Sturm auf die Guardia Civil Kaserne in Barbate

Über zwanzig Personen stürmen die Kaserne der Guardia Civil in Barbate und bedrohen die Beamten, einen Monat nach dem Doppelmord vom 9. Februar.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sturm auf die Guardia Civil Kaserne in Barbate
Mob stürmt Kaserne in Barbate und bedroht Guardia-Civil-Beamte

Am späten Nachmittag in Barbate. Eine Streife für öffentliche Sicherheit hält ein Fahrzeug an, das mit hoher Geschwindigkeit durch die Calle Ancha fährt. Vier Insassen steigen aus und beschimpfen die Beamten. Im Getümmel springt einer zurück ins Auto und rast davon, wobei er einen Guardia Civil überfährt. Eine halbe Stunde später drängen sich mehr als zwanzig Personen vor dem Kasernentor, treten und schlagen dagegen und fordern Einlass. Die unterlegenen Beamten verriegeln die Tür. Dann folgen die Drohungen: „Wir bringen euch um, wir haben Kriegswaffen… Ihr hättet dasselbe Schicksal verdient wie die am Hafen.“

Der Verweis ist kein Zufall. Am 9. Februar wurden zwei Guardia-Civil-Beamte im Hafenbereich der Gemeinde von einem Drogenboot gerammt und getötet. Die Angreifer erinnerten lautstark an diesen Doppelmord.

Wer stand vor der Tür und wen forderte Rechenschaft?

Die Gruppe, die bei den Dienststellen auftauchte, gehört laut Berichten zu einer mit dem Drogenhandel verbundenen Familienclan. Sie war dorthin gekommen, um Erklärungen zur Identifizierung eines ihrer Mitglieder wenige Stunden zuvor zu verlangen. Der Auslöser war eine routinemäßige Verkehrskontrolle, die mit der Flucht eines Autos und einem am Boden liegenden Beamten endete. Als die Guardia Civil die Absichten der Neuankömmlinge erkannte, schloss sie die Tore.

Der Rest folgt einem wiederkehrenden Muster. Die Beamten fühlten sich bedroht, zogen sich zurück, um Ermittlungen einzuleiten, und eine halbe Stunde später stand der Mob vor der Tür. Es war kein spontaner Ausrutscher eines Stadtviertels, sondern eine Machtdemonstration einer Organisation, die weiß, wo der Staat wohnt und wann er allein ist.

Der Sturm war nicht der erste: Vorbote vom 16. Februar

Sieben Tage nach dem Doppelmord tauchte ein anderer Clan in derselben Kaserne auf. Damals kamen zwei Familien, um eine Anzeige wegen Körperverletzung erstatten, was mit drei leicht verletzten Beamten und Sachschäden am Tor endete. Zwei Stürme innerhalb von elf Tagen auf dasselbe Gebäude zeichnen ein beunruhigenderes Bild als eine lokale Randnotiz: die zunehmend verbreitete Wahrnehmung unter den dort Arbeitenden, dass die Kaserne aufgehört hat, abschreckend zu wirken, und zum Zielobjekt geworden ist.

Was hat sich einen Monat nach dem Mord in Barbate geändert?

Wenig, so die Berufsvereinigung Jucil (Gewerkschaft der Guardia Civil), die erklärt, dass „sich nichts geändert“ habe und der Drogenhandel weiterhin die andalusische Küste beherrsche. Auch die institutionelle Reaktion stimmt wenig optimistisch: Der Innenminister lehnte einen Plan des Generalrats der Justiz (CGPJ) ab, die Guardia Civil im Kampf gegen den Drogenhandel zu verstärken. Und die neue Ausschreibung für Stellen bietet keine zusätzlichen Kräfte für Barbate: 27 weitere Guardia-Civil-Beamte für die gesamte Provinz Cádiz, die zwei Kommandobereiche umfasst. La Janda, Chiclana, Sanlúcar oder Sierra sehen ihre operativen Personalbestände nicht erhöht.

Hinzu kommt das politische Vakuum. Keine Fraktion im Parlament hat die Initiative für einen Untersuchungsausschuss ergriffen, der Verantwortlichkeiten für die Untätigkeit gegenüber den Banden klären soll, die den Drogenschmuggel kontrollieren. Das Thema hat keinen Eigentümer.

Überlastete Gerichte und eine Aktivität, die kein Straftatbestand ist

Der CGPJ hat eine Untersuchung zur Überlastung von 19 andalusischen Gerichten eingeleitet, nachdem ein Bericht den Druck durch den Drogenhandel und den Mangel an Ressourcen dokumentiert hatte: Manche Abteilungen bearbeiten viermal so viele Fälle wie vergleichbare andere. Und dann gibt es den Aspekt, den kaum jemand beachtet. Das Petaqueo – die Betankung von Drogenbooten – stellt lediglich eine Verwaltungsübertretung dar, kein Straftatbestand, und war angeblich die Tätigkeit mehrerer beschlagnahmter Boote.

Schusswechsel, 500 Kilo in Barcelona und ein Gesuchter in Tanger

Die Häufung von Vorfällen unterstützt nicht die Erzählung von Normalität. Zwei Banden lieferten sich ein Feuergefecht auf der Autobahn zwischen Jerez und Sanlúcar; bei einem weiteren Drogenfund in Jerez stellte die Polizei 30 Haschischballen sicher; fünf Drogenboote rammten ein Patrouillenboot des Seebereichs der Guardia Civil in Algeciras. In Barcelona wurden 18 Personen festgenommen, 500 Kilo Drogen, Waffen und 50.000 Euro Bargeld sichergestellt, mit Verbindungen zur italienischen Mafia.

Und in Tanger lebt, in Saus und Braus, der meistgesuchte Drogenboss Europas, seit 2019 auf der Flucht. Teile der Analyse sehen Marokko als Rückzugsraum des Geschäfts; das veröffentlichte Material liefert jedoch keine Beweise für diese institutionelle Verbindung, jenseits der Tatsache, dass wer nach Süden flieht, nicht zurückkehrt.

Wo die Analyse ins Stocken gerät

Am Rande der Diskussion taucht stets die Versuchung auf, ein Problem mangelnder Mittel, überlasteter Gerichte und wirtschaftlicher Komplizenschaft in eine Frage der Herkunft oder Nationalität umzudeuten. Die Daten des Falls stützen diesen Kurzschluss nicht. Was sie belegen, ist ein Geschäft, das genug Geld bewegt, damit sich ein Clan berechtigt fühlt, an die Tür der Guardia Civil zu hämmern.

Es kursierten Zitate des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele über regierende Komplizen, Vergleiche mit der Straflosigkeit der Bleijahre und Forderungen nach Ausnahmezuständen. Nichts davon beantwortet die eigentliche unbequeme Frage, die in jeder Kaserne an der Küste offen bleibt: Wie viele Beamte sind freitags nachmittags in einer Region im Dienst, in der das Geld aus dem Haschischhandel mehr kauft als das Gehalt eines Guardia Civil?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (230 Antworten).

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