Taxilizenz für 140.000 € kaufen, um 900 € im Monat zu verdienen

Ein Madrider Taxifahrer rechnet aus: Wer seine Lizenz für 140.000 € kauft, behält monatlich 900 € netto. Die Zahlen gehen nicht auf: 12 Stunden täglich und sieben Jahre Schulden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Taxilizenz für 140.000 € kaufen, um 900 € im Monat zu verdienen
Taxilizenz kaufen: 140.000 Euro für 900 Euro im Monat

Ein Taxifahrer arbeitet seit zwei Monaten in der Nachtschicht in Madrid. Acht Stunden, zwischen 100 und 120 Euro Tageseinnahmen, und der Lizenzinhaber behält 60 %. Sein Plan: 80.000 Euro bei Aval Madrid (einem spanischen Bürgschaftsprogramm) über sieben Jahre leihen (1.150 Euro im Monat), 30.000 Euro Ersparnisse einbringen und 30.000 Euro einer bestehenden Hypothek übernehmen, um die Lizenz für 140.000 Euro zu kaufen und nicht mehr für andere zu arbeiten. Die Rechnung hat ein offensichtliches Loch, das er selbst zugibt: Um sie zu bezahlen, müsste er mindestens 12 Stunden täglich arbeiten.

Die komplette Rechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt und mit dem Augusteinbruch, lässt einen Rand, der nicht einmal für Sonnenblumenkerne reicht. Er gibt es selbst zu: Mit 900 Euro netto im Monat wäre er zufrieden.

Was man mit einer Taxilizenz in Madrid wirklich verdient

Die Ausgangseinnahmen liegen bei 100-120 Euro in acht Nachtstunden, in zwei Monaten nur an fünf Tagen darunter. Gearbeitet werden 22 Tage im Monat, außer im August, da nur 15. Daraus ergeben sich zwischen 2.200 und 2.640 Euro brutto im Monat in einem normalen Monat. Das Problem: Diese Zahl gehört dem Auto, nicht der Tasche. Sprit, Pannen, Wartung eines Fahrzeugs ohne Pause, Selbstständigenabgaben, Versicherungen und Steuern fressen einen großen Teil des Kuchens.

Der Protagonist selbst beziffert das Nettoergebnis mit eigener Lizenz auf **1.000-1.200 Euro wenn alles gut läuft**, und räumt ein, dass es auch nach unten ausschlagen kann. Die Rechnung, die die meisten Antwortenden machen, ist dieselbe: Wenn der Nettolohn den eines Angestellten kaum übersteigt, lohnt das zusätzliche Risiko nicht.

Die 60/40-Falle und der Preis der Lizenz

Die aktuelle Aufteilung wirkt auf den ersten Blick unverschämt: Der Lizenzinhaber bekommt 60 % für den Papierkram und das Auto. Aber diese 60 % zahlen auch die Investition von 140.000 Euro, das Fahrzeug und seine Kosten. Die Frage, die über dem ganzen Gespräch schwebt: Wie viel bringen diese 140.000 Euro anders angelegt? Wenn das Kapital überall sonst mehr abwirft, ist die Lizenz ein schlechter Kauf; wenn nicht, bleibt es ein Siebenjahreskredit mit übernommener Hypothek als Sicherheit.

Den unangenehmsten Punkt liefert die Bank: **Ohne Übernahme der Hypothek gibt es keinen Kredit**. Für die Kritischsten ist das der Beweis, dass die Lizenz als Vermögenswert nichts wert ist.

Uber, Google Car und die Zukunft der Lizenz

Die technologische Bedrohung zieht sich durch die halbe Diskussion. Das Aufkommen von Uber und autonomen Fahrzeugen könnte die Lizenz entwerten, bis sie nur noch ein wertloses Papier ist. In New York sollen Lizenzen, die einmal eine Million Dollar wert waren, nach dem Aufkommen der Plattformen auf rund 800.000 gefallen sein. In Madrid habe der Tiefpunkt vor ein paar Jahren bei etwa 100.000 Euro gelegen.

Der andere Weg ist der derer, die nicht selbst fahren wollen: Lizenz kaufen, einen zweiten Fahrer für die Komplementschicht einstellen und von beiden Hälften leben. Das Problem: Der zweite Fahrer verdient genauso schlecht wie der erste, und wenn der Markt schrumpft, sitzt der Lizenzinhaber mit der Hypothek auf dem Trockenen.



Mit diesen Zahlen gleicht der Kauf einer Taxilizenz in Madrid weniger einem Zukunftsplan als einer Hypothek mit Lenkrad. Wer sie verteidigt, spricht von freier Zeiteinteilung; wer sie ablehnt, von 140.000 Euro Schulden, um genauso viel zu verdienen wie jetzt – mit dem zusätzlichen Risiko, dass der Sektor dereguliert wird, bevor die Lizenz abbezahlt ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (39 Antworten).

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