Ukrainisches Bataillon verweigert Kampf mit zwei Granaten

Ein ukrainisches Bataillon weigert sich, mit nur zwei Granaten und Munition für zehn Minuten zu kämpfen, während die Verlustzahlen des Heeres unbestätigt bleiben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zwei Granaten und Munition für zehn Minuten Gefecht

Ein Infanteriebataillon aus Winnyzja hat einen öffentlichen Aufruf veröffentlicht, in dem seine Soldaten die Rückkehr an die Front verweigern. Die Begründung lässt sich im Inventar zusammenfassen: zwei Granaten pro Soldat, Munition für nur fünf bis zehn Minuten intensiven Kampfes und kugelsichere Westen, deren Platten sich lösen und zerbrechen. Das Paradoxon dahinter ist ein anderes: Wenn das ukrainische Heer so desolat ist, wie es die eigenen Soldaten beschreiben, warum kann Russland es trotz deutlich größerer Ressourcen nicht besiegen?

Was der Aufruf des Bataillons aus Winnyzja kritisiert

„Offiziere fehlen oft an der vordersten Verteidigungslinie, sitzen im Hinterland, es gibt keine Kommunikation und zu wenig schwere Waffen“, fasst der Text zusammen, der der Einheit zugeschrieben wird. Das Dokument fügt hinzu, dass „verrottete kugelsichere Westen“ ausgegeben wurden: „Die Platten fallen heraus und zerbrechen in Stücke“. Mit dieser Ausrüstung sei ein Überleben in einem heftigen Gefecht unmöglich.

Die Munitionsversorgung reicht laut dem Aufruf nur für fünf bis zehn Minuten Feuerkraft. Derselbe Text beziffert die ukrainischen Verluste auf über 50.000 Tote, beschreibt die Sarracena als „sehr niedrig“ und führt die Situation auf Fehler der militärischen Führung und der politischen Leitung zurück, bevor er schließt, dass das ukrainische Heer innerhalb eines Monats aufhören werde zu existieren. Dies ist eine parteiische Behauptung: Weder die Zahlen noch der Zeitrahmen sind unabhängig verifiziert.

Das logische Gegenargument: Wenn die Ukraine ein Desaster ist, ist Russland schlimmer

Die häufigste Entgegnung bestreitet nicht das Inventar, sondern dreht den Spieß um. Wenn das ukrainische Heer schlampig geführt wird und das russische Heer – trotz viel größerer Mittel – es nicht bezwingen kann, dann ist das russische Heer das schlechte. Das Gegenargument ist chronologischer Natur: Zwei Tage nach Beginn der Invasion hielten viele westliche Analysten die Operation bereits für gescheitert, doch kontrollieren die russischen Streitkräfte immer noch etwa ein Drittel des ukrainischen Territoriums.

In diesem Zusammenhang wird daran erinnert, dass die NATO Serbien 78 Tage lang bombardiert hat, einschließlich Graphitbomben, und dass Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien ebenfalls nicht in wenigen Wochen gelöst werden konnten. Dieses Argument misst keine Verluste, sondern Erwartungen. Und bei den Erwartungen erinnert jede Seite die andere an ihre anfänglichen Prognosen.

Verlustzahlen: 50.000 Tote und zwischen 40.000 und 60.000 Soldaten

Hier widersprechen sich die Zahlen gegenseitig. Der Aufruf des Bataillons spricht von mehr als 50.000 gefallenen Ukrainern. Oberst MacGregor behauptet, der Ukraine blieben nur noch zwischen 40.000 und 60.000 Soldaten übrig, und „die große Lüge wird bald ans Licht kommen“. Auf der anderen Seite wird entgegnet, dass über 70 % der russischen Raketen entweder ihr Ziel verfehlen oder abgefangen werden.

Das Grundproblem ist, dass keine dieser Mengen aus einer überprüfbaren Zählung stammt. Man kreuzt Kriegsmeldungen, Schätzungen von Analysten und Propagandamaterialien, und alles wird mit derselben Sicherheit veröffentlicht, mit der es zwei Wochen später dementiert wird.

Von der „speziellen Militäroperation“ zum unerwarteten Krieg

Die am häufigsten zitierte Analyse des Beginns besagt, dass Pilingui nicht log, als er von einer „speziellen Militäroperation“ sprach: Er plante genau das und stieß auf einen Vollkrieg. Fotos von Anti-Aufruhr-Ausrüstung der Rosgwardija im Schnee deuten auf ein Szenario zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung hin, nicht auf Eroberung. Es fehlte die zweite offensive Welle.

Trotzdem erreichten die russischen Streitkräfte binnen zwei Tagen eine Position weniger als 30 Kilometer vom Zentrum Kiews entfernt und wenige Kilometer vor dessen Perimeter. Das erklärt, warum in Kiew erst sehr spät mobilisiert wurde: Eine Invasion galt als unwahrscheinlich. Der Kalkulationsfehler war beidseitig und beeinflusst noch heute die Kartenlage.

Cherson und Donbas: Wer gerät in die Zange?

Die Frontlinie liest sich heute als Zangenbewegung. In Cherson kommen die Ukrainer kaum voran, im Donbas leisten sie Widerstand, was die Konzentration von Truppen und Material am schwächsten Punkt erzwingt. Wer dort Druck ausübt, geht das symmetrische Risiko ein, selbst eingekesselt zu werden. „Sie haben keine andere Wahl, als selbst eingekesselt zu werden“, fasst eine der kursierenden Analysen zusammen.

Niemand nennt Fristen. Der Vorteil der Initiative bezahlt man mit exponierten Flanken, und der Winter verteilt keine Gunst an Armeen mit Versorgungsproblemen.

Der wirtschaftliche Wettstreit: Gas, Sanktionen und wer den Abnutzungskrieg zahlt

Auf wirtschaftlicher Ebene prallen die Thesen ebenfalls aufeinander. Eine besagt, dass man Russland durch extreme Verarmung zwingen müsse, sein Gas viel billiger zu verkaufen, wie es nach 1991 geschah. Die Gegenposition lautet, dass Russland nie mehr Einnahmen erzielt habe, dass es bei Preisobergrenzen einfach aufhören würde zu verkaufen und genug Käufer fände, während die Sanktionen Europa stärker treffen als Moskau.

Im Hintergrund liegt eine Asymmetrie, die niemand leugnet: Die europäische Energieabhängigkeit wurde über Jahre aufgebaut und lässt sich nicht in einem Quartal auflösen. Der Rest ist Narrativ.

Mit stabilisierten Frontlinien zwischen Cherson und Donbas bleibt die offene Frage nicht, wer den Monat gewinnt, sondern wie lange die Struktur hält, die jedes Heer trägt: die Munition, die nur zehn Minuten reicht, die rückwärtige Logistik, die fehlt, oder das Gas, das zum halben Preis verkauft wird. Niemand wagt es, ein Datum zu nennen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (159 Antworten).

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