Eine aus dem Studentenprotest entstandene Bewegung gewinnt die Wahl in Serbien
Eine politische Bewegung, die aus einem Studentenprotest hervorgegangen ist, hat gerade die Parlamentswahl in Serbien gewonnen und die Regierung abgelöst, die zwölf Jahre an der Macht war, so die erste Nachricht der Debatte. Die Nachricht, über die Medien wie El Mundo und El Periódico berichteten, hat die Debatte darüber neu entfacht, was Jugoslawien heute bedeutet, was von ihm übrig ist und wer auf dem Balkan das Sagen hat. Manche behaupten, die abtretende Regierung sei der Partner Russlands in der Region gewesen.
Der Auslöser war, der in der Debatte kursierenden Version zufolge, ein Bahnhof. Manche behaupten, die abtretende Regierung habe die Eisenbahnen an China verkauft, wobei rund zwanzig Bestechungsgelder im Spiel waren, und dass die neuen Betreiber ihre Pappmaché-Bautechnik anwandten – mit tragischem Ergebnis: Eine Trennwand stürzte auf etwa zwanzig Fahrgäste in einem Bahnhof herab. Diese Episode zusammen mit der angestauten Korruption wurde zum Treibstoff für eine Generation, die bei der NATO-Bombardierung Belgrads 1999 noch nicht geboren war.
Warum stürzt eine prorussische Regierung in Serbien?
Das in der Debatte am häufigsten genannte Argument ist die Erschöpfung eines Modells. Zwölf Jahre an der Macht, intransparente Verträge und eine wachsende Abhängigkeit von chinesischem und russischem Kapital haben ein Land hinterlassen, das weder richtig in Europa ankommt noch aus seiner eigenen Geschichte heraustreibt, so diese Lesart. Der Verkauf der Eisenbahnen an China, nach dieser Version mit Bestechungsgeldern verbunden, wurde zum perfekten Symbol: billige Infrastruktur, teure Wartung und zivile Opfer, wenn etwas versagt.
Dagegen hält ein anderer Teilnehmer die Veränderung für eher kosmetisch als real. Die Serben betrachten die Russen als ihre Brüder, erinnert diese Analyse, und vergessen nicht, dass Russland und China die Bombardierungen von 1999 verurteilten, während die USA und die EU sie ausführten. Vor diesem Hintergrund wird jede Regierung, die etwas auf sich hält, zwischen Brüssel und Moskau lavieren müssen, wer auch immer gewinnt.
Chinesisches Pappmaché und der Mythos der Entwicklung
Hier wird die Debatte für Links und Rechts gleichermaßen unbequem. Manche verteidigen die Ansicht, Europa sollte sich mit China verbünden, um den gemeinsamen Feind des Planeten zu zerstören, und dass die chinesische Entwicklung Hunderte Millionen in drei Jahrzehnten aus extremer Armut geholt hat. Das ist ein starkes Argument. Aber dasselbe Argument scheitert am serbischen Fall, so diese Lesart: Dieselbe Macht, die mit Rekordtempo baut, errichtet auch Bahnhöfe, die einstürzen.
Die Schlussfolgerung aus diesem Kontrast ist keine angenehme. Der BRICS-Alternativweltentwurf, dieses Versprechen einer gerechteren multipolaren Welt, hat eine Kehrseite, die Pappmaché, Bestechung und Fahrgäste unter einer eingestürzten Wand heißt, so diese Version. Wer das chinesische Modell als Alternative zu Brüssel anpreisen will, muss zuerst erklären, was in jenem Bahnhof passiert ist.
Was vom jugoslawischen Projekt übrig bleibt
Das Land, das einst Jugoslawien war, weiß seit Langem nicht, was es ist. Manche beschreiben es als eine Existenz ohne Unterwerfung unter irgendjemanden, andere antworten, die Völker des Ostens seien so lange versklavt worden, dass sie ein Leben ohne einen Herrn, dem sie dienen, sich nicht vorstellen können. Die Ironie: Die neue Regierung verspricht genau das Gegenteil – Serbien nach Europa zu bringen und aufzuhören, die Hure der Tataren zu sein, um den Ausdruck zu verwenden, der kursiert.
Die Frage, die in der Luft hängt, ist, ob eine Studentenbewegung ein Land regieren kann, ohne das zu werden, was sie kritisiert. Die Geschichte von Protesten, die an die Macht kommen, ist nicht tröstlich, so dieser Teilnehmer. Und das Detail, dass der Auslöser eine Trennwand war, die auf zwanzig Menschen stürzte, sagt viel über den Zustand der serbischen Politik aus, so diese Version: Niemand mobilisierte sich für ein Programm, sondern für einen Unfall, der hätte vermieden werden können.
Mit diesem Erbe übernimmt die neue Regierung ein Land, das gespalten ist zwischen der Erinnerung an 1999 und der Rechnung für die Eisenbahnen. Niemand weiß bisher, was sie mit dem Ersten anfangen wird. Das Zweite bezahlen bereits die Fahrgäste, so diese Lesart.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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