Tierschutzgesetz: 10.000 Euro Bußgeld für Hund vor dem Laden

Das neue Tierschutzgesetz in Spanien sieht bis zu 200.000 Euro Strafe für nicht tierärztlich behandelte Exoten und 10.000 Euro für Hunde an der Ladentür vor.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tierschutzgesetz: 10.000 Euro Bußgeld für Hund vor dem Laden
Bis zu 200.000 Euro für Papageien, 10.000 Euro für den Hund vor der Tür

Ein Hund, der am Pfosten einer Bäckerei angebunden ist, während sein Herrchen Brot kauft, hat nun einen Preis. Das spanische Tierschutzgesetz (Ley de Bienestar Animal) sieht Sanktionen von 10.000 Euro vor, wenn ein Tier außerhalb eines Geschäfts zurückgelassen wird, und bis zu 200.000 Euro, wenn man Papageien, Wellensittiche oder Landschildkröten ohne tierärztliche Versorgung hält. Zum Zeitpunkt dieser Diskussion war die vollständige Liste der legalen Heimtiere noch nicht veröffentlicht, sodass viele Besitzer nicht wissen, ob ihr geerbtes Haustier ein Gefährte oder eine Akte ist. Manche argumentieren, dass die meisten dieser Bußgelder nie vollstreckt werden. Der Text bleibt jedoch gültig.

Was das Gesetz bestraft: vom angebundenen Hund bis zum nicht registrierten Wellensittich

Der Katalog der Sanktionen ist umfangreich und mit Beträgen, die wie ein Jahresgehalt klingen. Den Hund vor einem Geschäft anzubinden, während man einkauft: 10.000 Euro. Es zuzulassen, dass eine Katze unkontrolliert trächtig wird: fällt ebenfalls unter die Norm. Besitz von exotischer oder wilder Fauna ohne ordnungsgemäße veterinärmedizinische Dokumentation: bis zu 200.000 Euro, die meistzitierte Zahl, die niemand so recht glauben will. Auch die Tötung des Tieres bleibt nicht verschont, im Material mit einer Sanktion von 50.000 Euro beziffert.

Hinzu kommt eine häusliche Pflicht, die viele überrascht: Der Hund darf nicht länger als 24 Stunden allein gelassen werden. Und eine weiterhin offene Frage: die endgültige Liste der erlaubten Arten. Solange diese fehlt, weiß der Besitzer eines geerbten Wellensittichs nicht genau, gegen was er verstößt, aber er weiß, dass er es kann.

Warum konzentriert sich das Gesetz auf Halter, deren Katzen trächtig werden?

Weil der Strom häuslicher Würfe dasselbe System füttert, das später die Tierheime überflutet. Bei Tausenden von Katzen und Hunden, die in Schutzorganisationen warten, wird die Zucht zu Hause keine rein private Entscheidung mehr: Jeder nicht vermittelte Wurf auf der Straße wird durch Spenden und Ehrenamtliche getragen. Dies ist das Argument, das bei den Befürwortern des Gesetzes am meisten Gewicht hat.

Der Einwand kommt von der anderen Seite und ist ebenso kategorisch: Die Trächtigkeit eines Tieres als Verstoß zu werten, bedeutet, das Gesetz ins Wohnzimmer zu lassen. Es geht darum, das Geschehen innerhalb eines Haushalts aufgrund eines Verdachts zu kontrollieren. Die beiden Positionen sind nicht vereinbar, da sie nicht über dieselbe Sache sprechen: Die eine diskutiert kollektive Verantwortung, die andere Eigentumsrechte.

Darf man mit dem Hund in den Supermarkt?

Ja, es sei denn, das Geschäft verbietet es an sichtbarer Stelle. Dies ist die am wenigsten diskutierte Kehrseite, die Einkaufsgewohnheiten ändern könnte. Hier kreuzen sich Schilder: „Hunde verboten“ und „Keine Kartenzahlung“. Ein Geschäft mit beiden Schildern verliert doppelt, nach der wiederholten Logik.

Die Ablehnung kommt nicht nur von Nicht-Halter. Einige Besitzer wollen ihre Hunde nicht in Läden führen: Sie sehen sie draußen oder im Auto ruhiger als zwischen Beinen und Einkaufswagen. Andere warnen vor hygienischen Problemen, wenn ein Tier die Lebensmittelabteilung beschnuppert. Und eine Gewissheit: Wenn genug Kunden mit Hunden kommen, lohnt sich das Verbotsschild nicht mehr.

Kastration von Katzenkolonien und der unbeachtete Effekt

Straßenkatzenkolonien, die von Ehrenamtlichen betreut werden, wurden kastriert, inklusive Hütten, Futter und Tierarzt. Das mittelfristige Ergebnis, das in einigen Städten beobachtet wird, ist unbequem: Ohne Generationenersatz altern und sterben die Katzen, und dort, wo sie jagten, herrschen nun Ratten. Die Schlussfolgerung lautet, dass die Kontrolle einer Tierpopulation Konsequenzen hat, die Jahre später und kaskadenartig eintreten.

Abschreckende Geldstrafe oder versteckte Steuer?

Tierhaltung kostet Geld, bevor überhaupt eine Sanktion droht. Im Material wird die Berechnung eines Haushalts mit vier Hunden angeführt: 90 Euro Tierarztkosten pro Besuch und etwa 100 Euro monatlich für Futter. Eine Drohung von 10.000 Euro wegen Improvisation hinzuzufügen, ändert die Debatte: Man spricht nicht mehr über das Wohlbefinden des Tieres, sondern darüber, ob die Norm als versteckte Gebühr funktioniert.

Die berechtigte Zweifel liegt in der Anwendung. Die Beträge werden mit dem Durchschnittsgehalt und den Kosten anderer Verwaltungsstrafen verglichen, und die wiederholte Schlussfolgerung ist, dass niemand in einem Dorf einen Wellensittich jagen wird. Das hindert jedoch nicht daran, dass jemand mit einem offenen Verfahren mit einer Summe konfrontiert wird, die er nicht zahlen kann.



Der Fall, der den Kreis schließt, betrifft eine 16-jährige Katze, die nie das Haus verlassen hat und seit acht Jahren weder geimpft noch gechippt ist. Mit dem Gesetzestext in der Hand wird ihr Besitzer zum Übeltäter mit Bußgeldern, die im Material auf bis zu 50.000 Euro geschätzt werden. Das Tier hat nie die Straße betreten. Das Gesetz unterscheidet auch nicht danach.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (201 Antworten).

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