Ukraine meldet Angriffe auf sechs russische Raffinerien 1.600 km hinter der Front

Die Ukraine gibt an, sechs russische Raffinerien 1.600 km von der Frontlinie entfernt getroffen zu haben, während der Dieselpreis die Debatte darüber neu entfacht, wer die Rechnung zahlt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ukraine meldet Angriffe auf sechs russische Raffinerien 1.600 km hinter der Front
Ukraine trifft sechs russische Raffinerien 1.600 km hinter der Front

Sechs strategische Raffinerien. Bis zu 1.600 Kilometer hinter der Kontaktlinie. Sieben Tage. Das ist die Bilanz, die der offizielle Verteidigungs-Account der Ukraine als Antwort auf das veröffentlicht hat, was sie den „russischen Terror“ nennt: eine Woche voller Schläge gegen den Treibstoff- und Energiesektor des Angreifers. Laut diesem Bericht ist jedes Ziel eine Schlüsselanlage für die russische Rüstungsindustrie und die Treibstoffversorgung ihrer Besatzungstruppen. Die Zahlen stammen nicht aus einer unabhängigen Prüfung: Es sind Angaben einer Kriegspartei, und als solche sind sie zu lesen.

Und während das in einer Ecke des Internets gefeiert wird, schaut jemand auf die Zapfsäule und erwähnt Diesel für 2 Euro.

Was über die Angriffe auf die russischen Raffinerien bekannt ist

Die Ankündigung enthält keine Koordinaten und keine Namen. Sie spricht von sechs strategischen Anlagen, einer Reichweite von bis zu 1.600 Kilometern und einem Zeitraum von sieben Tagen. Entscheidend ist das Adjektiv. Es geht nicht um Nachbarschaftstanks, sondern um Knotenpunkte eines Systems, das sowohl den russischen Binnenmarkt als auch die Militärlogistik versorgt. Genau dort trifft es richtig weh.

Dass die Ukraine Ziele in dieser Entfernung erreichen kann, verändert die Debatte über die Luftverteidigung. Ein Land, das seinen Luftraum nicht beherrscht, aber Drohnen und Raketen dorthin bringt, wo es ihm passt, zwingt den Gegner, seine Ressourcen auf halber Landkarte zu verteilen. Wie viel von diesem Schaden dauerhaft hält und wie viel Fassade ist, bleibt vorerst offen.

Diesel für 2 Euro und wer die Rechnung zahlt

Nach Aussage eines Teilnehmers der Diskussion ist es der Preis, den man jeden Morgen sieht und der keine Deutung zulässt: Diesel für 2 Euro. Jeder Schlag gegen eine russische Raffinerie öffnet dieselbe Diskussion neu: Wer zahlt die Energierechnung des Krieges? Unter den Beiträgen im Thread zeigt die Antwort nicht auf Moskau, sondern auf niedrigere Kraftstoffsteuern.

Es ist ein unbequemer Widerspruch. Derselbe Bürger, der Beifall klatscht, wenn die Raffinerien des Gegners brennen, verlangt anschließend, dass der Liter nicht mehr kostet. Niemand hat bisher erklärt, wie sich beides vereinbaren lässt, ohne dass jemand die Differenz trägt.

Viereinhalb Jahre Krieg und eine Karte, die sich kaum bewegt

Die Lücke zwischen dem, was verkündet wird, und dem, was zu sehen ist, speist einen Skeptizismus, der längst keine Minderheitenmeinung mehr ist. Manche halten es für ausgemacht, dass die Russen vor zwei oder drei Jahren gestoppt wurden, und wundern sich, wenn sie erfahren, dass diese weiter vorzudringen versuchen. Andere behaupten, die Ostukraine (Donbas) sei praktisch erobert, wobei Moskau Dorf für Dorf an Terrain zubeißt.

Die Krim ist der andere Gang. Manche meinen, die Ukraine könne sie heute nicht zurückholen. Diskutiert wird aber durchaus die Erosion der russischen Kontrolle über die Halbinsel und das Schwarze Meer, mit einer Flotte, die von ihrer historischen Basis ferngehalten wird.

Krim, Kertsch und Noworossijsk: Behauptungen gegen Bilder

Nach Aussage eines Teilnehmers fuhren wochenlang Fahrzeugkolonnen über die Kertsch-Brücke, und die Flugabwehrsysteme der Region sind inzwischen anekdotisch. Ein anderer entgegnet, die Schiffe hätten sich nach Noworossijsk zurückgezogen, und das sei keineswegs ein Geheimnis. Beides kann gleichzeitig wahr sein und bedeutet trotzdem nicht dasselbe.

Eine Flotte zu verlegen heißt nicht, sie zu verlieren. Eine Halbinsel zu räumen heißt nicht, sie zu befreien. Das ist der Kern der Sache, und keine der beiden Gräben löst ihn, ohne Daten, die heute nicht auf dem Tisch liegen.

Mit den bereits geschriebenen Berichten zum siebten Tag bleibt die eigentliche Frage: Wie viele Schläge sind noch nötig, damit sich die Karte ändert – oder nur der Dieselpreis?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (28 Antworten).

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