CIS-Umfrage: PSOE führt mit 34%, Sumar auf Tiefstand

Die Oktober-Umfrage des CIS sieht die PSOE bei 34 % und die PP bei 31,5 %, während Sumar auf ein historisches Tief von 6,3 % fällt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

CIS-Umfrage: PSOE führt mit 34%, Sumar auf Tiefstand
CIS-Umfrage: PSOE führt mit 34%, Sumar auf Tiefstand

Kann man eine Wahl mit einem Drittel der Wählerstimmen gewinnen und trotzdem die Straße verlieren? Der Oktober-Barometer des spanischen Forschungszentrums für Soziologie (CIS) platziert die PSOE als stärkste Kraft mit 34 % der Stimmen, einen Punkt mehr als im September, und die PP auf dem zweiten Platz mit 31,5 %, was den Abstand zwischen beiden auf 2,5 Punkte verkürzt. Die Umfrage, durchgeführt von der Behörde unter Leitung von José Félix Tezanos, zeichnet ein Szenario eines technischen Gleichstands, in dem sich die zwei großen Parteien fast zwei Drittel des Kuchens teilen, während der Rest blutet.

Die Daten des CIS kommen in einer Zeit, in der die Wirtschaft zum Schlachtfeld geworden ist. Die Wirtschaftskrise bereitet 33,8 % der Befragten Sorgen, vor Gesundheit (20,9 %) und Wohnen (17,7 %). Das heißt, der Wähler, der antwortet, sagt, er sei um sein Geldbeutel besorgt, behält aber gleichzeitig seine Absicht, die regierende Partei zu wählen. Diese scheinbare Widersprüchlichkeit ist der Kern der Sache.

Was der Oktober-Barometer des CIS sagt

Die Erhebung gewährt der PSOE eine Wahlabsicht von 34 %, einen Punkt über den 33 %, die sie im September verzeichnete. Die PP steigt von 28,5 % auf 31,5 %, was ihr erlaubt, den Abstand zu den Sozialisten um 2,5 Punkte zu verkürzen. Vox bleibt drittstärkste Kraft mit 11,8 %, verliert aber 1,3 Punkte gegenüber dem Vormonat, als es 13,1 % erreichte. Sumar fällt auf 6,3 %, seinen niedrigsten Wert seit Gründung, nachdem es im September 7,8 % registriert hatte. Auch Podemos sinkt, von 3,6 % auf 3,3 %. Und die Partei von Alvise Pérez, Se Acabó La Fiesta, verliert 1,2 Punkte und geht von 2,9 % auf 1,7 % zurück.

Bei der Bewertung der Politiker liegt Pedro Sánchez weiterhin an erster Stelle mit 24,3 %, weit vor Alberto Núñez Feijóo, der 13,3 % erhält. Unter den Ministern wird Margarita Robles am besten bewertet mit 5,09 %, während Óscar Puente am schlechtesten abschneidet mit 3,62 %.

Der Widerspruch, den niemand erklärt: mehr Sozialausgaben, weniger Stimmen für die Alternativlinke

Ein Teil der Analyse behauptet, dass die PSOE durchhält, weil sie die Kaufkraft von Beamten und Rentnern erhalten hat, den Mindestlohn erhöht hat, öffentlichen Verkehr kostenlos oder fast kostenlos gemacht hat, einen Kulturbon bewilligt hat und Rekord-Ausschreibungen für öffentliche Arbeitsplätze gestartet hat. Die Liste ist lang und das Argument hat Logik: Wenn der Wähler das Geld im Beutel spürt, sind ihm andere Dinge weniger wichtig. Es ist die These, dass das Geld herrscht.

Dagegen spricht das Argument, dass derselbe Wähler sich um die Wirtschaftskrise, Gesundheit und Wohnen sorgt und dass der Barometer keine Begeisterung misst, sondern Resignation. Manche behaupten, dass das CIS keine Vorhersage ist, sondern ein Mobilisierungsinstrument: Man bläht die Regierungspartei auf, damit die Linke nicht einschläft, und lässt kleine Parteien fallen, um die nützliche Stimme zu konzentrieren. Dies ist eine Hypothese, die sich mit den Daten des CIS selbst nicht überprüfen lässt, aber einen großen Teil der öffentlichen Debatte prägt.

Tatsache ist, dass Sumar und Podemos schrumpfen, während die PSOE steigt. Und dass Vox und Se Acabó La Fiesta ebenfalls an Dampf verlieren, während die PP zulegt. Die Bewegung ist symmetrisch: Kleine Parteien auf beiden Seiten geben Boden an die zwei Großen ab. Wenn dieser Trend bestätigt wird, bewegt sich das spanische politische System auf ein imperfektes Zweiparteiensystem zu mit zwei dominierenden Formationen und einer Konstellation immer schwächerer Partner.

Der Geist des Wahlbetrugs und das Misstrauen in das System

Die Diskussion über das CIS ist ohne Misstrauen in die Auszählung nicht zu verstehen. Ein Teil der Analysen behauptet, das System sei von Grund auf illegitim und 34 % seien kein Sieg. Ein anderer Teil legt den Fokus auf Briefwahl und fehlende öffentliche Protokolle und fordert, dass die Ergebnisse tischweise am Wahlabend veröffentlicht werden. Der Schatten von Indra, der Firma, die die Auszählung verwaltet, schwebt über all diesen Verdächtigungen, obwohl keine davon in eine formelle Anfechtung der Ergebnisse gemündet hat.

Das CIS von Tezanos ist für seine Kritiker eher ein Propagandaapparat als eine Umfrage. Für seine Verteidiger ist es ein Instrument, das die Stimmung der Bevölkerung mit derselben Methodik wie jedes andere misst. Was niemand bestreitet, ist, dass der Barometer zu einem politischen Objekt ersten Ranges geworden ist: Jeden Monat, wenn er veröffentlicht wird, wird weniger über das diskutiert, was er sagt, als darüber, wer ihn macht.

Was passiert mit den Sitzen, wenn sich die 34 % bestätigen

Die 34 % der Stimmen garantieren keine absolute Mehrheit. Im spanischen Wahlsystem entscheidet die territoriale Verteilung der Unterstützung mehr als der globale Prozentsatz. Eine Partei kann bei den Volksstimmen gewinnen und dennoch weit von den benötigten 176 Sitzen entfernt bleiben. Und eine Partei kann Zweiter werden und mit den richtigen Partnern eine Mehrheit bilden. Das ist das Szenario, das das CIS zeichnet: eine PSOE an erster Stelle, eine PP, die aufholt, und ein fragmentiertes Parlament, wo die kleinen Partner, auch wenn sie Stimmen verlieren, weiterhin den Schlüssel halten.

Die Paradoxie ist, dass Sumar und Podemos fallen, Vox und Se Acabó La Fiesta fallen, und doch verschwindet keiner von ihnen von der Landkarte. Kleine Parteien verlieren Prozentsätze, behalten aber Blockadekapazität. Und das zählt in einem knappen Parlament mehr als ein Punkt Wahlabsicht.



Mit diesen Zahlen würde die PSOE die Wahlen gewinnen und die PP sie verlieren. Aber 34 % sind keine Mehrheit, es ist ein Drittel. Und mit einem Drittel zu regieren, in einem Parlament, wo niemand die Hälfte hat, ist das, was wir seit Jahren sehen. Jeder ziehe seine eigenen Schlüsse.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (117 Antworten).

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