Tesla zeigt Roadster-Video mit Sprüngen über Autos

Tesla veröffentlicht Aufnahmen eines Roadsters, der über eine Reihe von Fahrzeugen springt, doch Physiker bezweifeln die Echtheit des Fluges.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tesla zeigt Roadster-Video mit Sprüngen über Autos
Tesla präsentiert Roadster, der über eine Reihe von Autos springt

Tesla hat Aufnahmen eines Roadsters veröffentlicht, der sich über eine Reihe von Fahrzeugen erhebt und, laut einer Begleitnachricht, in 0,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Das Video, das als Demonstration auf einem Testgelände in Texas präsentiert wird, zeigt den Sportwagen bei einem Sprung und einer Drehung in der Luft, bevor er landet. Die Szene hat die Debatte darüber neu entfacht, inwieweit diese Leistungen real oder reines Marketing sind.

Was das Video zeigt und was Tesla behauptet

Die von dem offiziellen Account des Unternehmens verbreitete Demonstration zeigt den Roadster, wie er vom Boden abhebt, über eine Reihe von Autos fliegt und dahinter landet. Tesla ergänzt die Bilder mit Informationen zur Batterie und der Antriebseinheit des Fahrzeugs, die laut Unternehmen ein Drittel leistungsstärker als die des Model S Plaid bei halber Masse ist.

Die Botschaft lautet: Das Auto beschleunigt nicht nur, es hebt auch ab und haftet an Oberflächen. Das Unternehmen hat keine technischen Spezifikationen für das vertikale Antriebssystem veröffentlicht und auch keine Produktionsdaten genannt. Was bisher vorhanden ist, sind lediglich ein Video und ein Versprechen.

Physikalische Berechnungen bezweifeln den Flug

Der stärkste Skeptizismus entspringt nicht dem Neid, sondern der Physik. Eine kursierende Berechnung besagt, dass man zum Anheben eines 1.500 kg schweren Autos mehr als 2.000 kg Schub und die Bewegung von etwa 2.000 Kubikmetern Luft pro Sekunde benötigen würde. Bei Industrieventilatoren, die 5.000 Kubikmeter pro Stunde bewegen, wäre ein 360-mal höheres Volumen erforderlich. Das Fazit dieser Analyse ist eindeutig: Mit Ventilatoren ist das nicht möglich.

Einige vermuten einen anderen Weg: eine Stahlschiene und einen starken Elektromagneten, um sich an der Wand festzuhalten. Andere weisen darauf hin, dass das Video eine gedämpfte Landung zeigt und keinen Start aus dem Stand, und dass der vollständige vertikale Aufstieg nur deshalb nicht gefilmt wurde, weil er wahrscheinlich nicht funktioniert oder sehr begrenzt ist.

Der Batteriewechsel, der nie kam

Das Misstrauen rührt nicht nur von diesem Video her. Vor mehr als einem Jahrzehnt präsentierte Tesla ein automatisches Batteriewechselsystem, das versprach, das Paket in wenigen Minuten zu ersetzen. In Harris Ranch (Kalifornien) wurde eine Pilotstation errichtet, die um 2015 eröffnet wurde und nur nach Terminvereinbarung zugänglich war. Die Nachfrage war sehr gering: Von hunderten Einladungen an Model S-Besitzer probierten nur wenige das System aus, und fast niemand kam wieder. Im Jahr 2015 erklärte das Unternehmen, dass die Leute den Batteriewechsel nicht interessant fanden, da die Superchargers (Schnellladestationen) schnell genug und kostenlos waren. Die Station wurde geschlossen.

Unterdessen betreibt das Unternehmen Nio in China seit über sieben Jahren Batteriewechselstationen. Den vorliegenden Daten zufolge verfügt es über fast 4.000 Stationen und führt täglich etwa 100.000 Wechsel durch, wobei die Zeit pro Vorgang etwas mehr als drei Minuten beträgt. Der Vergleich ist schmerzlich.

Verkehrssicherheit und reale Nutzung

Abseits des Spektakels sehen einige durchaus sinnvolle Anwendungen. Luftströme zur Kollisionsvermeidung, Saugkräfte, die das Auto bei mangelnder Bodenhaftung an den Boden pressen, oder die Fähigkeit, ein Hindernis zu überspringen, könnten als Elemente der aktiven Sicherheit integriert werden. Die extreme Beschleunigung hingegen scheint im täglichen Verkehr keinen Platz zu haben.

Das Problem ist, dass ein Auto, das springt und sich an Wände heftet, einen Fahrer erfordert, der in der Lage ist, drei Dimensionen zu steuern. Die meisten Menschen können nicht einmal zwei Dimensionen gut handhaben. Die Frage ist nicht, ob das Auto es kann, sondern ob jemand es auf einer öffentlichen Straße tun sollte.

Das Geschäft hinter der Show

Tesla verkauft nicht nur Autos: Es verkauft eine Marke und ein Erlebnis. Ein Sportwagen, der in weniger als einer Sekunde von 0 auf 100 beschleunigt und am Asphalt haftet, ergibt als Begehrensobjekt Sinn, genau wie ein Lamborghini oder ein Ferrari. Die springende Version wäre etwas für wenige Privilegierte. Die Idee ist, das Basismodell zu verkaufen, das bereits außergewöhnlich ist, und die Sprünge als Demonstration technologischer Kapazität zu nutzen.

Das Problem ist, dass jede Demonstration ohne Produktionsdatum die Glaubwürdigkeit untergräbt. Das Unternehmen hat die Ankündigung zu einem wiederkehrenden Genre gemacht. Und das Publikum beginnt nach Jahren der Versprechen zu unterscheiden, was gefilmt und was tatsächlich verkauft wird.

Angesichts dieser Hintergründe ist es ratsam, auf ein Datenblatt, einen Preis und ein Datum zu warten. Sollte der fliegende Roadster tatsächlich auf die Straßen kommen, wird es eine Nachricht sein. Bleibt er nur ein Video, wird es nur eine weitere Anekdote eines Unternehmens, das die Kunst beherrscht, Schlagzeilen zu generieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (167 Antworten).

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