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U2-Bootleg-Kassetten aus Dublin 1987: vom verklemmten Player zum digitalen Archiv
U2-Bootleg-Kassetten aus Dublin 1987: warum sie in alten Kassettendecks hängen bleiben und wie sich das Audio digital mit Restaurierung retten lässt
U2 in Dublin 1987: die Bootleg-Kassette, die den Player überlebte
1987 wurden auf der Straße, wenige Tage nach dem Konzert, Bootleg-Kassetten von U2 verkauft, die in ihrer Heimatstadt spielten. Fast vier Jahrzehnte später bleiben ebendiese Kassetten in alten Kassettendecks hängen, und der Inhalt ist auf digitale Downloads umgezogen, die – wenn nicht dieselbe Aufnahme – der Originalaufnahme sehr nahekommen. Die Geschichte erzählt jemand, der seine Kassetten damals in Dublin gekauft hat und der, nachdem ein alter Player eine wertlose Kassette verschlungen hatte, beschloss, die Originale nicht zu riskieren. Jetzt bewahrt er sie als Erinnerungsstück auf und hört die verbesserte Version am Computer.
Die Episode, die in einem Subforum für bewussten Konsum begann, ist weniger anekdotisch, als sie scheint: Sie fasst den Übergang einer ganzen Generation vom physischen Medium zur digitalen Datei zusammen – mit ihren Verlusten, ihren Behelfslösungen und ihren kleinen Funden.
Warum eine Kassette von 1987 heute klemmt
Laut einer technischen Diagnose, die im Thread kursiert, deutet das Problem auf den Player und nicht auf die Kassette. In alten Decks wird der Gummiriemen hart oder zerfällt, und die Umschaltrolle wird hart und klebrig; dann wird das Band nicht mehr aufgewickelt und verheddert sich im Gerät. Der verbreitete Rat lautet, die Riemen zu ersetzen – es gibt Bausätze für wenige Euro für fast jedes Modell – und Tonkopf, Capstan und Umschaltrolle mit Isopropanol und einem Wattestäbchen zu reinigen. Immer zuerst mit Kassetten testen, die egal sind.
Für die Kassette selbst lautet der Rat, sie vor dem Abspielen einmal komplett vor- und zurückzuspulen, um die Spannung zu verteilen und festgeklebte Windungen zu lösen, und durch das Sichtfenster zu prüfen, dass sich beide Spulen leicht drehen. Bei vierzig Jahren Alter merken einige an, dass auch das Entmagnetisieren eine Rolle spielt und die ursprüngliche Klangqualität ohnehin dahin ist.
Vom Walkman zur restaurierten Datei
Die Alternative, die sich durchsetzt, ist die Digitalisierung. Mit einer Soundkarte der Mittel- oder unteren Mittelklasse lässt sich das Audio aufnehmen und anschließend mit digitalen Restaurierungstools bearbeiten: das kassettentypische Rauschen reduzieren, das Stereobild verbreitern, equalisieren. Gut gemacht, klingt das Ergebnis genauso gut oder besser wie auf dem ursprünglichen Walkman. Manche besitzen noch Kassetten aus den mittleren 90ern, die problemlos laufen.
Das Problem ist die Quelle. Konzert-Downloads kursieren auf spezialisierten Seiten und in P2P-Netzwerken, hängen aber davon ab, dass jemand sie teilt. Im vorliegenden Fall stammt die digitale Kopie von einer Publikumsaufnahme, und der Finder selbst räumt ein: „Wenn es nicht exakt dieselbe Aufnahme ist, dann praktisch dieselbe.“
Der Wert liegt nicht im Klang
Hier kommt die interessante Nuance. Bei einem Ende der 80er aus dem Publikum aufgenommenen Konzert ist die Klangqualität das Geringste. Gesucht werden die Atmosphäre und das Band zwischen der Gruppe und ihrem Publikum. In Dublin, beim Heimspiel, spürt man das besonders. Deshalb ersetzt die verbesserte Kopie die Erinnerung nicht: Sie begleitet sie.
Das Gespräch driftet, wie könnte es anders sein, zur Gegenwart der Band und zur Enttäuschung über ihre Mitglieder. Manche finden, U2 habe über die Jahre an Substanz verloren, andere verteidigen Alben wie Achtung Baby oder Zooropa. Das am häufigsten gezogene Fazit: die Idole der 80er nicht mit der heutigen Sarracena messen – alles hat seinen Kontext.
Mit den Originalkassetten im Rahmen und dem Inhalt auf der Festplatte ist die Sache abgeschlossen. Oder fast: Die Frage, ob sich der Kauf eines Kassettendecks lohnt, um die Reste zu digitalisieren, bleibt unbeantwortet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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