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Vergleich China-Großbritannien: Verfall oder Propaganda?
Ein Brite, der in China lebte, kritisiert bei seiner Rückkehr nach Großbritannien Dreck und schlechte Verkehrsmittel. Debatte: Propaganda oder realer Verfall?
Rückkehr nach Großbritannien nach Jahren in China: Kritik an Zuständen
Ein Brite, der jahrelang in China lebte, kehrte nach Großbritannien zurück und filmte die dortigen Umstände: schmutzige Straßen, Müll auf den Gehwegen sowie U-Bahn und Züge, die ihm im Vergleich zu chinesischen Systemen als miserabel erscheinen, während er in China makellose Straßen beschreibt. Der Vergleich löste eine heftige Diskussion aus, die weit über das Video hinausgeht: Degradieren sich westliche Gesellschaften tatsächlich, oder handelt es sich um gut inszenierte Propaganda?
Die Reaktionen lassen sich in drei Lager unterteilen. Einige sehen darin die nächste Kampagne, China als Paradies darzustellen und den Kommunismus zu beschönigen. Andere argumentieren, das Video bestätige nur, was jeder beim Aussteigen aus dem Flugzeug sieht. Eine dritte Gruppe empfiehlt pragmatisch: einfach wieder nach China gehen.
Argumente gegen die These vom europäischen Niedergang
Auf Großbritannien lastet der Brexit, auch wenn nicht alle ihn dafür verantwortlich machen. Es wird angeführt, dass das Land bereits vor dem EU-Austritt in dieser Abwärtsdynamik war und genau deshalb abgestimmt wurde: Die Menschen wollten einen radikalen Wandel, da etablierte Politiken den Verfall nicht stoppen konnten. Auf der anderen Seite steht die Lesart, dass das Land seit dem Austritt kontinuierlich an Boden verliert.
Das detaillierteste Zeugnis stammt von jemandem, der London angeblich sehr gut kennt. Außer vier bis fünf wohlhabenden Stadtvierteln —Mayfair, Hampstead, Knightsbridge— listet er Bettler, verschmutzte Bürgersteige, Handy-Diebstähle, zerbrochene Fensterscheiben, Ladendiebstähle und Überfüllung auf, zudem Suchtkranke und aggressive Vorfälle. Sein Fazit: Der schlechteste Ort, um eine Familie zu gründen oder zu investieren. Dies ist eine persönliche Einschätzung, kein Bericht, deckt sich aber mit der am häufigsten genannten Diagnose in der Debatte.
Hotels für 300 Pfund und Penthäuser für 30 Millionen: Das Immobilien-Gegenargument
Gegen die Darstellung des Videos wird das Argument der Immobilienpreise vorgebracht. Eine Hotelnacht in London kostet 300 Pfund. Neben Hyde Park liegen Penthäuser über 30 Millionen Pfund. Es wird behauptet, ein solcher Markt, der als stabil und stets steigend gilt, existiere in China nicht, und Chinas Sauberkeit und Effizienz könnten den Vermögenswert europäischer Städte nicht kompensieren.
Von der Gegenseite kommt die Nuance, die in Vergleichen oft fehlt: Chinesische Preise werden falsch gemessen. Ein Expatriate vor Ort verteidigt, dass Wohnraum bei gleichem Standard und gleicher Lage ein Drittel oder Viertel koste. Er erinnert daran, dass viele das Finanzzentrum Shanghai mit ihrem Heimatdorf vergleichen. Das Referenzgehalt eines durchschnittlichen chinesischen Arbeiters liegt bei etwa 8.000 Yuan pro Monat.
Kosten des chinesischen Gesundheitssystems laut Einheimischen
Die Gesundheitskosten sind besonders verwirrend. Ein Bewohner beziffert seine Beiträge auf über 2 Euro monatlich pro Kind und ca. 50 Euro pro Erwachsenen; ein Arztbesuch kostet knapp einen Euro. Eine Entbindung im öffentlichen Krankenhaus mit zehn Nächten und privatem Zimmer samt Sitzecke: etwa 10.000 Yuan, also nur rund 1.300 Euro. Im Mehrbettzimmer weniger als die Hälfte.
Nicht alles passt zusammen. Ein anderer Expatriate berichtet von Eigenanteilen über 30 Euro in einem öffentlichen chinesischen Krankenhaus und merkt an, dass dies für den Durchschnittsarbeiter mit 8.000 Yuan monatlich belastend sei. Auch der Vergleich mit Spanien hinkt: Dort ist die Versorgung kostenlos, doch privat Versicherte zahlen ca. 200 Euro monatlich plus 100 Euro Eigenanteil für eine Klinikentbindung. Ein oft zitiertes Datum: Über 2.000 Krankenhäuser werden jährlich neu eröffnet.
China exportiert nicht mehr wie früher
Das Argument, China lebe vom Export nach Westen, hat ein Ablaufdatum. Vor 15 Jahren hingen 45% seines BIP von Exporten ab; diese Zahl liegt nun bei 16% und sinkt weiter, wobei der Anteil Richtung Westen nur ein Bruchteil davon ist. Der Handel spielt in seiner Wirtschaft eine geringere Rolle als in der EU.
Es gibt jedoch Schattenseiten. Die Geburtenraten fielen innerhalb von acht Jahren um fast 50%, ein Fakt, der zur Diskussion des Modells genutzt wird. Und im Norden des Landes, wo es sehr kalt ist, wurden Heizkosten subventioniert: Wohnungen mit guter Ausstattung bei 30 Grad. In Madrid hingegen häufen sich Fälle, in denen Menschen sich das Heizen nicht leisten können oder es auf wenige Stunden täglich beschränken.
Wenn die Preis-, Dienstleistungs- und Infrastrukturunterschiede so groß bleiben, wird der Strom von Westlern, die sich in Asien niederlassen, nicht abreißen, und Rückkehr-Videos werden sich weiterhin vermehren. Dennoch erinnern einige daran, dass Vergleiche zwischen Shanghai und irgendeinem spanischen Dorf keiner ernsthaften Analyse standhalten – hier bricht die Erzählung am leichtesten. Die Prognose, mit Vorbehalt: Solange niemand dieselben Bilder beider Städte unter gleichen Bedingungen zeigt, wird jeder weiterhin sehen, was er sehen will.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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