Zwei rechte Wähler wollen bei Spaniens Wahl am 29N zu Hause bleiben

Zwei rechte Wähler in Spanien planen, am 29N aus Misstrauen gegenüber Politikern nicht zu wählen. Die Debatte: Begünstigt die Enthaltung die PSOE, oder ist sie Konsequenz?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zwei rechte Wähler wollen bei Spaniens Wahl am 29N zu Hause bleiben
Die Enthaltung der Rechten, die über den 29N entscheiden könnte

Zwei Personen. Das ist die gesamte Stichprobe, auf die sich die These stützt, mit der die Diskussion eröffnet wird: zwei ideologisch rechte Bekannte, die vor Monaten noch daran interessiert waren, VOX eine Chance zu geben, sich aber entschieden haben, am 29. November zu Hause zu bleiben, weil "alle Politiker schlecht sind". Die Diagnose lautet, dass sie nicht Teil eines Wandels sein wollen – lieber den bekannten Übel als den unbekannten. Und die Warnung in Großbuchstaben: Der Wandel kommt nicht von allein.

Die Anekdote stößt jedoch sofort auf die Statistik. Zwei Personen sind eine so breite Stichprobe, dass jedes Meinungsforschungsinstitut schließen könnte, und mit elementarem Skeptizismus wird daran erinnert, dass sich auf dieser Basis nichts halten lässt. Diesen beiden Fällen hält ein anderer Teilnehmer seine eigene Zählung entgegen: 33 Personen, die noch nie gewählt haben und diesmal eine Stimme abgeben wollen. Der Anekdotenkrieg ist eröffnet, und keiner gewinnt ihn.

Warum die Enthaltung der Rechten keine neutrale Stimme ist

Das am häufigsten wiederholte Argument ist elementare Arithmetik: Zu Hause zu bleiben zieht nichts ab, sondern rechnet dem Gegner zu. Die Enthaltung begünstigt die PSOE, wird mit der Bestimmtheit behauptet, die keinen Raum für Nuancen lässt – daher das Beharren darauf, zur Wahl zu gehen, auch mit zugehaltener Nase. Die erklärte Priorität ist weniger das Programm als der Sturz der aktuellen Regierung.

Manche gehen weiter und behaupten, der echte rechte Wähler misstraue VOX und verachte die PP, weil er sie für eine blaue Linke halte, werde aber diesmal trotzdem wählen, weil er eine größere Dringlichkeit erkenne. Die Rechnung ist einfach: Mehr als 6.000.000 PP-Wähler und mehr als 3.000.000 VOX-Wähler ergeben eine Masse von neun Millionen, die kaum zusehen wird.

Das Gegenangebot derer, die niemanden wählen wollen, ist die ungültige Stimme: Man geht zur Wahl, erfüllt die Formalität und unterstützt keine Kandidatur. Wer sie verteidigt, stellt sie als Akt der Konsequenz dar, nicht des Desinteresses.

Die Enttäuschung macht keinen Unterschied zwischen Parteibuchstaben: von "alle sind gleich" bis "keine Überzeugung"

Das Missfallen ist nicht auf eine Seite beschränkt. Es wird ein Bild beschrieben, in dem weder die Rechte noch die Linke für irgendetwas Überzeugung haben, und die Lage wird mit dem Stierkampf ohne Cape und Degen verglichen. Die einzige Motivation, die dem Berufspolitiker zugeschrieben wird, sind Geld und die Kontakte, die er im Laufe seiner Karriere sammelt.

Das Misstrauen hat ein Gedächtnis. Es wird daran erinnert, dass die PP von Mariano Rajoy von 2011 bis 2019 regierte, ohne – dieser Darstellung zufolge – auch nur ein einziges ideologisches Gesetz der vorherigen Periode zurückzunehmen; Beispiele werden aufgezählt: die Mehrwertsteuererhöhung von 16% auf 18% und dann auf 21%, angeblich "temporär", oder das Bestehen des Abtreibungsgesetzes. Die Schlussfolgerung: Versprechen und nicht halten ist der Nationalsport.

Dazu kommt der Verdacht gegen den Mechanismus selbst: Wenn es Themen gibt, über die nicht abgestimmt werden kann, und Programme ohne Konsequenzen gebrochen werden, so das Argument, verliert das Wahlrecht seinen Sinn. Die Antwort auf diesen Einwand ist die übliche: In der Politik handelt man mit dem, was existiert, nicht mit dem, was existieren sollte.

Der 29N und der Stimmzettel als unvollkommenes Werkzeug

Die eigentliche Frage ist, ob die Wahl noch etwas bringt. Wer die Enthaltung als Konsequenz verteidigt, erinnert daran, dass die Demokratie teuer erkämpft wurde und dass Nichtwählen dieses Recht verschwendet. Wer das Gegenteil vertritt, antwortet, dass der Wandel nicht kommt, indem man einen Zettel in ein Glas wirft, und dass das aktuelle System keine volle Souveränität ist.

Zwischen beiden Extremen kursiert die weniger epische These: Wählen garantiert nichts, aber nicht wählen garantiert, dass andere entscheiden. Das Datum des 29. November dient als Erinnerung daran, dass die Enthaltung in einem Umfeld knapp gegeneinander stehender Blöcke aufhört, eine sarracena Haltung zu sein, und zu einem arithmetischen Faktor wird.

Wie viele dieser enttäuschten Wähler werden schließlich die Tür des Wahllokals durchschreiten, und wie viele bleiben auf dem Sofa? Keine Umfrage hat die Antwort – schon gar keine mit zwei Personen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

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