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Montero verlässt Gleichheitsministerium: „Sánchez schmeißt uns raus“
Irene Montero übergibt das Ministerium an Ana Redondo und wirft Pedro Sánchez vor, sie wegen ihrer Politik aus der Regierung zu drängen.
Montero verlässt das Gleichheitsministerium mit Vorwürfen gegen Sánchez
Die Übergabe des Gleichheitsministeriums wurde zu einer offenen Abrechnung. Irene Montero übergab das Amt an Ana Redondo mit den Worten: „Heute wirft Pedro Sánchez uns aus der Regierung, weil wir getan haben, was wir angekündigt haben: Politik im Dienst der Bürger.“ Es war kein protokollarischer Abschied, sondern eine namentliche Kritik, ausgesprochen vor der ebenfalls scheidenden Sozialministerin Ione Belarra und ihrer Nachfolgerin, die einen Rat als Warnung erhielt: sich vom „besten Team“ umgeben und den „Mut haben, die 40- und 50-jährigen Freunde des Präsidenten zu irritieren“.
Unter dieser Geste liegt ein bekannter Kontext: die Ermüdung der Koalition, die nachträgliche Korrektur des Gesetzes „Nur Ja heißt Ja“ (Ley del sí es sí) und der Gewichtsverlust von Podemos im Ministerrat. Über diese Punkte schwieg die Rede.
Der Seitenhieb auf die „40- und 50-jährigen Freunde“ des Präsidenten
Dieser Satz ist der Kern der Aussage. Montero nannte keine Namen, was ihre Wirkung erhöht: Die Formulierung lässt jeden selbst entscheiden, wen er meint. Berichte interpretierten dies als implizite Anspielung auf den alten Umfeld des Premierministers, das bei internen Postenvergaben oft genannt wird. Nicht-Nannte zu benennen ist eine billige Methode, Spannung zu erzeugen, ohne sich direkt exponieren zu müssen.
Zwei Lesarten koexistieren. Eine sieht es als Abrechnung am Ende der Legislaturperiode. Die andere, zynischere, deutet es als Positionierungsmanöver: Wer so geht, verabschiedet sich nicht, sondern platziert sich. Drehbar, wie man so sagt.
„Nenn mich Feminismus, nur weil Frauen dabei sind“
Montero verteidigte den Feminismus als Bewegung, die Spanien verändert hat und „neue Fragen stellt“. Sie fügte eine Nuance hinzu, die sogar innerhalb ihres Lagers unbequem ist: „Lasst uns nicht erzählen, etwas sei feministisch, nur weil Frauen beteiligt sind.“ Der Satz hat zwei Ebenen. Einerseits verteidigt sie den Inhalt gegen das Etikett. Andererseits distanziert sie sich von denen, die den Raum des institutionellen Feminismus besetzt haben, ohne dessen ideologischen Rahmen zu teilen.
Man muss zwei Dinge trennen, die der Abschied bewusst vermischt: die Bilanz der Legislatur im Gleichheitsministerium und das Narrativ, das die Ex-Ministerin beim Abgang konstruiert – sie geht, weil sie ihre Versprechen hielt, nicht weil sie Fehler machte.
Das Gesetz „Nur Ja heißt Ja“, der dominante Punkt der Bilanz
Keine Bewertung ihrer Amtszeit umgeht die Reform, die ihren Namen trug und später korrigiert werden musste. Dies war die Wunde, die die Opposition monatelang ausnutzte, und das häufigste Argument für ihren Rücktritt. Manche nennen es den größten gesetzgeberischen Fehler der jüngeren Demokratie; dies ist jedoch eine Meinung, keine juristische Schlussfolgerung.
Auffällig ist, dass Montero das Gesetz in ihrer Abschiedsrede nicht erwähnte. Kein Fehler, keine Nuance, keine Selbstkritik. Sie ging unter Berufung auf das Gesamtbild und mit Blick nach oben, zu dem, der die Entlassungen unterschreibt.
Welche Zukunft erwartet sie außerhalb des Ministeriums?
Es gibt keine offizielle Bestätigung. Ihre Fortsetzung als Abgeordnete gilt in Analysen als sicher, danach folgen Spekulationen. Die drei meistgenannten Szenarien sind: eine Funktionärspostition bei Podemos, TV-Talkshows oder die Rückkehr in die Privatwirtschaft. Nichts ist bestätigt, und sie hat ihre Pläne nicht detailliert.
Ein ökonomisches Detail ist bemerkenswert. Ein scheidender Minister steht nicht in der Schlange zum Arbeitsamt; seine Ämter wandeln sich in Mandate, Beratungen, Stiftungen oder Studioauftritte. Wenn spanische Politik eines lehrt, dann dass der Arbeitnehmer mit den wenigsten Rechten hier paradoxerweise jene ist, der sie am wenigsten braucht.
Interne Säuberung oder unvermeidbare Anpassung: Zwei Lesarten ihres Abgangs
Eine Strömung behauptet, Sánchez habe die Ex-Ministerin genutzt, solange sie dienlich war, und geopfert, als sie hinderlich wurde, indem er die Flanke mit einer weniger abgenutzten Kandidatin neu aufstellte. Die andere Seite argumentiert das Gegenteil: Ihr Abgang war unvermeidlich, die Koalition verlangte ihn, und die Kritik sei nur Innenpolitik-Rauschen. Beide teilen eine unbequeme Prämisse: Die Entscheidung traf nicht sie.
Und eine dritte, weniger emotionale Lesart: Dass ihr Abgang nichts ändert. Dass der institutionelle Feminismus weiterhin im Staatsanzeiger (BOE) mit anderer Unterschrift fortbesteht und das Erbe, gut oder schlecht, bereits geschrieben ist.
Hier stockt die Analyse. Niemand weiß, ob dieser Abschied das Ende einer Karriere oder der Beginn von etwas anderem ist, noch ob Montero angeschlagen oder als Referenz der linken PSOE positioniert hervorgeht. Die einzige Gewissheit ist die, die sie selbst ans Pult stellte: Sie wird von jenem geworfen, den sie selbst mit aufgebaut hat.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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