Trump-Wetten bei 2,5/1: Forum-Nutzer nennt es „verbranntes Geld“

Quoten von 2,5/1 für einen Trump-Sieg im Vergleich zu 6/1 in 2016. Die Wette wurde mit Bidens Ausrufung zum gewählten Präsidenten geschlossen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Trump-Wetten bei 2,5/1: Forum-Nutzer nennt es „verbranntes Geld“
Wetten auf Trump: Von der Quote 2,5/1 zum „verbrannten Geld“

Lohnte es sich, 150 Euro auf einen Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswetten zu setzen? In den Wochen vor der Wahl 2020 wurden unterschiedlichste Summen bewegt – von 30 Euro bis zu 1.500 Pfund –, da viele glaubten, die Quoten schenkten geradezu Geld. Manche nannten es „gratis Geld“, andere waren vorsichtiger und sprachen nur von einer Bauchentscheidung. Das Auszählungsergebnis brachte Klarheit: Joe Biden wurde zum gewählten Präsidenten erklärt, und die Positionen zugunsten des Republikaners endeten, wie ein Dritter beschrieb, als verbranntes Geld.

Wie hoch war die Auszahlung für einen Trump-Sieg?

Die Quote für einen Wahlsieg Trumps lag bei etwa 2,5/1, was einige direkt als niedrig empfanden. Der Vergleich mit 2016 gab den Optimisten recht: Damals lag die Quote für dasselbe Ergebnis bei 6/1, der Preis hatte sich also mehr als halbiert. Es war keine Wette für das gesamte Vermögen, sondern eine Überzeugungsfrage.

Wer höhere Renditen wollte, ging ins Detail der Bundesstaaten. Florida stand bei 1,75, und mehrere Tipper addierten Nevada, New Mexico und New Hampshire, um kurze Quoten zu kombinieren und so eine bessere Gesamtrendite zu erzielen. Die Strategie hatte jedoch eine klare Grenze: In fest verankerten demokratischen Staaten wagte niemand auch nur einen Euro zu setzen, selbst nicht bei hohen Preisen.

Umfragen und das Gespenst von 2016

Das Argument der Skeptiker war einfach: Modelle sahen Biden deutlich vorn. The Economist räumte ihm eine 96%-Chance auf den Sieg ein, mit dem ironischen Hinweis, ob der Algorithmus auch das Land berücksichtige. Vier Jahre zuvor hatte eine Umfrage von Bloomberg Hillary Clinton 12 Punkte Vorsprung im Direktvergleich und ein Electoral College von 358 zu 180 zugeschrieben. Gewonnen hat Trump.

Diese Erinnerung wirkte während des gesamten Wahlkampfs wie ein Betäubungsmittel. Hinzu kam die Prognose von Allan Lichtman, der seit 1984 den Gewinner der US-Präsidentschaftswahlen korrekt vorhergesagt hat und diesmal Biden tippte. Sein System der „13 Schlüssel“ wurde von manchen als zu elastisch kritisiert: Die kurz- und langfristige Wirtschaftslage sei durch die Pandemie bestimmt gewesen, nicht durch die föderale Politik.

Arbeitslosigkeit als Wahlargument

Die Wirtschaft war das Hauptthema der Wetten. Zum Zeitpunkt der Diskussion lag die US-Arbeitslosenquote bei 7,9%, weit unter den 14% vom April, dem Höhepunkt der Pandemie. In fünf Monaten waren 16 Millionen Jobs geschaffen worden, und die Erwartung war, das Jahr bei etwa 5% oder 6% abzuschließen.

Bei diesen Zahlen brauchte man doch keine Umfragen, oder? Die Logik war simpel: Wenn Beschäftigung und Aktivität sich erholen, straft der Wähler den Kandidaten ab, der Wandel verspricht. Gegenargument: Der Anstieg folgte auf einen Einbruch durch die Gesundheitskrise, und private Arbeitsplätze führen nicht automatisch zu Stimmen. Die Daten lieferten Munition für beide Seiten.

Wann wird eine Wahlwette abgeschlossen?

Hier lag die versteckte Falle. Eine Wette auf den „nächsten Präsidenten“ kann das Geld bis zur Amtseinführung blockieren, während eine Wette auf den Wahlgewinner früher ausgezahlt wird. Wie im Thread erwähnt, schlossen die Buchmacher die Angelegenheit mit der Erklärung Bidens zum gewählten Präsidenten – das Datum war der 14. Dezember –, nicht erst mit dem Amtseid.

Dieses Kleingedruckte nährte Beschwerden. Es wurde über Klagen australischer Tipper gegen Betfair gesprochen, die vermutlich folgenlos blieben, sowie über Anbieter, die auszahlten, bevor die Lage geklärt war. Am Ende schloss der Frustrierte sein Konto und nahm die letzten paar Euro heraus.

Alternativen Electors und der 12. Zusatzartikel

Die letzte Front war institutioneller Natur. Laut einem Teilnehmer wurden republikanische Electors in sieben Bundesstaaten, insgesamt 84 Electors, zertifiziert, ohne die Unterschriften der jeweiligen Gesetzgeber oder Gouverneure. Ohne diese Unterschriften galten sie laut Argumentation genauso viel wie eine Stimme für einen chancenlosen Kandidaten.

Der Weg existierte theoretisch: Erreicht kein Kandidat die Mehrheit der benannten Electors, wählt das Repräsentantenhaus den Präsidenten aus den drei Bestplatzierten. In der Praxis fielen, wie die Nachrichten zur Feier von Bidens Sieg zeigten, die Einsprüche nacheinander vor Gericht durch.

Quoten irren selten, wenn die Auszählung fortschreitet; Bauchgefühle fast immer. Wer noch auf das Kraken-Monster wartet, sollte seinen Kontostand prüfen: Er dürfte den vier Euro ähneln, mit denen das Konto geschlossen wurde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (235 Antworten).

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