USA dosiert Waffenlieferungen an die Ukraine

Ein Experte erklärt, dass die USA Waffen gezielt steuern, um das Gleichgewicht im Ukraine-Krieg aufrechtzuerhalten. Das Muster erinnert an den Iran-Irak-Krieg.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Krieg, den die USA dosieren: Warum ein Ende nicht gewünscht ist

Das ukrainische Militär erhält nicht alles, was es theoretisch könnte. Jedes Hilfspaket kommt nur in homöopathischen Dosen, genau kalkuliert. Diese These vertrat ein Geostrategie-Experte in einem Interview mit ABC: Washington liegt an einer „ausgewogenen Lage“ vor Ort. Das bedeutet, dass es Russland schlecht gehen soll, aber nicht so schlecht, dass der Konflikt beendet wird. Die Idee ist nicht neu: Sie wird seit Jahrzehnten unter verschiedenen Namen und mit wechselnden Seiten angewendet.

Das „Gleichgewicht der Inkompetenz“, das bereits zwischen Iran und Irak getestet wurde

Zwischen 1980 und 1988 bluteten sich Iran und Irak in einem achtjährigen Krieg aus. Nach gängiger Rekonstruktion dieser Jahre lieferten die USA Satelliteninformationen an die jeweils schwächere Seite: an die Iraner, als irakische Truppen Khorramsar belagerten, und an die Iraker, als iranische Offensiven Fao bedrohten oder Kerbala X vorbereiteten. Militäranalysten der Zeit nannten dies Gleichgewicht der Inkompetenz. Die Waage so ausgeglichen halten, dass keiner der beiden gewinnen kann.

Henry Kissinger fasste die Parallele in einem Satz zusammen, der oft als definierend für diese Doktrin zitiert wird: „Es ist schade, dass beide Seiten nicht verlieren können.“ Derselbe Kissinger sah sechs Jahre zuvor, 1984, wie Ronald Reagan Donald Rumsfeld schickte, um Saddam Hussein die Hand zu schütteln. Später wurde derselbe Saddam wegen des Einmarschs in Kuwait zum Hitler des Nahen Ostens erklärt. Dieser doppelte Maßstab hat einen Namen: Iran-Contra-Affäre.

Was Reagan verbot und heimlich tat

Reagan verbot offiziell jeden Verkauf von militärischem Material an den Iran. Unmittelbar danach organisierte er, laut der Darstellung des Skandals, selbst solche Verkäufe, um die nicaraguanischen Contras zu finanzieren. Die damaligen Zutaten — Kohlenwasserstoffe, Russland und ein Rivale, den man ruinieren wollte — liegen auch vierzig Jahre später noch auf dem Tisch. Nur die Verpackung hat sich geändert: Nun heißt sie Unterstützung der ukrainischen Souveränität.

Gas, Nord Stream 2 und die Gewinnrechnung

Da gibt es wirtschaftliche Interessen, die keine sarracena Richtschnur brauchen. Würde der Krieg bald enden, könnte Deutschland das Ventil für Nord Stream 2 wieder öffnen, und US-Flüssiggas — gewonnen durch Fracking, per Schiff transportiert und teuer — würde Kunden finden, die bereit sind, dafür zu zahlen. Jeder Monat, den der Konflikt andauert, ist ein weiterer Monat für Energieverkäufe und europäische Militärausgaben. Wem nützt es, wenn die Front sich langsam bewegt?

150.000 russische Soldaten und 750.000 Ukrainer: Die Zahlen, die nicht veröffentlicht werden

Die wirklich wichtigen Zahlen fehlen. Russland griff mit etwa 150.000 Mann an, und die Ukraine mobilisierte bis zu rund 750.000. Tote werden öffentlich gar nicht gezählt. Dies sind die Zahlen, die jede Prognose zur Dauer des Krieges bestimmen, tauchen aber kaum in Schlagzeilen auf. Der Rest — Waffenpakete, Versprechen, Gipfeltreffen — wird großspurig angekündigt. Boris Johnson bestätigte beispielsweise eine neue britische Lieferung im Wert von 100 Millionen Pfund, etwa 120 Millionen Euro, während die Liste der Toten leer bleibt.

Die andere Lesart: Auch Moskau hat Interesse an einem langen Krieg

Nicht alle kaufen die Erzählung vom kalten Kalkül. Ein Teil der Analyse argumentiert, dass das Interesse am Verlängern des Konflikts nicht exklusiv bei Washington liegt: Russland hatte die Mittel, das Land zu verwüsten, nutzte sie aber nicht. Bezüglich der Dosierung der Waffen weisen einige auf einen weniger machiavellistischen Grund hin, nämlich bestimmte rote Linien nicht zu überschreiten. Diese Hypothese hat ebenso viele Fürsprecher wie Gegner und löst die Kernfrage nicht.

Wie viele Tote wären nötig, damit jemand dieses Krieges überdrüssig wird? Niemand hat diese Zahl genannt. Weder in einem Bericht, noch auf einer Pressekonferenz, noch in einer Erklärung. Und es vergehen bereits viele Monate, ohne dass sie auftaucht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (123 Antworten).

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