Spanien beantragt EU-Amtssprachenstatus für Katalanisch, Baskisch, Galizisch
Ist es sinnvoll, dass Katalanisch, Baskisch und Galizisch Amtssprachen der Europäischen Union werden? Spanien hat die formelle Anfrage gestellt, diese drei ko-offiziellen Sprachen in das sprachliche Regime der Gemeinschaft aufzunehmen, aber die institutionelle Antwort deutet auf Nein hin. Die EU erkennt 23 Amtssprachen für 27 Mitgliedstaaten an: eine Sprache pro Land, wobei Irisch und Maltesisch Irland und Malta nach dem Brexit abdecken. Das Kriterium ist diplomatisch, nicht kulturell: Jeder Mitgliedstaat bestimmt seine Sprachen, und die Institutionen tragen die Kosten.
Was Spanien fordert und was Brüssel antwortet
Die Forderung stützt sich auf Artikel 3 der spanischen Verfassung, der ko-offizielle Sprachen in den jeweiligen autonomen Gemeinschaften anerkennt. Diese interne Anerkennung überträgt sich nicht automatisch auf das europäische Sprachregime, das nach souveränen Staaten funktioniert. Das stärkste Argument besagt, dass diese Sprachen innerhalb Spaniens ko-offiziell sind, nicht aber Amtssprachen eines Mitgliedstaats, und dass die EU diese Tür nie geöffnet hat.
Das finnische Präzedenzfall wird zitiert, um den Unterschied hervorzuheben. Finnisch ist seit über einem Jahrhundert Amtssprache einer souveränen Nation und eines vollwertigen Mitgliedstaats. Katalanisch hingegen ist ko-offiziell in einer autonomen Gemeinschaft innerhalb eines Staates, dessen offizielle Sprache im gesamten Gebiet Spanisch ist. Der Vergleich hinkt an der Wurzel, obwohl er oft wiederholt wird.
Der Dominoeffekt, vor dem Brüssel warnt
Wenn Brüssel Katalanisch, Baskisch und Galizisch akzeptiert, lautet die häufigste Berechnung, dass die Büchse der Pandora geöffnet wird. Einige argumentieren, dass andere europäische Regionen dasselbe fordern würden: Sardisch, Korsisch, Patois, Friesisch, Aranesisch, Silbo Gomero, Ansotanisch. Die EU würde von 23 Amtssprachen zu einer Zahl springen, die niemand wagen zu schätzen.
Italien ist das am häufigsten zitierte Beispiel. Es hat slawische, germanische, romanische, griechische und albanische Sprachen in einigen Gebieten, plus etwas Katalanisch. Wenn die Schleusen geöffnet werden, hat Italien mehr Chancen als jedes andere Land, das System zu sprengen. Die ungeschriebene Regel – eine Sprache pro Land – ist das Einzige, was das System aufrecht erhält.
Reale Kosten: Dolmetscher, Kabinen und Kombinationen
Die meistdiskutierte Berechnung betrifft Kombinationen. Mit drei neuen Sprachen bräuchte jede Sitzung Simultandolmetscher für alle möglichen Paare zwischen offiziellen und neuen Sprachen. Die wiederholte Zahl ist 900 Abgeordnete und 90.000 Simultandolmetscher für alle Kombinationen, eine Übertreibung zur Verdeutlichung des logistischen Problems.
Das Problem ist nicht nur die Anzahl, sondern die Seltenheit der Paare. Einen zertifizierten Übersetzer von Finnisch nach Baskisch oder von Latin nach Slowenisch zu finden, ist ein Hirngespinst. Manche scherzen, es wäre billiger, einen Übersetzer zu engagieren, der fünfzehn Sprachen behauptet, für eine Million jährlich. Der Witz verbirgt ein reales Problem: Der Markt für Dolmetscher seltener Kombinationen ist teuer und knapp.
Kulturelle vs. praktische Argumente
Gegen die Kosten tritt das kulturelle Argument auf. Einige verteidigen, dass Kinder Grundlagen der ko-offiziellen Sprachen in der Schule lernen sollten, als Teil der gemeinsamen Kultur, und Englisch später dran sei. Die praktische Antwort lautet, dass dies Stunden von anderen Fächern wegnehmen würde, was Familien zwingen würde, Nachhilfe zu bezahlen.
Das andere wiederholte Argument ist die Nützlichkeit. Nähen zu lernen soll praktisch nützlich sein; Baskisch weniger. Die Frage, welche literarischen Werke auf Baskisch geschrieben wurden, wird als Stich vorgebracht, und die Antwort – dass es viele gibt – kommt oft nicht an. Die Debatte steckt in derselben Klemme: Kultur gegen Nutzen, Identität gegen Kosten.
Was Spanien mit dem Risiko spielt
Der politische Hintergrund dominiert. Die Forderung liest sich als Teil der Verhandlungen mit pro-unabhängigkeitsorientierten Gruppen, die die Regierung stützen, und als Geste, von der man weiß, dass Brüssel sie nicht gewähren wird. Manche nennen es Theater: eine Chimäre fordern, von der jeder weiß, dass sie nicht eintreten wird, aber die zum Feilschen dient.
Die politische Rechnung ist einfach. Die Forderung kostet keine Stimmen in Brüssel, bringt aber Gewinne in Madrid. Die Kosten trägt die institutionelle Glaubwürdigkeit, die bei jeder formalisierten verlorenen Petition weiter erodiert. Die Frage ist nicht, ob die EU Nein sagen wird, sondern wie oft diese Übung wiederholt wird, bevor jemand sie beim Namen nennt.
Die EU hat 23 Amtssprachen und 27 Länder. Sie wollte nie Regionalsprachen aufnehmen, weil die Zahl auf 80 steigen könnte. Währenddessen bleibt Finnisch amtlich und Katalanisch ko-amtlich. Der Unterschied verblasst nicht, egal wie oft er betont wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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