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Stirb langsam 3 und die Debatte über retroaktives Wokeness
Ein übergewichtiger Cop und ein schwarzer Fahrer retten den Tag, während die Manager die Bösen sind: Die Besetzung von 'Stirb langsam: Nowhere to Die' öffnet den Kulturkampf neu.
Stirb langsam 3 und die Proge, die vor der Proge kam
Ein übergewichtiger Cop, ein afroamerikanischer Fahrer und eine Handvoll Firmenvorstände. Das ist die Besetzung eines Films von 1995, der in diesen Tagen aus einem Grund wieder Gesprächsthema ist, der mit seiner Handlung nichts zu tun hat: der Verdacht, dass der Actionkino der Neunziger das Diversitäts-Handbuch schon im Gepäck hatte. Die Diskussion beginnt mit einem konkreten Vorwurf — dass der Böse der Manager ist und die Guten der Arbeiter und der Fahrer — und endet, wie fast immer, mit einem ganz anderen Thema.
Das Kernargument ist einfach: Wenn der Böse im Anzug kommt und die Helden im Organigramm nirgends auftauchen, steckt eine Botschaft dahinter. Und wenn der weiße Protagonist obendrein die Hilfe einer schwarzen Figur braucht, um die Sache zu klären, dann goodnight. Diese Lesart hat ihre innere Logik, allerdings sollte man sich daran erinnern, dass Actionfilme den Firmenchef seit Jahrzehnten als Buhmann abstrafen: Er ist der profitabelste Schurke Hollywoods, lange bevor es das Wort überhaupt gab.
Der Schurke im Anzug, ein Klassiker vor der Proge
Der erste Teil nutzte bereits dasselbe Schema. Ein Cop mit ein paar Pfunden zu viel und ein Fahrer mit Akzent sind diejenigen, die den Tag retten, während die Manager des Gebäudes von oben herabblicken. Nichts Neues unter der Sonne. Was sich ändert, ist nicht das Drehbuch, sondern der Blick derjenigen, die es dreißig Jahre später mit der Kulturkampf-Brille sehen.
Manche behaupten, das Hollywood von damals sei pogre gewesen, ohne es zu wissen, und der Unterschied zu heute sei, dass es früher versuchte zu unterhalten und nicht nur zu belehren. Das moderne Pamphlet, so heißt es, gehe direkt zur Botschaft über und vergesse den Film. Der Vergleich hat Charme, vermischt aber zwei Epochen mit unterschiedlichen Produktionsregeln.
Die Besetzung als kulturelles Schlachtfeld
Die zweite Front ist die rassistische. Es wird argumentiert, dass die Präsenz schwarzer Schauspieler in Heldenrollen einer Diversitätsvorgabe geschuldet war, und das wird mit dem verglichen, was heute auf den Streamingplattformen passiert. Dem hält eine andere Strömung entgegen, dass es in den USA seit Jahrhunderten eine schwarze Bevölkerung gibt, die in den Kriegen des Landes kämpfte und bis in die Siebzigerjahre der legalen Segregation unterworfen war. Repräsentation war aus dieser Sicht kein Gag, sondern eine Schuld.
Der Konflikt lässt sich nicht mit Daten lösen, weil es keine Daten gibt, die ihn lösen. Es ist ein Kampf um die Erzählung, und Erzählungen werden mit Filmen ausgetragen.
Worum es wirklich geht: Wer schreibt die Geschichte
Unter dem Lärm steckt eine unbequemere Frage: Inwieweit prägt das Entertainment von gestern das Gedächtnis von heute. Ein in der Diskussion genannter Fall ist Kleopatra, die in einer aktuellen Produktion zur afroamerikanischen Figur umgedeutet und von Leuten verteidigt wurde, die noch nie ein Geschichtsbuch aufgeklappt haben. Das ist das eigentliche Spielfeld: nicht, ob ein Film von 1995 pogre war, sondern ob die Fiktionen von heute umschreiben, was längst geschrieben war.
Die Ironie ist, dass der Film, der all das ausgelöst hat, immer noch funktioniert wie immer: ein Typ mit Pech, ein völlig durcheinandergebrachter Flughafen und ein explodierendes Flugzeug. Die Proge, falls sie dabei war, reiste unter falschem Namen.
Am Ende die verstörende Zahl: Die Reihe stellt seit drei Jahrzehnten den Manager als Schurken dar, und niemand hatte sich beschwert, bis jemand beschloss, die Schuld liege an einem Etikett.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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