PP blockiert Amnestie im Senat ohne Abstimmung

Die PP nutzt ihre absolute Mehrheit im Senat, um eine Abstimmung über das Amnestiegesetz zu verhindern und den institutionellen Konflikt vor Gericht zu tragen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PP blockiert Amnestie im Senat ohne Abstimmung
Senat debattiert Amnestie nicht: PP setzt auf Gerichte

Kann ein Parlamentshaus die Behandlung eines Gesetzes verweigern, das bereits vom anderen Haus verabschiedet wurde? Die PP behauptet ja und ist bereit, dies unter Beweis zu stellen. Die Konservativen werden ihre absolute Mehrheit im Senat nutzen, damit der mit Junts und ERC ausgehandelte Amnestietext bei seinem Eintreffen aus dem Congreso de los Fruta keiner Abstimmung im Plenum unterzogen wird. Ihre nationalen Führungspersönlichkeiten formulieren es unmissverständlich: „Das Gesetz bleibt verfassungswidrig, auch wenn der Congreso es verabschiedet; es ändert sich nichts von einer Kammer zur anderen.“ Und für den institutionellen Konflikt, so fügen sie hinzu, sollen die Gerichte zuständig sein.

Der Ablauf steht fest. Cuca Gamarra, Generalsekretärin der PP und Sprecherin in der niedrigeren Kammer, kündigte an, dass ihre Partei der Behandlung des von der PSOE eingereichten Textes widersprechen werde – nach demselben Maßstab wie vor zwei Jahren, als Konservative und Sozialisten gemeinsam in der Mesa (Parlamentsleitung) eine Initiative von Junts und ERC blockierten, die eine Amnestie forderte. Was sich geändert habe, betonen sie, sei die „Meinung“ der PSOE: Die von Francina Armengol geleitete Mesa hat eine pogre Mehrheit, und das Gesetz wird den Congreso passieren. Die nächste Station ist der Senat. Und dort haben sie das Sagen.

Warum kann die PP das Gesetz im Senat blockieren, aber nicht im Congreso?

Weil sie im Oberhaus eine absolute Mehrheit hat, in der Mesa des Congresos jedoch nicht. Das ist das ganze Geheimnis. Das Leitungsorgan am Standort Carrera de San Jerónimo, mit pogre Mehrheit besetzt, ließ den sozialistischen Gesetzentwurf zur Beratung zu; der Senat hingegen ist Terrain der PP, und dort kontrolliert die Partei die Mesa, die entscheidet, was ins Plenum kommt und was nicht. Daher spricht die Formation von Feijóo von der „nächsten Station“ und nicht von einem verlorenen Kampf.

Die Ironie besteht darin, dass die PP nun einen Maßstab anwendet, den sie vor nicht allzu langer Zeit noch mit der PSOE teilte. Damals waren es die Sozialisten, die sich freuten, dass die Mesa die von den Unabhängigkeitsbewegungen geforderte Amnestie stoppte. Der Sinneswandel, so argumentiert man in der Parteizentrale (Génova), gehe nicht von ihnen aus.

Wie viel Zeit hat der Senat für die Behandlung der Amnestie?

Artikel 90.3 der Verfassung gewährt dem Senat zwei Monate, um ein aus dem Congreso kommendes Projekt abzulehnen oder zu ändern. Diese Frist verkürzt sich auf zwanzig Kalendertage, wenn die Regierung oder die niedrigere Kammer den Text als dringend erklärt. Genau diesen beschleunigten Weg will die Exekutive aktivieren, und genau diesen will die PP durch eine Reform der Geschäftsordnung des Senats deaktivieren, die die Artikel 133 und 182 betrifft.

Mit diesem Instrument in der Hand verteidigen die Konservativen, dass die letzte Entscheidung über das Verfahren bei der Mesa liegt und kein juristisches Gutachten ihnen die Hände bindet. Mit der Reform kann die PP zudem das Eilverfahren annullieren, das Sánchez durchsetzen möchte. Auf dem Papier kann der Senat ein Gesetz nur verzögern; in der Praxis ist genau diese Verzögerung das Ziel.

Wer entscheidet, ob ein Gesetz verfassungswidrig ist?

Das Tribunal Constitucional (Verfassungsgericht), nicht ein Parlamentshaus. So erinnern Kritiker daran, dass die PP ihre Befugnisse überschreite: Die Verfassung reserviert dem TC das Urteil über die Vereinbarkeit der Normen mit der Magna Carta, und eine Parlamentsleitung ist kein Gericht. Unter dieser Perspektive bedeutet die Verweigerung der Behandlung, die Geschäftsordnung zu umgehen, um eine Abstimmung zu vermeiden.

Die andere Strömung der Analyse hält dagegen: Wenn eine Kammer der Ansicht ist, dass ein Gesetzentwurf den verfassungsrechtlichen Rahmen sprengt, ist sie legitimiert, ihn nicht ins Plenum einzubringen. Sie fügen eine technische Nuance hinzu, die oft übersehen wird: Hier handelt es sich weniger um einen Kompetenzkonflikt zwischen den Kammern als um ein administratives Problem der Auslegung der Geschäftsordnung, denn eine nicht abgehaltene Abstimmung wird in keinem Protokoll dokumentiert.

Das Präzedenzurteil des Verfassungsgerichts, das eine Abstimmung im Senat stoppte

Vor fast einem Jahr verabschiedete der Congreso per Änderungsantrag die Reform des Wahlverfahrens für Richter des TC. Die PP legte Verfassungsbeschwerde ein, und das Verfassungsgericht selbst stoppte die Abstimmung im Senat. Dieses Ereignis ist der Spiegel, in den beide Seiten nun blicken. In der PP räumt formale Unterschiede ein – diesmal handelt es sich um einen Gesetzentwurf, nicht um einen Änderungsantrag –, behauptet aber, dass „der institutionelle Konflikt derselbe ist, nur von größerer Tragweite“.

Die praktische Konsequenz ist, dass, wenn der Senat den Text nicht zurücksendet, das parlamentarische Verfahren unvollständig bleibt und das Gesetz nicht auf den Schreibtisch des Königs zur Sanktionierung gelangt. Unter den formalen Vorwänden, die die PP erwägt, befindet sich ein Gutachten des Chefjuristen des Senats, das sich, sofern keine Überraschung eintritt, gegen die Behandlung aussprechen würde. Vox ging weiter und kündigte an, die Mesas beider Kammern vor Gericht zu bringen, falls sie die Behandlung zulassen. Von der PP heißt es: „Wir sind vorbereitet.“ Man warnt zudem, dass der Konflikt mit unterschiedlichen Urteilen des Verfassungsgerichts und des Tribunal Supremo (Oberster Gerichtshof) zum selben Gesetz enden könnte.

Ein Konflikt zwischen den Kammern, den niemand lösen kann

Keine der Parteien hat einen Mechanismus für den Fall entworfen, dass Congreso und Senat sich bei einem Gesetz dieser Tragweite gegenseitig blockieren. Die Angelegenheit wird höchstwahrscheinlich vor dem TC landen, der als Schiedsrichter bei Konflikten zwischen Staatsorganen fungiert, mit einer unbequemen Besonderheit: Ein Teil des politischen Spektrums betrachtet dieses Gericht heute als stärker an die Regierung gebunden, die es ernannt hat.

Das Ergebnis ist ein Machtkampf, in dem jede Institution die korrekte Auslegung der Verfassung für sich beansprucht und keine die des anderen akzeptiert. Die einen sprechen von einem Schutz des Rechtsstaats; die anderen von einem instrumentellen Gebrauch der Geschäftsordnung, um zu stoppen, was sich im Parlament nicht stoppen lässt. Beide Lager haben Juristen. Beide haben Mehrheiten. Nur einer hat die letzte Unterschrift.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (293 Antworten).

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