Spanische Selbstständige müssen Corona-Hilfen zurückzahlen

Durchschnittliche Corona-Ausfallleistung betrug 2.513 Euro und Beitragsbefreiungen 1.007 Euro. Nun müssen spanische Selbstständige diese Gelder zurückzahlen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanische Selbstständige müssen Corona-Hilfen zurückzahlen
Selbstständige zahlen Corona-Hilfe zurück: 'Niemand zwang sie zur Schließung'

Ein Gastronom schließt seine Bar. Nicht aus freien Stücken: Die Polizei schließt sie. Monate lang erhält er 845 Euro pro Monat als Ausfallleistung, während er 2.000 Euro Miete zahlt, plus Versicherung, Strom, Telefon und Alarmanlage. Jahre später kommt die Forderung: Er muss einen Teil des Erhaltene zurückzahlen. Das Argument für die Rückforderung lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Niemand hat ihn gezwungen zu schließen.

Der Kern der Sache ist nicht, ob es eine Pandemie gab — das tat sie — sondern ob eine von der Verwaltung angeordnete Schließung mit Bußgeldern bei Nichtbeachtung nachträglich zu einer freiwilligen Entscheidung der Gehorsamen werden kann. Hier bröckelt die offizielle Darstellung.

Was war die Corona-Ausfallleistung?

Sie war nicht nur für jene gedacht, die ihre Türen verschlossen. Die Leistung konnte wegen obligatorischer Schließung oder Umsatzrückgang beantragt werden und deckte 75 % der Beitragsbemessungsgrundlage. Die genannten Durchschnittsbeträge sind hoch im Vergleich zu üblichen Zahlen: 2.513 Euro durchschnittliche Leistung pro Empfänger und 1.007 Euro durchschnittliche Befreiung von Sozialversicherungsbeiträgen.

Man sollte sich diese zweite Zahl merken, denn es ist keine Zahlung: Es ist Geld, das der Selbstständige nicht an die Sozialversicherung gezahlt hat. Wenn von Rückzahlungen bei Corona-Hilfen die Rede ist, umfasst dies beide Posten. Zudem wurde der rechtliche Rahmen mit so unterschiedlichen Kriterien zwischen den Regionen genehmigt, dass die Begünstigten die Regeln blind interpretierten, mit einer harten Anforderung: War das angewandte Kriterium falsch, lag das Problem bei ihnen.

'Niemand zwang sie zur Schließung': Das Argument für die Rückzahlung

Die offizielle Darstellung behauptet, die Schließungen seien ein Akt kollektiver Verantwortung gewesen, keine Auferlegung. Die Betroffenen erzählen eine andere Geschichte: In ihren Stadtteilen schloss die Polizei Bars, reduzierte Kapazitäten folgten Schließungen um 20:00 Uhr, und als der Oberste Gerichtshof eine Region korrigierte und die Ausgangssperre auf 22:00 Uhr festlegte, hielt die Verwaltung an der Schließung um 20:00 Uhr fest. "Das ist empörend", fasst einer von ihnen zusammen.

Der ehemalige Direktor des Zentrums für Koordination von Gesundheitswarnungen und Notfällen, Fernando Simón, erklärte, wie in der Debatte erwähnt, dass die Schließungen beschlossen wurden, weil man nicht wusste, was sonst zu tun sei. Diese Anerkennung und die Rechtsprechung, die sie als notwendig, angemessen und verhältnismäßig billigte, stützt den doppelten Maßstab: Schließung angeordnet mit Bußgeldern bei Nichtbeachtung, Rückzahlung der Hilfe für jene, die sie beantragt haben.

Und da bleibt der entgangene Gewinn, über den fast niemand spricht. Manche berichten, dass sie 2019 das Anderthalbfache dessen verdienten, was sie 2020 einnahmen, und Geschäfte, die schlossen, öffneten nie wieder. Eine Entschädigung dafür gibt es einfach nicht.

ICO-Garantien, die der Staat verschenkte und Selbstständige bezahlten

Corona-ICO-Kredite wurden als vom Staat garantiert zu null Kosten präsentiert. Die Konstruktion hatte eine Lücke: Die Garantie wurde über gegenseitige Garantiegemeinschaften abgewickelt, deren Provision zwischen 1 % und 1,5 % des Nennwerts liegt. Die Selbstständigen glaubten, eine öffentliche Garantie zu unterschreiben; tatsächlich zahlten sie ihre eigene. Und bei der Kreditbeantragung war die erste Bankanforderung persönliche Bürgschaften, was das Versprechen der Haftungsbeschränkung auf dem Papier belässt.

Währenddessen operierte ein E-Commerce-Riese weiterhin zu 100 %. Die damals gestellte und nun wieder auftauchende Frage ist simpel: Was wäre passiert, wenn der Traffic dieser Plattform auf 33 % begrenzt worden wäre oder sie Bestellungen nach 20:00 Uhr nicht hätte entgegennehmen können?

Hier wird der internationale Vergleich unangenehm: In Deutschland erhielt, laut dem zitierten Fall, wer von gleichwertigen Maßnahmen betroffen war, 70 % seines normalen monatlichen Umsatzes. Der Unterschied liegt nicht in Großzügigkeit, sondern in Rechtssicherheit. Es gibt ein Gesetz, das Entschädigungen vorschreibt, wenn die Verwaltung eine Entscheidung trifft, die Bürger beeinträchtigt, so notwendig sie auch sein mag. Die offizielle Antwort lautet immer gleich: Es gab eine Pandemie.

Doppelbelastung: Steuern für Hilfe und Rückholung

Kalt beschrieben hat der Mechanismus seine perverse Logik: Steuern werden erhoben, um Deckungen zu finanzieren, Schließungen werden mit willkürlichen und schlecht erklärten Kriterien angeordnet, minimale Hilfe wird für den verursachten Schaden gewährt und Jahre später dieselbe Hilfe zurückgefordert, unter dem Vorwand, sie sei mitten im Chaos falsch erhalten worden. Der Steuerzahler zahlt zweimal für dasselbe Loch.

Die Positionen haben sich verhärtet. Einige argumentieren, jede falsch gewährte Hilfe müsse zurückgeholt werden, selbst wenn der Fehler im Design lag. Andere behaupten, ohne Verwaltungsentscheidung habe keine Schließung stattgefunden und daher stehe Entschädigung zu, nicht Rückforderung. Ein Teil der Öffentlichkeit zeigt keinerlei Solidarität mit der Gastronomiebranche wegen ihrer Rolle bei Zugangskontrollen während der Pandemie. Alles passt in eine Diskussion, die nie aufhörte, politisch zu sein.

Der Abschluss des Falls sind unbequeme Daten: Jene, die nichts beantragten, weil sie der Verwaltung misstrauten, sind heute die Einzigen, die nichts zurückzahlen müssen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (117 Antworten).

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