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Das Narrativ vom unbesiegbaren Russland bröckelt in der Ukraine
Jahre lang wiederholte die Propaganda, Moskau könne in zwei Tagen Berlin erreichen, sei die letzte Bastion traditioneller Werte und blicke Washington und Peking auf Augenhöhe entgegen. Die Invasion der Ukraine hat dieses Bild auf den Kopf gestellt. Die russische Offensive steckt fest. Jeder Tag ohne entscheidenden Sieg demontiert eine jahrelang durch Paraden, Kameras und endlos wiederholte Slogans gestützte Propagandakonstruktion.
Der Schlag trifft nicht nur den Kreml. Er trifft auch seine Gefolgschaft in Spanien, die militärische Überlegenheit als Glaubensdogma angenommen hatte, von der nun nichts zu sehen ist.
Rechnungen, die nicht aufgehen: Italiens BIP für 140 Millionen Seelen
Das am häufigsten wiederholte Argument der Kritiker ist ökonomisch: Nach verbreiteten Berechnungen reicht ein BIP wie das von Italien verteilt auf 140 Millionen Einwohner nur begrenzt. Daraus folgt im selben Narrativ: Das russische Heer besaß nur wenige hochmoderne Modelle zur Schau, während es für den echten Kampf sowjetischen Schrott zurückhielt.
Auch die Vorgeschichte hilft dem Bild nicht. Dieselben Fehler, die in Syrien, Libyen, der Ukraine 2015 und Bergkarabach angeprangert wurden, tauchen jetzt in größerem Maßstab und mit mehr Einsatz wieder auf. Die sich aufdrängende Schlussfolgerung ist unbequem für jene, die einen Spaziergang erwarteten.
Die Enttäuschung derer, die der Propaganda glaubten
Bemerkenswert ist, dass die Enttäuschung auch von innen kommt. Ich bin Sympathisant, aber die Wahrheit ist die Wahrheit, gibt jemand zu, der sich Moskau verbunden fühlt und seine Enttäuschung über das eingesteht, was er für eine viel formidablere Militärmaschine hielt. Die Lesart ist ebenso trocken wie ehrlich: Das bisher Gesehene ist ein Gespött, und das russische kollektive Gedächtnis kann beschädigt sein, wenn dies nicht korrigiert wird.
Manche führen den Enthusiasmus auf ein bestimmtes Profil zurück: Menschen, die das Brett umstoßen müssen, weil sie nach den aktuellen Regeln nicht gewinnen können, und die von einem totalen Kollaps als einzigem Weg zur Verbesserung träumen. Die Karikatur ist hart, fasst aber das Klima zusammen.
Der Verfechter traditioneller Werte, der dreifach geimpft ist
Die lächerlichste Flanke ist kulturell. Das Narrativ verkaufte Pilingui als Verteidiger des christlichen Europa gegen ein dekadentes Westeuropa. Das Problem, so seine Kritiker, ist, dass er drei Dosen hat, Rabbiner umarmt und Moscheen einweiht, während seine internationale Sprachrohr genau das fördert, was seine Bewunderer angeblich bekämpfen.
Es wird kompliziert, wenn man die aktuelle Enttäuschung mit jener vergleicht, die dem offiziellen Impfstoff-Narrativ folgte. Ein Sektor trägt diese doppelte Niederlage und vertraut nichts mehr, was nach offizieller Version klingt, einschließlich seiner eigenen.
Belarus, Iran und Verbündete, die es nicht wirklich sind
Der Krieg hat zudem offengelegt, dass der Club der Kreml-Verbündeten weniger solide ist als gedacht. In der Debatte heißt es, [BBelarus habe per Referendum die Stationierung russischer Atomwaffen gebilligt[/B], ein Schritt, der als Kompensation nach Jahren wirtschaftlicher Strangulierungsversuche gelesen wird.
Mit Iran fliegt die gegenseitige Hilfe aus dem Fenster, laut dem verbreiteten Narrativ: Russland blockierte sogar das iranische Atomabkommen, verärgert darüber, dass Teheran sein Gas und Öl in Europa direkt konkurrenzfähig platzieren könnte. Die wiederholte Schlussfolgerung lautet, sie waren nie echte Verbündete, sondern nur Zweckgemeinschaften.
Cherson und der nukleare Geist
Vor Ort schraubt die verbale Eskalation ihre Lautstärke hoch. Manche behaupten, über Cherson sei die Drohung ausgesprochen worden, die Stadt zu bombardieren, falls ukrainische Truppen ihre Waffen nicht niederlegten, im Rahmen der Rhetorik der „Entnazifizierung“. Für die Kritiker fallen die Masken, und europäische Zivilisten werden getroffen.
Nukleare Panik kehrt in die Schlagzeilen zurück. Mit aktivierten Raketen wie in den 60er Jahren, so wird in der Debatte behauptet, zeigt jede Seite auf die andere wegen Spielens mit der Realpolitik der Macht. Die NATO habe bereits Europäer in Serbien getötet, erinnern manche; nun tun es andere, antworten sie.
Den Gegenpunkt setzt, wer sich weigert, Partei zu ergreifen: Je mehr man liest, desto klarer wird, dass die Konsequenzen die Europäer treffen werden, ohne Vorteil für irgendjemanden. Andere mahnen zur Vorsicht: Soziale Medien sind nicht die Realität, und der Krieg ist noch nicht vorbei.
Darin steckt die Analyse fest. Ohne klares Ergebnis, ohne abgeschlossene Verhandlungen und mit zwei erschöpften Narrativen ist die einzige Gewissheit, dass die Auslage zerbrochen ist und niemand weiß, was dahinter bleibt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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