Die Taufe des Kindes zweier Väter: Die Kirche entscheidet von Fall zu Fall
Die Taufe von Babys gleichgeschlechtlicher Paare ist der Fall, der die Debatte auslöst. Es gibt keinen neuen Ritus und keine allgemeine Dispens. Es gibt einen Pfarrer, ein Taufbecken und einen Kanon. Der Kanon 868 verlangt eine "begründete Hoffnung", dass das Kind katholisch erzogen wird, und ordnet an, das Sakrament zu verschieben, wenn diese Hoffnung völlig fehlt. Von da an ist alles Auslegung. Und wer auslegt, ist eine einzige Person: der Pfarrer der Gemeinde.
Was verlangt die katholische Kirche für die Taufe eines Babys?
Der kanonische Text erwähnt die sens Orientierung der Eltern mit keinem Wort. Ein Teilnehmer weist zudem darauf hin, dass die Norm zu einer Zeit verfasst wurde, als ein solches Szenario nicht einmal vorgesehen war, sodass die Antwort auf die Frage, ob das Kind zweier Väter getauft werden kann, nirgends in diesen Worten steht. Geschrieben steht nur das Kriterium: die vernünftige Erwartung einer Erziehung im Glauben.
Daraus ergeben sich zwei gegensätzliche Lesarten. Die eine vertritt die Auffassung, der Priester sei verpflichtet, jeden zu taufen, der es verlangt, ohne Rückfragen, und je mehr Getaufte, desto besser: das Sakrament als Seelenzähler. Die andere erwidert, der Ritus ohne jede Erwartung einer katholischen Erziehung zu spenden, entleere ihn vollständig und mache aus der Kirche etwas anderes.
Die Erbsünde, das Argument, das die Diskussion blockiert
Die zweite Front ist älter. Ein Teil vertritt die Ansicht, jedes Kind katholischer Eltern komme mit der Erbsünde zur Welt und die Taufe wasche sie ab: daher die Eile, so früh wie möglich zu taufen. Andere halten dagegen, die Erbsünde sei durch das Opfer Christi aufgehoben worden und die Taufe sei vor allem symbolisch; wer unschuldig geboren werde, brauche keine Erlösung. Der Streit wurde nicht mit Zitaten beigelegt, sondern mit Etiketten protestantischer Ketzerei und dogmatischer Unbildung.
Die dritte Front ist die Einwilligung. Jemanden einer religiösen Konfession zuzuordnen, bevor er vernunftfähig ist, so das Argument, bedeute für jemanden zu entscheiden, der nicht ablehnen kann. Die klassische Verteidigung ist die Firmung: eine Bestätigung im Erwachsenenalter, die die Tür zum Austritt offenlässt. Klingt auf dem Papier vernünftig. In der Praxis kommt, wer nicht zurückkommt, einfach nicht zurück.
Vom ländlichen Galizien zur Opus-Schule: Als das Hindernis nicht das Paar war
Die konkreten Fälle, die in der Diskussion auftauchen, betreffen keine homosenshomo Paare. Eine Person erzählt, dass ein Pfarrer die Taufe ihres Sohnes im ländlichen Galizien der 90er Jahre verweigerte, weil sie nicht beweisen konnte, dass sie es nicht wegen der Geschenke tat. An anderer Stelle derselben Erzählung erscheint das Gegenteil: Ein Priester taufte ihre Tochter geduldig, während das Mädchen versuchte, das Buch zu essen.
Und eine dritte Episode, von einem anderen Teilnehmer erzählt: ein Neffe, der die Erstkommunion machen musste, um in eine Opus-Dei-Schule aufgenommen zu werden, die die Firma des Vaters bezahlte. Reiner Formalismus. Dort war das Sakrament kein Glaube, sondern eine Anmeldung. Was zeigt, so die Erzählung, dass die Entscheidungsfreiheit des Pfarrers und die Zugangsbedingungen zu Bildungs- oder Sozialnetzwerken mehr wiegen als jede dogmatische Diskussion.
Die Taufe als soziale Formalität
Ein großer Teil der Sache erklärt sich ohne Theologie. Ein Atheist gibt zu, seine Kinder aus volkstümlichen Gründen und zur Freude der Großeltern taufen zu lassen. Und ein Teilnehmer erwidert, ohne Quelle zu nennen, dass "99,9 % der Menschen, die sonntags zur Messe gehen" es aus derselben sozialen Konvention täten. Dazu kommt die Diagnose einer Institution, der man stark sinkende Zahlen und einen Kursverlauf zuschreibt, der ins Pontifikat von Franziskus oder davor verortet wird.
So gesehen ist die Taufe des Kindes zweier Väter keine liturgische Revolution: Es ist dieselbe alte Verwaltung von Formalitäten, nur mit neuen Antragstellern. Was unbequem ist, ist nicht der Ritus. Es ist die Frage, wer auf dem Foto erscheint.
Als die Diskussion die Theologie verließ
Der Austausch wurde auch schäbig. Es gab Verallgemeinerungen über homosenshomo Menschen – darunter Behauptungen über psychische Gesundheit und Verhalten ohne jede wissenschaftliche Grundlage, die hier nicht wiedergegeben werden –, und es wurden konkrete Straftaten herangezogen, um zu argumentieren, die Adoption solle verboten werden. Der Mechanismus ist alt: ein Einzelfall, der zur Regel über eine ganze Gruppe erhoben wird. Keine Statistik trägt diesen Sprung.
Auf politischer Ebene wird behauptet, die Normalisierung folge einer Kalkulation; genannt werden offen schwule gewählte Amtsträger in rechten Parteien in Frankreich und Deutschland sowie zwei spanische Rechtsensrecht, denen ohne jeden Beleg Heuchelei unterstellt wird. Ohne Daten, die das belegen, ist es eine Hypothese, kein Befund.
Das geerbte Vorurteil, das am Ende auftaucht
Gegen Ende des Threads erscheint eine Familienerinnerung: eine ältere Frau, die ein Kind ausschimpft, weil es auf die Straße spuckt, mit einem antisemitischen Aberglauben, der per Tradition weitergegeben wurde – fünf Jahrhunderte nach der Vertreibung. Sie erinnert daran, woher die Institution kommt, die heute darüber streitet, ob sie das Taufbecken einem Baby mit zwei Vätern öffnet. Zweitausend Jahre[/B> an Neugründungen und Konzilien geben viel her.
Dort bleibt die Analyse stecken. Weder verboten noch verpflichtend: Ermessenssache. Es gibt kein öffentliches Register darüber, wie viele solche Taufen pro Jahr stattfinden, also weiß niemand, ob es ein Trend oder vier Fotos sind. Und die begründete Hoffnung hat bis heute keine operative Definition. Solange sie fehlt, wendet jeder Pfarrer die Lehre nach eigenem Ermessen und mit seinem eigenen Taufregister an.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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