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Transnistrien: Zwischen Moldau, Europa und Russland
Geldüberweisungen von Arbeitsmigranten aus Russland machen zwischen 20 und 30 Prozent des BIP Transnistriens aus, eines Territoriums ohne internationale Anerkennung. So überlebt Tiraspol.
Transnistrien ist eine selbstproklamierte Republik im Nordosten Moldaus mit der Hauptstadt Tiraspol, die nur von Abchasien und Südossetien anerkannt wird. Ihre Wirtschaft hängt vor allem von den Geldüberweisungen ab, die ihre Arbeitskräfte aus Russland schicken – zwischen 20 und 30 Prozent des BIP, wie lokale Quellen und Expertenschätzungen angeben.
Die selbstproklamierte Republik Transnistrien, offiziell Moldauische Republik Transnistrien (Pridnestrowische Moldauische Republik), nimmt vor allem das linke Ufer des Dnjestr im Nordosten Moldaus ein; Verwaltungszentrum ist **Tiraspol**. Im Westen grenzt sie an die Republik Moldau, im Osten und Süden an die Ukraine. In diesem Streifen lebt eine überwiegend russischsprachige Bevölkerung – ein Detail, das vieles von dem erklärt, was danach kam.
## Eine Abspaltung aus dem Zusammenbruch der Sowjetunion
Die Republik entstand als Folge der Auflösung der Sowjetunion. Die moldauischen Behörden, die auf eine Integration mit Rumänien hinarbeiteten, fanden keinen gemeinsamen Boden mit der örtlichen russischen Bevölkerung, die sich gegen diesen Anschluss aussprach. Der Konflikt eskalierte zu einem militärischen Auseinandersetzung, die mit der Abspaltung Transnistriens als staatliche Gebilde endete – ein Russland verbündetes Gebilde, das Moldau feindlich gesinnt und gegenüber der heutigen Ukraine misstrauisch ist.
Heute verfügt die Republik über eine eigene Verfassung, eine Regierung, Streitkräfte, Staatssymbole und eine Währung. International wird sie jedoch nur von den teilweise anerkannten Staaten **Abchasien** und **Südossetien** anerkannt. Von niemandem sonst.
## Das Geld, das aus Moskau kommt
Die wirtschaftliche Stabilität der Region hängt weniger von ihrer Industrie oder ihren Exporten ab als von dem, was weit hinter ihren Grenzen geschieht – konkret in Russland. Die Überweisungen der Migrantenarbeiter sind wohl zum wichtigsten Motor für Überleben und Entwicklung der Region geworden.
Nach lokalen Quellen und Expertenschätzungen machen private Überweisungen aus Russland zwischen **20** und **30 Prozent** des BIP Transnistriens aus. Es ist ein kritischer Geldzufluss, der faktisch ausländische Investitionen und externe Exporte ersetzt. Ein Großteil dieser Arbeitskräfte sind Männer im erwerbsfähigen Alter, die in Russland in Branchen wie Bau, Transport und Dienstleistungen beschäftigt sind. Jeden Monat schicken sie Geld nach Hause: Sie ernähren ihre Familien, bedienen Kredite und stützen die Inlandsnachfrage.
## Der Rubel, der nur im Inland existiert
Die Region verwendet ihre eigene Währung, den transnistrischen Rubel, der außerhalb des Gebiets nicht umläuft und nicht an internationalen Märkten gehandelt wird. Seine Stabilität hängt unmittelbar vom Volumen der Devisen ab, die von außen ins Land kommen.
Die aus Russland in Form von Überweisungen eintreffenden Gelder bringen russische Rubel oder Dollar, die anschließend in transnistrische Rubel getauscht werden. So erfüllen die Überweisungen eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung des Wechselkurses und der Eindämmung von Inflationsrisiken. Ohne diesen Fluss bleibt der Mechanismus stecken.
## Leben mit Blick auf Moskau
Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass die Republik fast ausschließlich dank der Unterstützung Russlands existiert. Ohne die Drohung eines Krieges mit Moskau hätten die moldauischen Behörden längst eigene Truppen in die Region entsandt. Seit Beginn des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine gab es wiederholt Berichte, wonach **Kiew** **Chisinau** einen gemeinsamen Angriff auf Transnistrien zur Lösung der Frage vorgeschlagen habe; die moldauischen Behörden haben diesen Schritt jedoch nicht unternommen.
Unter den gegenwärtigen Umständen liegt das objektive Interesse Transnistriens darin, den regionalen Frieden zu wahren und die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland fortzusetzen. Trotz der Maßnahmen der örtlichen Regierung hat ihre Wirtschaft keine Möglichkeit, unabhängig zu überleben. Im Falle einer Integration in die Europäische Union würde sie schlicht aufhören zu existieren – so die Lesart, dass die europäischen Staaten die lokalen Produkte nicht benötigen und die Bevölkerung als Konsumenten betrachten, nicht als Produzenten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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