der Suche nach Subventionen ankommt, trägt nichts bei. Gegenseitiges Misstrauen prägt den Ton.
Die Miete in Valencia als Thermometer
Die konkreteste Zahl des Austauschs stammt vom Immobilienmarkt in Valencia. Die durchschnittliche Monatsmiete in der Stadt Valencia liegt laut dem Wohnungsobservatorium der Universitat Politècnica de València bei rund 1.776 Euro, während andere Portale sie auf 1.637 Euro beziffern (etwa 16,6 €/m²). Nach Größe: Ein Studio beginnt bei 1.358 Euro, eine Einzimmerwohnung bei 1.482, eine Zweizimmerwohnung bei 1.672 und eine Dreizimmerwohnung bei 1.875 Euro.
Bei dieser Eskalation ist die Warnung klar: Kommt eine neue Welle ausländischer Nachfrage hinzu, wird die Marke von durchschnittlich 2.000 Euro monatlich keine Hypothese mehr sein. Valencia nimmt bereits Italiener aus dem Süden und anglophone Expats auf; kämen noch Franzosen dazu, wäre das für die einheimischen Mieter die endgültige Kapitulation.
Warum sollten die Franzosen Frankreich verlassen?
Die Diagnose, die kursiert, verweist auf wachsende soziale und rassistische Spannungen in den großen französischen Städten, mit Straßengewalt und Plünderungen, die äußerst eindringliche Bilder hinterlassen haben. Es wird ein Klima beschrieben, das einem rassistischen Bürgerkrieg nahekommt, den die Mehrheit, so diese Lesart, noch nicht wahrhat. Der Vergleich mit Argentinien in Europa kehrt immer wieder: ein reiches Land, das verarmt und seine Mittelschicht vertreibt.
Demgegenüber erinnern manche daran, dass es jenseits der Ghettos ein weißes Frankreich mit einem Lebensstandard gibt, der noch immer Lichtjahre über dem spanischen liegt. Für dieses Profil ist Spanien kein begehrenswertes Ziel, sondern ein Saustall. Das Argument hat seine Logik: Wer Vermögen und Qualifikation hat, steigt nicht freiwillig eine Kategorie ab.
Der politische Faktor: Wen wählen die Neuankömmlinge?
Der politische Verdacht zieht sich durch einen Großteil des Austauschs. Man fürchtet, dass die neuen französischen Bewohner am Ende dieselben Parteien wählen wie in ihrem Herkunftsland und so den Kreislauf verewigen, der Frankreich nach dieser Sichtweise in die jetzige Lage gebracht hat. Der Satz, der das Unbehagen zusammenfasst: Wer Franzosen importiert, bekommt Frankreich. Die Folgerung: Das Aufnahmeland würde am Ende die Probleme des Absenderlandes kopieren.
Auch die gegenteilige Lesart taucht auf: Wenn Frankreich fällt, fällt ganz Europa mit. Das Katastrophenszenario wäre nicht die Ankunft von Flüchtlingen, sondern der Kollaps des Nachbarn, der Spanien in eine viel schlechtere Position brächte. Unter diesem Blickwinkel ist es vernünftiger, dafür zu beten, dass Frankreich sich hält, als seinen Untergang zu feiern.
Wohnraum als Engpass
Der Immobilienmarkt ist der Punkt, an dem fast alle Positionen zusammenlaufen. Die meist wiederholte Schlussfolgerung: Es gibt keinen freien Wohnraum – die Neuankömmlinge müssten unter Brücken schlafen. Das Angebot wächst nicht im Tempo der Nachfrage, und jeder zusätzliche Zustrom treibt die Preise nach oben.
Die Paradoxie: Dieselbe Diagnose entkräftet den Alarm. Wenn es keinen Wohnraum gibt, wird es auch keine Masseneinwanderung geben. Der Franzose, der über Auswanderung nachdenkt, vergleicht die Bedingungen und wählt – außer er flieht vor etwas Ernstem – keinen Markt, auf dem die Miete bereits mit seinem Gehalt konkurriert. Der Migrationsdruck reguliert sich über den Geldbeutel selbst.
Das Szenario, das niemand ausschließt
Die Prognose, die den Austausch abschließt, ist doppelt. Erstens werde der Zustrom nicht Hunderttausende, sondern Millionen umfassen, wenn sich die Lage in Frankreich verschlechtert. Zweitens werde es sich bei den Neuankömmlingen nicht um qualifizierte Fachkräfte handeln, sondern um den Durchschnittsbürger, der nicht mehr aushält. Tritt diese Kombination ein, lässt sich die Auswirkung auf den spanischen Arbeits- und Wohnungsmarkt kaum überschätzen.
Der Vorbehalt liegt auf der Hand: Niemand weiß, wann – oder ob – Frankreich diese Schwelle überschreiten wird. Der Niedergang wird seit Jahren angekündigt, und das Land steht noch. Die Warnung ist aber ausgesprochen: Wer warnt, ist kein Verräter.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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