US-Städte entfernen Flock-Überwachungskameras wegen Datenschutz

Monroe, Newburgh und Richmond kündigten Verträge mit Flock Safety. Das Unternehmen betreibt über 100.000 Kameras in den USA inmitten von Bedenken bezüglich Datenschutz und Migrationsdaten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mindestens zehn lokale Regierungen und Polizeibehörden in den Vereinigten Staaten haben die Nutzung der Überwachungstechnologie von Flock Safety seit dem Sommer 2026 eingeschränkt oder beendet, aufgrund von Bedenken hinsichtlich Privatsphäre, Datenaustausch und öffentlicher Vergabe. Das Unternehmen verteidigt, dass seine Kameras schwere Verbrechen lösen, und behauptet, keine Daten zu verkaufen und keinen Vertrag mit ICE zu haben.

Die Technologie ist seit Jahren auf den Straßen, ohne dass jemand sie beachtet hätte. Nun jedoch haben sich Gemeinden entschieden, dass die Kamera am Eckpfosten kein Detail am Rande ist. Flock Safety, gegründet im Jahr **2017**, verkauft Überwachungssoftware – Kennzeichenleser, Drohnen und Perimeter-Computing-Geräte mit Mikrofonen zur Erfassung von Schüssen und anderen Geräuschen – und hat mehr als **100.000 Kameras** in Betrieb in den Vereinigten Staaten. Seit dem Sommer 2026 haben mindestens zehn lokale Regierungen und Polizeibehörden teilweise oder vollständig einen Rückzieher gemacht.

Die Liste der Kündigungen ist konkret. In den letzten drei Monaten haben **Monroe** (Ohio), **Newburgh** (New York), **Richmond** (Virginia), **Hopkinton** (Massachusetts), **New Bedford** (Massachusetts) und **Lansing** (Michigan) ihre Verträge gekündigt. Die Polizeikräfte in East Bridgewater und Grafton, beide in Massachusetts, gaben bekannt, die Kameras nicht mehr zu nutzen. Und diese Woche stimmten die Bewohner von **League City** (Texas) dagegen, dass ihre Polizeibehörde weiterhin Kennzeichenleser verwendet: Die Kameras werden entfernt.

## Die Karte der Rücknahmen: von Asheville bis South Windsor

Es handelt sich nicht um ein Phänomen eines einzelnen Bundesstaates oder einer politischen Richtung. In **Asheville** (North Carolina) verlor die Polizei den Zugang, nachdem die Stadt im August für die Kündigung des Vertrags gestimmt hatte. Das Sheriff’s Office des **El Paso** County (Colorado) kündigte im September an, die Kameras nicht mehr zu nutzen; sein Sheriff, **Joseph Roybal**, verteidigte die Entscheidung in einer Erklärung: „Wir verfügen über die Werkzeuge, das Training und die Erfahrung, die notwendig sind, um Straftäter zu lokalisieren und festzunehmen, ohne von Flock-Kameras abhängig zu sein.“

Das Muster wiederholt sich in kleinen Ortschaften. In **South Windsor** (Connecticut) wurden die Kameras laut lokalen Berichten letztes Jahr ohne öffentliche Ankündigung oder Abstimmung aktiviert; im Oktober stimmte die Gemeinde für deren Entfernung. Der Mangel an Information ist eine wiederkehrende Beschwerde: Viele Städte führten Flock erst vor wenigen Jahren ein, und die Nachbarn wussten nicht, dass es installiert wurde. **Adam Schwartz** von der Electronic Frontier Foundation weist darauf hin, dass Polizeibehörden oft eigenständig beauftragen, mit geringer Aufsicht durch die Stadträte.

## Privatsphäre, Verträge und schwerwiegende Migrationsnutzung

Die Bedenken reichen von der Privatsphäre und der Art, wie Daten geteilt werden – und mit wem – bis hin zu Prozessen der öffentlichen Auftragsvergabe. Der Fall von **Ithaca** (New York) ist illustrativ: Im März genehmigte die Stadt eine Resolution zur Kündigung ihres Vertrags, in der sie behauptete, es gebe „nachgewiesene Fälle, in denen Bundesagenten die Infrastruktur von Flock Safety für nachrichtendienstliche Zwecke nutzten, selbst ohne spezifische Genehmigungen der vertraglich bindenden Lokalität“. Die Stadt verwies auf Berichte, wonach Flock „sei es absichtlich oder aus Fahrlässigkeit“ dem Einwanderungs- und Zollbehörde (**ICE**) und dem Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives (**ATF**) erlaubt habe, Ergebnisse von Abfragen staatlicher und lokaler Datenbanken zu nutzen, um Einwanderer landesweit zu untersuchen und zu verfolgen.

Flock bestreitet diese Auslegung. In einer Erklärung gegenüber TechCrunch bestätigte das Unternehmen, dass „jeder Flock-Kunde Eigentümer seiner Daten ist und kontrolliert, wer sie teilt und wie sie genutzt werden“, und fügte hinzu: „Flock verkauft keine Daten und hat keinen Vertrag mit ICE.“ Es behauptet auch, dass seine Tools dazu dienen, schwere Verbrechen zu lösen, Verdächtige zu lokalisieren und vermisste Personen zu finden, und dass ihre Entfernung einen „Rückschritt in der öffentlichen Sicherheit“ darstellt. Im August kündigte das Unternehmen an, die Standard-Speicherfrist für neue Kunden von **30 auf 7 Tage** zu reduzieren, und dass Behörden einen Fallcode benötigen, bevor sie die Datenbank durchsuchen können.

Dokumentierter Missbrauch hat die Debatte angeheizt. Im August wurde ein Polizist in **Brentwood** (Missouri) beschuldigt, Flock-Kameras genutzt zu haben, um seine Ex-Frau während der Scheidung zu belästigen. Im September wurde ein Beamter in Ost-Texas zu Gefängnisstrafe verurteilt, weil er dieselbe Technologie nutzte, um seine Ex-Freundin und ihre Familie zu belästigen. Dies sind Einzelfälle, aber sie wiegen schwer in der öffentlichen Diskussion darüber, wer die Wächter überwacht.

## Florida, Texas und der politische Puls in Washington

Die Reaktion bleibt nicht nur auf kommunaler Ebene. Auf Landesebene verbot **Florida** Kennzeichenleser auf Staatsstraßen und **Texas** stellte die staatliche Finanzierung für Flock ein. Im September sagte Präsident **Donald Trump**, ihm gefalle die Technologie „wegen ihrer Nützlichkeit für die Strafverfolgung“, obwohl eine Reuters-Umfrage im selben Monat ergab, dass mehr Amerikaner sie ablehnen als befürworten.

Im Kongress gibt es laufende Initiativen. Der Abgeordnete **Thomas Massie**, Republikaner aus Kentucky, brachte das sogenannte Flock-Off-Gesetz ein, um die Verwendung von Bundesgeldern für den Kauf von „Überwachungssystemen im Stil von Flock“ zu verbieten. Im Oktober brachten Senator **Bernie Sanders** (I-Vt.), Abgeordnete **Alexandria Ocasio-Cortez** (D-N.Y.) und Senator **Jeff Merkley** (D-Ore.) das Ban-Flock-Gesetz ein, um dem „Aufstieg KI-gestützter Überwachungskameras“ ein Ende zu setzen. Das politische Klima passt: Die Demokraten kontrollieren den Kongress.

Nicht alles ist Rücknahme. **Cleveland** (Ohio) stimmte diesen Sommer für die Verlängerung seines Vertrags, schränkte aber suchbezogene Suchen im Zusammenhang mit Migration ein und beschränkte den Zugriff auf die Datenbank nur auf die lokale Polizei, wodurch das Northeast Ohio Regional Fusion Center ausgeschlossen wurde, das ursprünglich Zugang hatte. Die Stadt erklärte, dass die Kameras „für Ermittlungszwecke genutzt und benötigt werden“ und dass sie Antworten auf eine Ausschreibung für Anbieter ähnlicher Technologien prüfe.

## Eine greifbare Kamera versus unsichtbarer Datenverkauf

**Tatiana Rice**, Senior Director of US Legislation beim The Future of Privacy Forum, ist von der Reaktion nicht überrascht. Flock wird kritisiert, weil Autofahrer die Sensoren und Kameras sehen, während sie fahren; Rechenzentren, fügt sie hinzu, seien zur Verkörperung des Ressentiments gegen neue Technologien geworden. „Eine Kamera am Ende der Straße ist etwas Greifbares, anders als der tägliche Austausch und Verkauf personenbezogener Daten online“, erklärte sie gegenüber TechCrunch.

Dieser sichtbare Charakter erklärt teilweise, warum sich der Widerstand hier früher organisiert als an anderen Fronten der künstlichen Intelligenz. Die Debatte über Flock ähnelt der über Rechenzentren: Anlagen, die eintreffen, bevor die Bewohner verstehen, was sie bedeuten. „Graswurzel-Aktivisten im ganzen Land fordern, dass Stadträte ihre Macht bei der öffentlichen Auftragsvergabe nutzen, um die Zahlung für automatisierte Kennzeichen-Erkennungssysteme zu verweigern“, sagt Schwartz und fügt hinzu, dass „viele Stadträte zuhören“.

Rice fasst die Spannung zusammen: „Diese Tools können echte Vorteile für die öffentliche Sicherheit bieten, aber Gemeinschaften sind eindeutig daran interessiert sicherzustellen, dass diese Vorteile nicht auf Kosten ihrer bürgerlichen Freiheiten erzielt werden.“ Überwachungstechnologie wird ein heißes politisches Thema bleiben. Und es lohnt sich zu erinnern, dass Entscheidungen über öffentliche Verträge und personenbezogene Daten konkrete Rechte betreffen: Wenn Sie besorgt sind, wie Ihre Daten behandelt werden, konsultieren Sie einen Fachmann oder die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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