Tecnocasa verlangt 3.000 € vom Käufer – nur für die Weitergabe eines Angebots

Ein Fall zeigt: 3.000 € plus MwSt., damit Tecnocasa das Angebot an den Eigentümer weiterleitet, plus 3 % Provision – fast 10 % des Preises einer Wohnung für 65.000 €.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tecnocasa verlangt 3.000 € vom Käufer – nur für die Weitergabe eines Angebots
Tecnocasa verlangt 3.000 € vom Käufer – nur für die Weitergabe seines Angebots

Zahlen, um zu kaufen. Bei den meisten Immobilienagenten zahlt der Käufer keinen Cent vor dem Notartermin; bei Tecnocasa hingegen muss man laut einem konkreten Fall 3.000 Euro plus MwSt. hinblättern, damit die Agentur sich überhaupt bereit erklärt, sein Angebot dem Eigentümer vorzulegen. Dieses Geld wird zudem bei der Unterzeichnung eines Vorvertrags (Arras-Vertrag) fällig, also unmittelbar vor der Beurkundung. Die Beschwerde, in einem Verbraucherforum veröffentlicht, beschreibt eine Praxis, die das übliche Muster der Branche durcheinanderbringt: besichtigen, anbieten und verhandeln, ohne vorher Maut zu zahlen.

Was man unterschreibt und was man mit den 3.000 Euro verliert

Der beschriebene Mechanismus: Der Interessent sieht sich die Wohnung an, unterbreitet ein Angebot, und die Agentur verlangt für dessen Weiterleitung die Zahlung. Zurückgezahlt wird nur, wenn Tecnocasa oder der Verkäufer abspringen. Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten bei den Klauseln des privaten Vertrags – was bei einem normalen Kauf üblicherweise mit einem Handschlag endet und jeder geht seiner Wege –, bleiben die 3.000 Euro plus MwSt. in der Kasse der Agentur. Der Käufer hat fürs Verhandeln bezahlt. Und für nichts, wenn die Verhandlung scheitert.

Darauf kommt noch die Provision obendrauf: 3 % auf eine Wohnung von 65.000 Euro, plus die anfänglichen 3.000 Euro. Die Rechnung des Betroffenen ergibt Gesamtkosten von nahezu 10 % des Kaufpreises für eine Wohnung, die wegen ihres Alters und Zustands eine Sanierung von Küche und Bad nötig macht. Das heißt: Die Maklerprovision frisst das Renovierungsbudget auf. Und wenn der Käufer die Hypothek über die eigene Agentur der Firma aufnimmt, kommt noch eine weitere Provision durch die Hintertür herein.

Die Erhöhung um 5.000 Euro, die alles verrät

Die Geschichte hat einen aufschlussreichen Höhepunkt. Nach dem Hin und Her steigt der Preis der Wohnung um 5.000 Euro, mit der Begründung, die Agentur leite diesen Betrag als Gefallen an den Kunden weiter, verzichte vorerst auf ihre Provision und unterschreibe nichts. Übersetzt: Der Käufer zahlt die Provision in den Preis eingebaut, ohne sie zu sehen und ohne Beleg. Ein Klassiker der Branche – hier mit dem Zusatz, dass er bereits 3.000 Euro für das Privileg hingeblättert hatte, dass sein Angebot überhaupt vorgelesen wurde.

Anzeigen ohne Quadratmeter, ohne Etage und ohne Aufzug

Die Kritik endet nicht beim Geld. Die Anzeigen lassen laut diesem Zeugnis grundlegende Angaben vermissen: Straßennummer, Etage, ob zum Innenhof oder zur Straße gelegen, Aufzug, Heizung und – das Wichtigste – die tatsächliche Wohnfläche. Bei der Besichtigung gibt es keinen maßstäblichen Grundriss. Die Agentur rechtfertigt ihre Gebühren mit Vertretungskosten und Webwerbung; der Käufer stellt fest, dass der Mehrwert schlicht fehlt. Manche nennen das eine Gesetzeslücke. Andere nennen es schlicht und ergreifend ein Geschäft.

Die überwiegende Antwort der Befragten ist eindeutig: Wenn der Käufer eine Provision zahlen soll, steht er auf und geht. Die Verkaufsprovision zahlt der Verkäufer, denn er beauftragt die Dienstleistung. Der Käufer zahlt nur, wenn der Auftrag darin besteht, für ihn eine Wohnung zu suchen. Und um den Zwischenhändler zu umgehen, gibt es alte und wirksame Methoden: die Nachbarn fragen, wer der Eigentümer ist, einen Grundbuchauszug beim Register anfordern und von Angesicht zu Angesicht verhandeln.

Bleibt die Frage, wie viele Abschlüsse dieses Modell noch verkraftet. Während Büros schließen und ein Teil des Marktes lernt, den Zwischenhändler zu meiden, lautet die Frage nicht mehr, ob der Käufer fürs Anbieten zahlen soll, sondern wie viel länger noch jemand das tun wird.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (13 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver