Peruanerin in Spanien: Trotz unbefristetem Job keine Wohnung
Reicht ein unbefristeter Arbeitsvertrag und ein Gehalt von 1.200 Euro, um in Spanien eine Wohnung zu mieten? Für Darenka Vergara, die 21-jährige Peruanerin aus Narón (Ferrol), lautet die Antwort nein. Seit drei Monaten sucht sie nach einer eigenen Wohnung für sich, ihre Mutter und ihre Schwester und stellt fest, dass ihr Status als Ausländerin ihr viele Türen verschließt. „Ich habe mein Gehalt und verdiene 1.200 Euro im Monat, aber wenn ich anrufe und meinen Akzent hören, beginnen die Probleme“, erzählt sie resigniert.
Von Arequipa nach Narón: Ausbildung, Praktikum und unbefristeter Vertrag
Darenka kam im Sommer 2022 zusammen mit ihrer Schwester aus Arequipa in die Region Ferrol, um ihre Tante und ihren Cousin in Narón wiederzusehen. In Peru studierte sie Elektrotechnik, entschied sich jedoch aufgrund der Schwierigkeiten bei der Anerkennung der Studienleistungen für eine Berufsausbildung am Krankenhaus Leixa. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Gleichstellungsbeauftragten und erhielt nach einem Praktikum bei der Organisation Movilidad Humana dort auch eine Anstellung. Im Juli begann sie mit 680 Euro monatlich; seit August erhält sie 1.200 Euro und hat einen unbefristeten Vertrag.
In der Wohnung in Narón leben fünf Personen zusammen – ihre Tante, ihr Cousin, ihre Schwester, ihre Mutter und sie selbst –, weshalb das Wohnzimmer zum Schlafzimmer umfunktioniert werden musste. „Es ist Zeit, dass wir uns selbstständig machen, denn ich habe mein Einkommen und meine Mutter ebenfalls“, erklärt sie. Ihre Mutter betreut zwei ältere Menschen ohne offiziellen Vertrag und wartet auf die Gewährung des Asyls.
Miete verdreifachen, zwei Jahre Betriebszugehörigkeit und weitere Anforderungen
Mit zwei Einkommensquellen glaubte Darenka, keine Probleme haben zu würden, etwas „Anständiges“ für die drei zu finden. Nach fast drei Monaten Suche und mehreren Absagen sagt sie: „Für 400 Euro gibt es kaum etwas, und was verfügbar ist, befindet sich in schlechtem Zustand. Die Wohnungen für 500 Euro, die mir gefallen haben, wollte man mir nicht vermieten.“ Die genannten Gründe: Ihr Gehalt sei nicht hoch genug, da sie das Dreifache der Miete verdienen müsste, oder es werde ein Vertrag mit mindestens zwei Jahren Betriebszugehörigkeit verlangt. Zudem herrsche Misstrauen, weil ihre Schwester und ihre Mutter noch keinen regulären Aufenthaltsstatus hätten.
Die junge Frau berichtet, dass sie manchmal ihren spanischen Freund bittet, wegen der Wohnungen anzurufen. „Aber wenn wir dann vor Ort sind und erfahren, dass ich, meine Mutter und meine Schwester einziehen sollen, ändert sich ihre Haltung“, sagt sie. Sie erinnert sich auch an einen Vermieter, der ihr Gehalt als „riskant“ einstufte, weil sie projektbezogen arbeite: „Jetzt hatte ich einen Job, aber vielleicht morgen nicht.“ In einem anderen Fall schickte sie ihren Vertrag und ihre Gehaltsabrechnung per WhatsApp, um ihre Bonität nachzuweisen, und wurde sofort blockiert.
Die Debatte: Diskriminierung oder Risikomanagement?
Diese Geschichte hat eine Debatte mit zwei klaren Lagern ausgelöst. Ein Teil argumentiert, dass das eigentliche Problem nicht der Akzent sei, sondern das Wohnraumgesetz und die langsame Räumungsklage-Praxis: Wenn ein Mieter nicht zahlt, dauert es Monate oder Jahre, bis der Vermieter seine Wohnung zurückbekommt, was dazu führt, dass er strenge Garantien verlangt. „Wenn man säumige Mieter innerhalb von drei Monaten räumen könnte, würde sich die Lage ändern“, fasst ein Teilnehmer zusammen. Andere weisen darauf hin, dass Darenkas Gehalt von einer subventionierten NGO stammt, was es abhängig von öffentlichen Mitteln macht und daher für Vermieter weniger stabil erscheint.
Am anderen Ende sehen einige in diesen Absagen Fälle von Herkunftsdiskriminierung. „Ich verstehe, dass Vermieter abgesichert sein wollen, aber ich bin es leid, immer gefragt zu werden, woher ich komme“, klagt Darenka selbst. Die Forderung, das Dreifache der Miete zu verdienen oder zwei Jahre Berufserfahrung nachzuweisen, sind Bedingungen, die, wenn sie pauschal angewendet werden, viele junge Menschen und prekär Beschäftigte ausschließen, unabhängig von ihrer Nationalität.
Der Kontext: Hohe Preise, knappe Angebote und ein angespannter Mietmarkt
Darenkas Fall ist kein Einzelfall. In vielen spanischen Städten und Regionen ist das Mietangebot gesunken, während die Preise steigen. Angesichts möglicher Mietausfälle verlangen Vermieter immer strengere Garantien: Gehälter, die das Dreifache der Miete abdecken, Bürgschaften, Mietausfallversicherungen oder unbefristete Verträge mit langer Betriebszugehörigkeit. Für Familien mit bescheidenem Einkommen ist es nahezu unmöglich, alle Voraussetzungen zu erfüllen.
Die Diskussion dreht sich auch um die Rolle von NGOs und subventionierten Arbeitsverträgen. Einige behaupten, dass diese Jobs nicht den Wohlstand generieren, den ein Vermieter als ausreichende Garantie ansieht. Andere erinnern daran, dass öffentlicher Wohnraum, falls vorhanden, nach Kriterien vergeben wird, die Neuankömmlinge auf dem Arbeitsmarkt oft ausschließen.
Darenka sucht weiter. Sie hat einen Job, ein Gehalt und einen unbefristeten Vertrag. Was sie nicht hat, ist eine Wohnung. Und währenddessen setzt der Mietmarkt weiterhin die Regeln: das Dreifache der Miete, zwei Jahre Betriebszugehörigkeit und, wenn möglich, soll jemand anderes anrufen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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