Fünf Regionen verzeichnen Rückgang bei Buchungen trotz Rekordtourismus
Der spanische Tourismus kühlt sich ab. In fünf Autonomen Gemeinschaften stagnieren die Buchungen, und die Hochsaison zeigt erste Risse dort, wo es früher nur Wartelisten gab. Es fehlt nicht an Besuchern: Die Ankommenden geben weniger aus, vergleichen mehr und denken zweimal nach. Der wöchentliche Buchungsbericht, erstellt mit Daten von TravelgateX und verbreitet durch Hosteltur, relativiert die eigene Schlagzeile: Das Wachstum geht weiter, über 5%. Verlangsamen heißt nicht fallen lassen. Trotzdem ist das Gefühl an der Küste ein anderes.
Warum bremst der Tourismus, wenn mehr Besucher denn je kommen?
Weil beides gleichzeitig wahr ist, und darin liegt das Problem. Spanien empfing im ersten Halbjahr 42,5 Millionen internationale Touristen, ein Anstieg von 13,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Stadt Córdoba übertrifft bereits die Zahlen vor der Pandemie, und die Provinz knackt die Millionengrenze bei den Übernachtungen. Landhäuser in der Provinz sind am verlängerten Wochenende fast ausgebucht. Mit diesen Fakten klingt von einem Einbruch zu sprechen wie eine Übertreibung.
Und doch gibt es vor Ort seltsame Phänomene. An der Costa Brava laufen die Wochenenden gut, aber unter der Woche stehen Parkplätze leer, wo es früher keinen Platz für ein Motorrad gab. In Castellón erreicht die Frequenz nicht einmal die Hälfte des Vorjahreswerts. Wetterwarnungen färben die Karte weiterhin schwarz, und diese Propaganda, so wird argumentiert, ist das Einzige, was kein Ende nimmt. Nationaler Rekord, lokale Wüste.
Der Preis eines Zimmers und der von Churros
Hier liegt der Knackpunkt. Ein Zimmer für 300 Euro lässt mehr Marge als drei für 100: geringere Kosten, weniger Personal, dasselbe Bett. Die Branche hat dies erkannt und wendet es genau dort an, wo früher Schlangen standen. Wer ohne Planung übernachten will, findet Pensionen für 150 Euro, wo man früher 40 zahlte. Churros kosten so viel wie Beluga-Kaviar, und eine Jahrmarktattraktion, die eine Minute dauert, kostet vier Euro.
Die Rechtfertigung der Hoteliers ist immer dieselbe und teilweise berechtigt: die Löhne. Eine im Netz kursierende Berechnung beziffert die tatsächlichen Kosten für die Reinigung eines Zimmers. Bei einem Bruttogehalt von 1.500 Euro inklusive Sozialversicherung, elf Arbeitsmonaten und 22 Tagen pro Monat liegen die täglichen Kosten bei etwa 113 Euro; verteilt auf 15 Zimmer pro Tag bleiben pro gereinigtem Zimmer rund 7,52 Euro. Die vollständige Aufstellung würde eine weitere Diskussion erfordern. Teuer, ja. Sind 150 Euro wirklich teuer? Da stimmt etwas nicht ganz.
Der Arbeitsmarkt warnt vor den Buchungen
Das erste Warnsignal kam nicht von den Betten, sondern von den Verträgen. Der Jobabbau im Juli ist der schlimmste seit über 20 Jahren, und der angeführte Grund ist, dass die Gastronomie nicht so stark zog wie in anderen Jahren. Wenn der Sektor, der halb Spanien im Sommer trägt, aufhört, massenhaft einzustellen, wird die Verlangsamung von einer Schlagzeile zu einem unbequemen Faktum.
Ferienwohnungen gegen Hotels: die Verteilung des Kuchens
Es gibt einen Fingerzeig auf den Schuldigen: die Ferienvermietung. Ihr unkontrolliertes Wachstum soll laut Stimmen aus der Branche die Zahlen des Hotelsektors im Vergleich zum Vorjahr drücken. Ohne Nuancen ist diese Aussage irreführend: Der Tourist, der in einer Wohnung schläft, ist nicht weggeblieben, er hat nur die Tür gewechselt. Er gibt weniger für Dienstleistungen aus, isst im Supermarkt und fährt Fahrrad. Das Billigmodell, mit Erlaubnis der Plattformen.
Auf Mallorca geht die Debatte in eine andere Richtung, und es entsteht ein Konsens: Lieber weniger Leute mit höherem Ausgabenprofil als Massen, die vom Flugzeug steigen, um sich zu betrinken, und gehen, ohne ein Museum zu betreten. Das am häufigsten wiederholte Argument zugunsten des Massentourismus, popularisiert vom Ökonomen Gonzalo Bernardos, erinnert daran, dass heute die Mittel- und Arbeiterklasse reist und dass es keine Menschenmassen an Denkmälern gab, als nur die Reichen reisten. Stimmt. Und es stimmt auch, dass die jetzigen Reisenden jeden Euro genau betrachten.
Hinzu kommt ein Hintergrundrauschen, das nicht hilft: In mehreren europäischen Ländern zirkulieren Kampagnen und Narrative, die davon abraten, Spanien als Reiseziel zu wählen, wobei Preise, Überfüllung und eine zunehmend hitzige öffentliche Diskussion vermischt werden. Der Tourist liest, vergleicht und wechselt manchmal die Karte.
Tourismus, der jene verdrängt, die das Land tragen
Der Schlussstrich wird durch die Arbeitsmarktlage gezogen. Eine Wirtschaft, die auf Gastronomie und Bauwesen ausgerichtet ist, konkurriert schlecht um Talente: Einen Junior-Ingenieur für weniger als 28.000 Euro findet man nicht mehr, und kleine Ingenieurbüros, die noch 1.500 Euro für fünf Jahre Erfahrung boten, schauen ratlos zur Tür hinaus. Die am häufigsten gestellte Diagnose ist unbequem: Der Tourismus hat Teile der qualifizierten Arbeitskräfte verdrängt, die das Land selbst finanziert hat, und wenn in einigen Jahren Ärzte und Ingenieure fehlen, werden Gastronomie und Bauwesen weiterhin unantastbar sein. Dies lässt sich nicht mit einer Promotion-Kampagne beheben.
Bei den aktuellen Preisen und Gehältern ist es wahrscheinlich, dass sich die Abkühlung festigt und sich weitere Regionen der Liste anschließen. Mit Vorbehalt: Wenn die Beschäftigung in der Gastronomie schlagartig steigt und ausländische Besucher ihr Rekordtempo halten, könnte sich die Verlangsamung als bloße saisonale Anpassung herausstellen. Niemand garantiert diese Prognose.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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