Trumps Zölle gefährden die spanische Landwirtschaft kaum

Donald Trumps Drohungen mit Zöllen treffen die spanische Landwirtschaft kaum, da 95 % der Exporte innerhalb der EU verbleiben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Trumps Zölle gefährden die spanische Landwirtschaft kaum
Trumps Zölle: Die spanische Landwirtschaft im Visier

Ein spanischer Importeur kauft ein Produkt in den USA für 1.091 Euro. Der Versand kostet zusätzlich 70 Euro. Bei der Ankunft beim Zoll zahlt er 364 Euro an Mehrwertsteuer und Zöllen. Insgesamt: 1.525 Euro für etwas, das am Ursprung 1.161 Euro kostet. Dieser Aufschlag von 30 % ist derselbe Mechanismus, der nun in umgekehrter Richtung durch Donald Trumps Zollandrohungen gegen die spanische Landwirtschaft aktiviert wird. Die Diskussion ist nicht, ob der US-Präsident die Zügel anzieht, sondern wer es wirklich spürt und wer seit Jahrzehnten zuerst die Zügel strafft.

Was Trump gesagt hat und wie die EU reagiert

Washingtons Zollandrohungen gegenüber europäischen Agrarprodukten haben eine Front wiedereröffnet, die jahrelang latent war. Die Antwort aus Brüssel besteht laut verfügbaren Informationen darin, Importe aus Marokko, Südamerika und Thailand umzuleiten. Das heißt: weniger US-Produkte, mehr Produkte aus Drittländern. Das Problem ist, dass dieser Austausch dem spanischen Landwirt nicht unbedingt zugutekommt, da dieser auf demselben Markt mit genau diesen Herkunftsländern konkurriert.

Peter Navarro, Handelsberater des Weißen Hauses, legte den Fokus auf die europäische Mehrwertsteuer. Laut dem Bericht der Generalsekretärin der europäischen Landwirte, Elli Tsiforou, betrachtet Navarro „die Mehrwertsteuerpolitik als eine Exportsubvention“. Diese Sichtweise senkt, Land für Land betrachtet, den Druck auf Spanien: Im Gegensatz zu Deutschland hat Spanien ein Handelsdefizit mit den USA, das nach Exporten im Wert von 18.179 Millionen Euro bei über 10.000 Millionen liegt. Weniger Exponierung bedeutet weniger direkten Schaden.

Wie viel exportiert Spanien tatsächlich in die USA?

Fast nichts. Abgesehen von Wein gibt es keine nennenswerte spanische Agrarproduktion, die in die USA geht, und Olivenöl findet aus Gründen, die man eher in Der Pate II als in einem Handelsabkommen findet, seit Jahrzehnten keinen Zugang zu diesem Markt. Die spanischen Agrarexporte in die USA liegen seit jeher nahe bei Null. Der wahre Schaden wird, falls er eintritt, indirekt sein: weniger Verkäufe der wenigen Produkte, die tatsächlich ankamen, und ein angespannterer globaler Markt.

Wer behauptet, dies sei ein direkter Angriff auf die spanische Landwirtschaft, verwechselt den Feind. 95 % der exportierten spanischen Agrarproduktion gehen in die EU, wo die PAC (Gemeinsame Agrarpolitik), Milchkontingente, Fischereiquoten und die EU-Bürokratie wirken. Diese haben die Landwirte seit vierzig Jahren auf diesem Weg unter Druck gesetzt. Trumps Zoll ist nur ein neues Rauschen über ein altes Problem.

Der Feind ist im Inneren: PAC, Mercosur und marokkanische Konkurrenz

Einige behaupten, dass die wahre Gefahr für die spanische Landwirtschaft nicht aus Washington, sondern aus Brüssel und dem Süden kommt. Die europäische Agrarpolitik, Mercosur und der freie Zugang zu Produkten ohne die gleichen sanitären Garantien sind die Faktoren, die seit Jahrzehnten die Rentabilität des Primärsektors zerstören. Spanien verkauft in der EU, nicht in den USA. Und in der EU konkurriert es mit Marokko, mit Südamerika und mit Osteuropa.

Das Argument wiederholt sich mit Variationen: marokkanische Produkte ersetzen spanische auf dem Gemeinschaftsmarkt und sogar innerhalb Spaniens, während die polnische Produktion ihre Felder mit dem bewässert, was man sich nur vorstellen kann. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unangenehm: Wenn die spanische Landwirtschaft untergeht, wird es nicht an einem Tweet von Trump liegen.

Was passiert, wenn das Produkt zu Hause bleibt?

Wenn die Exporte sinken und die Produktionskapazität gleich bleibt, gibt es mehr Produkte für den Binnenmarkt. Mehr Angebot führt zu sinkenden Preisen. Der spanische Verbraucher würde billiger und mit regionalen Produkten essen. Dies ist ein Szenario, das einige als wünschenswert erachten: Nullkilometer-Produkte, Selbstversorgung und weniger Abhängigkeit davon, dass ein Ausländer verärgert aufhört zu kaufen.

Das Problem ist, dass diese Argumentation das Überangebot ignoriert. Wenn man mehr Kartoffeln produziert, als man verbraucht, sinkt der Preis, das Geschäft wird unrentabel und es bleiben nur zwei Auswege: die Produktion vernichten oder ins Ausland verkaufen. Selbstversorgung klingt gut, bis man erklären muss, was mit dem Überschuss geschieht.

Die Berechnung, die alles verändert

Die grundlegende Diskussion ist nicht Trump. Es ist die Tatsache, dass die spanische Wirtschaft darauf angewiesen ist, etwas an das Ausland zu verkaufen, um zu existieren. Wenn ein Käufer eines Tages verärgert ist und nicht kauft, was bleibt dann? Diese Frage kann kein Zoll beantworten. Währenddessen zahlt der spanische Importeur weiterhin seine 30 % Zoll für ein Produkt, das am Ursprung 1.161 Euro kostet.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver