Tulpen, Bitcoin und Gold: Preissteigerungen im Vergleich

Ein Tulpenzwiebel kostete einst 15.840 €, während der Bitcoin seinen Startpreis um das 1.533.333-Fache steigerte – Zahlen, die die Debatte über Blasen neu entfachen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tulpen, Bitcoin und Gold: Preissteigerungen im Vergleich
Tulpen, Bitcoin und Gold: dieselbe Frage mit 400 Jahren Abstand

Eine Tulpenzwiebel wurde für den Gegenwert von 24 Tonnen Weizen verkauft. Umgerechnet zu 0,66 Euro pro Kilo sind das 15.840 Euro für eine Zwiebel, die heute in einer Fünferpackung für 1,74 Euro erhältlich ist. Dies geschah zwischen 1634 und 1637. Der Bitcoin stieg von 0,06 Dollar auf 92.000: das 1.533.333-Fache seines Ausgangspreises. Gold bewegte sich im gleichen Zeitraum von 1.081 auf 2.541 Dollar pro Unze, also das 2,35-Fache. Wenn man alle drei in derselben Tabelle vergleicht, lautet die unbequeme Frage nicht, welcher am meisten gestiegen ist, sondern warum nur einer als Blase abgetan wird.

Tulpen 9.100-fach, Bitcoin 1.533.333-fach, Gold 2,35-fach: Die Tabelle, die alles auslöste

Der Vergleich beginnt mit einer einfachen Division. Wenn eine Zwiebel der Sorte, die heute in jedem Supermarkt erhältlich ist, 1,74 Euro kostet, entspricht der Höhepunkt der Tulpenmanie dem 9.100-Fachen dieses Betrags. Der Bitcoin multipliziert seinen Startpreis von 0,06 Dollar um das 1.533.333-Fache. Gold steigt im gleichen Zeitraum lediglich um das 2,35-Fache. Das Ergebnis lässt sich in zwei entgegengesetzte Richtungen lesen: Entweder ist der Bitcoin die größte Preisanomalie der Geschichte, oder die Tabelle vermischt einen industriell reproduzierbaren Vermögenswert mit einer digital begrenzten Emission. Die vollständige Aufschlüsselung, einschließlich der Umrechnung von Weizen in Euro, ist das Detail, das jede Seite zu ihren Gunsten interpretiert.

Was ist eine Blase und warum erkennt sie niemand vor dem Platzen?

Eine wirtschaftliche Blase ist ein Anstieg des Preises eines Vermögenswerts weit über seinen gerechtfertigten Wert hinaus, gefolgt von einem ebenso schnellen Absturz, der die gesamte Wirtschaft erschüttern kann. Im Nachhinein ist es leicht, sie zu identifizieren; das Problem liegt in der Vorhersage. Hier scheiden sich die Geister. Eine Strömung argumentiert, dass der Bitcoin alle klassischen Symptome zeigt: Er generiert keine Cashflows, sein Wert hängt vom Zufluss neuen Geldes ab und sein Preis basiert auf der Erwartung, dass andere mehr zahlen. Die Gegenposition besagt, dass ein starker Anstieg keine Blase ist, und verweist auf Immobilienmärkte, wo Preise jahrelang steigen, ohne dass jemand von einem Crash spricht. Auch der Begriff „gerechtfertigter Wert“ ist schwer fassbar: Niemand hat den fairen Wert des Bitcoins veröffentlicht.

Gold verfällt nicht, aber bei einem Kollaps fehlt dem Bitcoin der Strom

Gold stützt sich seit fünftausend Jahren auf das Vertrauen seiner Nutzer und hat zudem Anwendungen, die unabhängig davon sind: Mikrochips, Zahnprothesen, Luft- und Raumfahrtkomponenten. Es verdirbt nicht, erfordert keine Wartung und passt in die Tasche. Nicht so der Bitcoin. Um zu funktionieren, benötigt er Hardware – ein Handy, einen Computer –, Strom für das weltweite Servernetzwerk und stabiles Internet. Dies ist das häufigste Argument der Skeptiker: In einem Szenario eines Zusammenbruchs verliert der digitale Vermögenswert die Steckdose, an der er hängt. Die Antwort kommt schnell: Auch Gold ist letztlich eine Konvention, und sein Preis wird von keiner Zentralbank garantiert.

Warum steht Tether im Zentrum der Verdächtigungen gegen den Preis?

Tether ist die meistgenutzte Kryptowährung und gibt an, eins zu eins durch echte Dollar gedeckt zu sein. Sie dient zum Kauf von Bitcoins. Manche behaupten, hier liege die Falle: Die Ausgabe ist privat und intransparent, und die Kontrolleure schaffen Einheiten aus dem Nichts, um gratis Bitcoins zu kaufen, während andere mit echtem Geld bezahlen. Wenn dies zusammenbricht, würde laut dieser Analyse sichtbar werden, dass der Preis nicht auf echter Nachfrage basierte. Der Einwand von anderer Seite lautet, dass der Bitcoin nicht mehr nur in diesem Kreislauf existiert.

BlackRock, MicroStrategy und der Bitcoin-Einzug in Unternehmenskassen

Der institutionelle Weg hat die Landkarte verändert. Es besteht die Möglichkeit, ETFs über einen Broker in Euro zu kaufen, und Befürworter erinnern daran, dass wenn die Institution in Spanien tätig ist, Transaktionen gemeldet werden und der Anleger nichts selbst deklarieren muss. Die Kritik richtet sich auf Gebühren: Der Wechsel von Euro zu Bitcoin und zurück wird doppelt bezahlt, was beim direkten Kauf nicht passiert. Auf makroökonomischer Ebene liegt das tägliche Handelsvolumen von Gold bei rund 140 Milliarden Dollar gegenüber etwa 50 Milliarden Dollar für Bitcoin. Und die Standardfrage schwebt im Raum: Wenn ein großer Tech-Konzern den Zug von MicroStrategy kopiert und Bitcoins in seine Kasse legt, wie viele würden folgen?

Der Miner, der ein Auto bezahlte, ohne einen einzigen Bitcoin zu verkaufen

Das Mining verteilt Belohnungen proportional zur Rechenleistung, die jeder zur Sicherung des Netzwerks beiträgt. Ein konkretes Beispiel: Wer 2017 mit dem Mining begann, sammelte genug, um ein Auto mit Bitcoins zu bezahlen – er sagt, er habe es „zum Spaß“ getan – und besitzt den Rest noch immer. Seine Warnung ist die übliche: Geräte werden nach wenigen Jahren obsolet, und die Erneuerung frisst die Marge. Die andere Seite der Euphorie ist die Liquidität. Jeder Verkauf bei 90.000 erfordert im selben Moment jemanden, der diese 90.000 bereitstellt. Wenn mehr Verkäufer als Käufer vorhanden sind, sinkt der Preis nicht nur: Er stürzt ab.

Es bleibt die grundlegende Zweifel. Wenn die Tulpe als Vermögenswert verschwunden ist und der Bitcoin seit 2010 Kollaps-Prognosen widerlegt hat, ist dann die Blase der Vermögenswert selbst oder die Gewissheit, mit der alle glauben zu wissen, wo sie liegt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (485 Antworten).

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