Nie ausgeben beim Sparen: dieselbe Armut wie nichts zu haben
Fünfzigtausend Euro mehr oder weniger. Diese Spanne entscheidet laut der These, die diese Diskussion eröffnete, ob sich ein Investment lohnt oder Zeitverschwendung ist. Wer mit einer Erbschaft stirbt, hat – so das Argument – eine katastrophale Berechnung seiner Fähigkeit getroffen, das zu genießen, was er hatte. Und der Vergleich, der die Debatte prägte, ist klinisch: Der Sparer, der ausgeben könnte und es nicht tut, verhält sich wie eine Person mit Anorexie, die essen könnte und es nicht tut. In beiden Fällen wird die Anhäufung – sei es Geld oder Kilos – vom Mittel zum Zweck.
Die erste Reaktion war ein Scherz: alles ausgeben. Die zweite war weniger lustig: Niemand garantiert, dass man neunzig wird. Zwischen diesen beiden Aussagen bewegt sich alles Folgende.
Wie viel gespartes Geld braucht man für einen ruhigen Schlaf?
Hier tauchten Zahlen auf, und sie sind die einzigen konkreten im ganzen Thema. Bei jährlichen Ausgaben von 15.000 Euro liegt eine sinnvolle Bandbreite zwischen 15.000 und 30.000 Euro auf dem Konto: Sechs Monate Puffer sind unerlässlich, ein Jahr wünschenswert, anderthalb Jahre vorbildlich und zwei Jahre bereits übertrieben. Das Problem ist also nicht das Sparen, sondern die Höhe.
Das Bild des jungen Sparers lieferte ein anderer Fall: 20.000 Euro Bruttojahresgehalt mit 24 Jahren, frisch von der Uni, bei den Eltern lebend, keine Lust auf Partys, ein Handy, bis es kaputtgeht, und drei Jeans für hundert Euro, die jahrelang halten. Minimale Ausgaben, ja, aber mit Kriterium: Bezahlt wird für Haltbarkeit, nicht für Status. Die schwebende Frage ist, ob diese Askese eine Wahl oder Angst ist.
Ist extremes Sparen ein psychologisches Problem?
Der Kern des Arguments besagt, dass Sparen keine logische Entscheidung ist, sondern eine emotionale. Wenn Menschen rational entscheiden würden, gäbe es weder Lotterien noch verrückte Kredite. Zuerst trifft man die Entscheidung mit dem instinktiven Gehirn und sucht dann nach Rechtfertigungen; man nennt dies Selbstrechtfertigung, und es ist keine Erfindung an der Bar.
Das extreme Beispiel kam aus einem häuslichen Kontext: Jemand schimpft seine Schwester an, weil sie ein Glas gekauftes Wasser weggeworfen hat, denn „es ist gekauftes Wasser und kostet Geld“. Oder jemand, der eine halbe Stunde damit verbringt, ein Glas Oliven zu vergleichen, das zehn Cent billiger ist. Am anderen Ende steht derjenige, der zugibt, dass er Freude daran hat, seine Finanzen bis zur Absurdität zu optimieren, und dass ihm das Vergnügen bereitet. Die Freude an der Optimierung, nannte er es. Manche ziehen mehr Befriedigung aus einer Fahrt ohne Ampeln als aus jedem Einkauf.
Die Anschuldigung konkretisiert sich in einem Namen: Hamster-Syndrom. Endloses Anhäufen, Räder drehen, für einen Überschuss sparen, der nie genutzt wird.
Der Rentner, der mit 65 stirbt, ohne seine Beiträge erhalten zu haben
Der härteste Wendepunkt der Angelegenheit ist nicht psychologisch, sondern arithmetisch. Das Pensionssystem funktioniert, so wird argumentiert, unter der Annahme, dass viele gar nicht erst zum Bezug kommen: Es war darauf ausgelegt, dass Menschen maximal fünf Jahre nach dem Ruhestand sterben, also mit 70. Mit der verlängerten Lebenserwartung bricht diese Annahme zusammen. Und der Fall desjenigen, der sein Leben lang eingezahlt hat und mit 65 stirbt, ohne je eine Rente bezogen zu haben, ist keine Seltenheit: Es sind viele.
Bezüglich der Erbschaft ist die Position explizit: Kinder erhalten das Geld in einer Phase, in der sie es oft nicht mehr brauchen, streiten häufig darum, und ein Teil geht zudem in Steuern verloren. Der Vorschlag lautet, die Erbschaft zu dosieren und anzustreben, mit leerem Konto ins Grab zu gehen. Das funktioniert nicht immer: Es gibt Fälle, in denen Familienangehörige nach monatelangem Koma aufgrund eines Aneurysmas wiederhergestellt wurden, mit einem fast normalen Leben danach, während viele, die schon über Beerdigungen sprachen, bereits beerdigt waren.
Seelenfrieden oder Lebensqualität?
Eine Seite antwortet mit Gelassenheit. Geld auf dem Konto bringt einen Frieden, den derjenige nicht hat, der von Hand in den Mund lebt, und ein Auto für 15.000 Euro bietet denselben Nutzen wie eines für 30.000; ein Urlaub in Spanien für 1.000 Euro ist wertvoller als 3.000 Euro in einem Resort. Viel auszugeben kauft kein Glück; keinen zu haben, wenn man ihn braucht, nimmt einem alles. Das meistzitierte Schlussargument: Fällt eine Bombe auf das Haus des Sparers und eine andere auf das des Verbrauchers, wird der Verbraucher am Ende unter den Trümmern betteln.
Die andere Seite kontert mit einem trockenen Satz: Zwischen nichts haben und haben und nicht benutzen besteht derselbe Mangel. Und fügt hinzu, dass wer ein abgesichertes Leben führt und nichts findet, wofür er Geld ausgeben kann, kein Tugendhaftiger ist, sondern jemand, der nicht weiß, was er mit seiner Zeit anfangen soll.
Sparen, wenn das Geld verdunstet
Es fehlt das Risiko, das niemand kontrollieren kann. Eine Währung kann entwertet werden: Mit 20 Dollar fühlte sich jemand in Venezuela vor nicht allzu langer Zeit reich, und diese Kaufkraft hat sich beschleunigt aufgelöst. Daher die Warnung: Je mehr Geld gehortet wird, desto mehr verliert man, wenn Katastrophen eintreten, und sie treten immer ein.
Hinzu kommt das alte eiserne Gesetz der Löhne, jene klassische Theorie, wonach der Reallohn natürlich tendenziell auf das Existenzminimum sinkt: Jede Steigerung darüber wird durch Bevölkerungswachstum aufgefressen. In diesem Szenario ist Sparen keine Feigheit, sondern Voraussicht.
Wie viel muss man ausgeben, um mit leerem Konto zu sterben?
Das statistische Gegenargument existiert: Reiche leben im Durchschnitt länger und gesünder als Arme, sodass ein finanzielles Polster eine günstige Versicherung ist. Daten deuten darauf hin, dass Sparen schützt. Die Frage ist, wie sehr und um welchen Preis. Mit einem Puffer von sechs Monaten bis zwei Jahren und einem öffentlichen System, das darauf setzt, dass man es nie bezieht, hat noch niemand die genaue Zahl genannt, die Vorsicht von Pathologie trennt.
Hinweis: Dieser Text dient nur der Information und stellt keine Finanz- oder Steuerberatung dar.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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