Trump lässt Columbus-Statue vor dem Weißen Haus errichten

Die 2020 in Baltimore gestürzte Kolumbus-Statue wird aus privaten Spenden und Bundesmitteln rekonstruiert und neben dem Weißen Haus aufgestellt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Trump lässt Columbus-Statue vor dem Weißen Haus errichten
Kolumbus zurück ins Weiße Haus: Die Statue, die 2020 gestürzt wurde

Am 4. Juli 2020, als halb Amerika nach dem Tod von George Floyd protestierte, rissen Demonstranten in Baltimore die Statue von Christoph Kolumbus nieder, die Ronald Reagan 1984 eingeweiht hatte, und warfen sie in den Hafen. Fünf Jahre später verlassen die geborgenen Teile des Denkmals ein Lager in Maryland mit Ziel der Südseite des Präsidentenkomplexes in Washington, nahe der E Street und nördlich der Ellipse, wie The Washington Post berichtete. Die Rekonstruktion eines zerstörten Monuments wird damit zur Staatspolitik – und nicht etwa aus archäologischen Gründen.

Was über den Transport der Statue nach Washington bekannt ist

Der Unternehmer Bill Martin, einer der Initiatoren der Wiederherstellung, erklärte der Zeitung, das Monument werde «in den nächsten Wochen» aus dem Lager transportiert, wo es zerlegt lagerte. Es handelt sich nicht um einen neuen Guss: Das Stück wurde aus den im Hafen geborgenen Fragmenten rekonstruiert, finanziert durch eine Mischung aus privaten Spenden, Mitteln gemeinnütziger Organisationen und staatlichen Zuschüssen. Dieses Detail ist wichtig, da es öffentliche und private Gelder in einer politisch aufgeladenen Operation vermischt.

Auch der Standort ist nicht neutral. Die Südseite des Geländes zwischen der E Street und der Ellipse ist einer der am stärksten frequentierten institutionellen Orte der Hauptstadt. Dort eine Figur aufzustellen, die vor fünf Jahren im Hafenschlamm landete, ist eine kalkulierte Botschaft, keine bloße städtebauliche Dekoration.

Ein Signal an die konservative katholische Basis

Eine weit verbreitete Deutung besagt, dass sich der Schritt nicht an spanischsprachige Wähler richtet, sondern an die Knights of Columbus (Ritter des Kolumbusordens), eine katholische Bruderschaft mit erheblichem Einfluss auf die US-amerikanische konservative Rechte. Für diese Basis fungiert der Admiral als Symbol des Christentums gegen ideologische Neuinterpretationen der Geschichte.

Die politische Historie passt zu dieser Hypothese. 2020 verurteilte Trump die Entfernung und Zerstörung von Kolumbus-Statuen im ganzen Land. Ein Jahr später nahm er ihn in eine Executive Order auf, um einen National Garden of American Heroes zu schaffen, der Figuren würdigt, die laut Text den «amerikanischen Geist der Kühnheit und des Widerstands» verkörpern. 2025 stellte er die Feierlichkeiten zum Columbus Day wieder her und ordnete das Hissen der Flagge an öffentlichen Gebäuden an, mit dem Aufruf, den Tag zu Ehren des «ursprünglichen amerikanischen Helden, eines Giganten der westlichen Zivilisation», zu begehen. Hier steckt weniger Improvisation dahinter, als der Lärm vermuten lässt.

Woher kam Christoph Kolumbus wirklich?

In den USA lautet die Antwort einfach: Ein Italiener, der Amerika entdeckte. Das Problem ist, dass Italien 1492 kein Land war; die Erzählung hält außerhalb des Klassenzimmers kaum stand. Dass er aus Genua stammt, ist gut dokumentiert; der Sprung zu «Italiener» ist jedoch groß.

In Spanien laufen die Diskussionen anders. Man verteidigt seinen katalanischen Ursprung, den galicischen – mit Don Pedro Madruga als häufig genanntem Kandidaten, gestützt auf populäre Behauptungen fragwürdiger akademischer Nachvollziehbarkeit – sowie einen jüdischen Hintergrund. In keinem Brief oder Schriftstück des Seefahrers selbst findet sich eine klare Spur italienischen Einflusses, was alle Theorien nährt, aber keine widerlegt.

Wer bezahlte die Expedition: Kastilien, Aragonien und der Papst

Hier herrscht mehr Konsens, als es scheint. Das Unternehmen wurde mit Geld, Vorräten und Seeleuten der Kronen von Kastilien und Aragonien finanziert, die in einem Reich vereint waren. Ohne diese Finanzierung wäre der Admiral kaum über das Baden in der Wanne hinausgekommen. Seine Nationalität war eher nebensächlich, solange jemand zahlte.

Wiederholt wird auch ein Argument angeführt, das den Fokus verschiebt: Damals rührte niemand im Atlantik einen Finger ohne den Vatikan, und die Alexandrinischen Bullen gaben der Expansion rechtliche Deckung. Unter diesem Blickwinkel wären Spanien und Portugal Instrumente einer größeren Operation mit Rom am Steuer gewesen. Diese These verträgt sich schlecht mit der Schulbuchversion, erklärt aber, warum das Monument auf beiden Seiten des Atlantiks Anstoß erregt.

Ein unbequemes Symbol für beide Lager

Für einen Teil des konservativen Spektrums erfüllt die Statue eine Grundfunktion: Sie ärgert jene, die seit Jahren Monumente stürzen, und entschärft zugleich die «Schwarze Legende» (leyenda zaina). Dass Washington die Figur ohne Nennung Spaniens reklamiert, ist ihnen egal; das Ziel ist der Aufschrei.

Für die andere Seite beschönigt die Geste eine koloniale Vergangenheit und bedient direkt die sogenannte Anti-Proge-Agenda. Manche erinnerten daran, dass Kolumbus von der Krone selbst seines Amtes enthoben wurde, was die Ehrung zu einem Akt selektiver Sympathie macht. Andere wiesen auf das finanzielle Detail hin: Die Rekonstruktion wurde teilweise aus Bundeszuschüssen bezahlt.

Das Originalmonument war auch nie ein neutrales Objekt. Reagan weihte es 1984 in Baltimore ein, einer Stadt, die es nach Protestwellen aus dem öffentlichen Raum entfernte; Ähnliches geschah in Boston, Richmond oder Saint Paul. Die neue Version reist aus Maryland mit derselben Last und einem anderen Verpackungspapier.

Die Kalenderzahlen sind, was sie sind. Die Statue wurde einmal errichtet, landete im Hafenschlamm und strebt nun danach, wenige Meter vom Ort entfernt eingeweiht zu werden, wo Gesetze unterzeichnet werden. Bemerkenswert ist nicht ihre Rückkehr. Bemerkenswert ist, dass ihr Comeback als denkmalpflegerische Entscheidung dargestellt wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (259 Antworten).

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