Streit um Fallas-Zelte und Straßensperrungen in Valencia

Nachbarn beschweren sich über die lange Besetzung von Straßen durch Fallas-Kommissionen vor dem Fest. Blockierte Zufahrten, Lärm und Konflikte dominieren die Debatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Streit um Fallas-Zelte und Straßensperrungen in Valencia
Streit um Fallas-Zelte und Straßensperrungen in Valencia

Die Zelte der Fallas-Kommissionen besetzen bereits Wochen vor der Festwoche Straßen in Valencia, wie Teilnehmer einer Online-Diskussion berichten. Santiago Ballester, der für Fallas zuständige Stadtrat, verteidigte im Februar die Planung als Ergebnis des «Konsenses» der Fallas-Gemeinschaft und des «Auftrags» der Kommissionen, die Vorlaufzeit zur Mittelbeschaffung beanspruchen. Die Beiträge sammeln Beschwerden von Anwohnern, die ihre Autos nicht aus den Garagen bekommen, Staus und eine zunehmend angespannte Nachbarschaft.

Der Unmut ist nicht neu, aber lauter geworden. Manche argumentieren, dass die Kommissionen Jahr für Jahr mehr Raum einnehmen – ein Zelt länger als das des Nachbarn – und dass die Stadtverwaltungen aus Angst vor einer wahlstarken Gruppe wegsehen. Auf der anderen Seite steht das klassische Argument: Wenn es dir nicht gefällt, verkauf deine Wohnung im Fallas-Viertel und zieh um. Die Diskussion hat sich jedoch vom Geschmack zum Recht verschoben: Es geht nicht darum, ob das Fest schön ist, sondern wer die Kosten seiner Ausbreitung trägt.

Was sagen die betroffenen Anwohner zu den Fallas-Zelten?

Der häufigste Fall ist die blockierte Garage. Ein «Dinar de germanor» (Gemeinschaftsmahl) mitten auf der Straße, direkt vor der Ausfahrt eines Parkplatzes mit über 200 Fahrzeugen, ohne explizite Genehmigung. Ein weiterer Vorfall: Anwohner mit einem medizinischen Notfall konnten weder ein- noch ausfahren, weil die Straße von einem Apéro der Fallas-Kommission besetzt war. Der Fall landete vor Gericht.

Der Kern der Beschwerde ist nicht der Lärm an drei Tagen, sondern die langfristige Besetzung des öffentlichen Raums. Straßensperrungen zwei Wochen vor den Haupttagen, mit verrückt spielenden GPS-Systemen und Pendlern, die nicht entkommen können. Und eine klare Wahrnehmung: Die Falleros sind eine sichtbare Minderheit, die einer stillen Mehrheit ihre Bedingungen aufzwingt.

Die Despertà und der Lärm: Tradition oder Missbrauch?

Um 6.30 Uhr morgens Böller. Die «Despertà» (traditionelles Wecken durch Feuerwerk) ist die Tradition, die außerhalb der Szene am meisten Ablehnung erfährt. Manche verteidigen sie als Teil der Folklore, andere bezeichnen sie als unzivilisierte Praxis. Der kursierende Vorschlag: Verbot an Werktagen, Beibehaltung nur an Wochenenden und Feiertagen.

Der Lärm ist nicht nur pyrotechnisch. Große Partys, Zelte mit Musik bis in die Morgenstunden, improvisierte Urinale auf historischen Plätzen. Ein Teilnehmer erinnert sich daran, die Lonja – UNESCO-Welterbe – während des Fests als öffentliches Urinal gesehen zu haben. Die Szene, so sagt er, sei gleichzeitig faszinierend und zerstörerisch gewesen.

Das Geschäft mit den Zelten: Wer gewinnt und wer verliert?

Die offizielle Rechtfertigung ist wirtschaftlich: Die Kommissionen müssen Geld einnehmen. Ballester gab zu: Die Tage davor dienen dazu, «dieses wichtige Geld für sie einzunehmen». Aber manche weisen darauf hin, dass sich das Modell gewandelt hat. Die Falleros genießen ihr Casal (Vereinsheim) nicht mehr; sie arbeiten im Zelt und schenken Getränke für Besucher aus. Vor zwanzig Jahren war das Fest etwas anderes.

Die häufigste Diagnose: Das Fest ist unkontrolliert gewachsen, und die Verschlechterung ist offensichtlich. Künstlerisch sind die Fallas rückläufig – Geishas, Piraten, Disney-Figuren, Wiederholungen Jahr für Jahr – und das Monument, das im Mittelpunkt stehen sollte, wird immer unwichtiger. Das Geschäft liegt im Zelt, an der Bar und in der mobilen Disko.

Welche Maßnahmen werden gefordert, um die Fallas zu begrenzen?

Die konkreten Vorschläge sind wenige und vernünftig: strikte Einhaltung der Lärmschutz- und Nachtruheverordnungen während der Fallas; Verbot der Despertàs an Werktagen; technische Planung der Zeltstandorte – Straßenbreite, Verkehr, Rettungswege –; und Verlegung der Casals in Industriegebiete oder Freiflächen, ähnlich der Feria de Sevilla.

Keine Partei traut sich, einen Schritt zu tun. Das Wahlkampfgewicht der Fallas-Gemeinschaft ist ein wirksames Abschreckungsmittel. Vor Jahren scheiterte ein Versuch, die Ofrenda (Blumengabe) zu boykottieren, am Druck der Kommissionen. Die wiederkehrende Schlussfolgerung: Man gibt ihnen die Hand, und sie nehmen den Arm.

Fallas und Politik: Warum traut sich niemand, das Fest anzufassen?

Die PP (Partido Popular) wandte jahrelang die Maxime an, die Fallas-Gemeinschaft nicht zu stören. Die Linke versuchte zunächst Gleichgültigkeit und dann Unterwanderung: Präsenz bei den Ofrendas, eigene Bands, institutionelle Teilnahme. Der Kulturkampf um die Fallas wurde an den Rändern geführt, ohne je das Modell der Raumbesetzung anzutasten.

Währenddessen radikalisiert sich die gesellschaftliche Debatte. Einige fordern Begrenzungen; andere wollen, dass sich die Beschwerdeführer einfach verabschieden. Die Frage, die bleibt: Wie weit kann ein Fest wachsen, bevor die Stadt, die es beherbergt, es nicht mehr erkennt?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (112 Antworten).

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