Zwei Reisen im Jahr, keine Kinder: So sinkt die Geburtenrate in Spanien
Ist es das Geld oder die Mentalität? Das Bild der Stunde zeigen sieben Paare zwischen 30 und 40 Jahren, alle kinderlos, mit mindestens zwei hochwertigen Reisen im Kalender. Keine Kinderwagen, keine Krippenplätze. Dies ist kein sympathischer Einzelfall mehr, sondern das Porträt eines Geburtenrückgangs, der zwischen Finanzen, Werten und Biologie diskutiert wird, ohne dass jemand genau weiß, wie man ihn umkehrt.
Was hinter den kinderlosen Paaren steckt
Die Lebenshaltungskosten stehen bei jeder Diskussion an erster Stelle. Wohnraum zu Goldpreisen, teurer Kraftstoff, explodierende Einkaufskörbe und ein Arbeitsmarkt mit der höchsten Arbeitslosigkeit in der OECD. Mit diesem Cocktail rechnen auch Gutverdiener über 3.000 Euro monatlich weiter. Die Rechnung bleibt immer gleich: Ein Kind großzuziehen bedeutet, auf das Gehalt eines Partners zu verzichten oder zwanzig Jahre lang für Kita, Schule und Nachmittagsbetreuung zu zahlen.
Es gibt eine unbequeme Nuance in dieser Erzählung. Wer den Satz „Ohne Reichtum keine Kinder“ am stärksten verinnerlicht hat, sind nicht unbedingt die Geringverdiener. Eine Analysegruppe argumentiert, dass das Kernproblem nicht der Geldbeutel sei, sondern ein kultureller Rahmen, der die Familie nicht mehr als Selbstzweck betrachtet, während andere Kulturen die Nachkommenschaft weiterhin als Priorität sehen.
„Unsere Großeltern waren noch ärmer und hatten fünf Kinder“
Das klassische Gegenargument verweist auf die Generation nach dem Krieg: ohne Auto, ohne Reisen und mit fünf Mäulern, die gefüttert werden mussten. Wenn sie es geschafft haben, fällt die wirtschaftliche Ausrede weg, so diese Strömung. Die Erwiderung lautet, dass die Messlatte für ein würdiges Leben gestiegen ist — eigenes Haus, Freizeit, Privatschule — und niemand Kinder in einen Lebensstandard bringen will, der heute als prekär eingestuft würde.
Zwischen diesem Hin und Her bleibt ein Faktor, den kaum jemand thematisiert: das Alter. Meine Mutter hatte meinen älteren Bruder mit 24; meine Schwiegermutter gebar meine Frau mit 22. Heute ist es üblich, die erste Mutterschaft erst mit 35 oder 37 zu erleben. Der Körper verhandelt nicht mit dem Arbeitskalender.
Das Schweigen der Unfruchtbarkeit und ausbleibende Kinder
Nicht jeder, der sagt, er wolle keine Kinder, spricht die Wahrheit. Es kursieren Fälle von Paaren, die öffentlich behaupten, aus Verantwortung oder Lebensfreude auf Elternschaft zu verzichten, aber privat jahrelang versuchen, schwanger zu werden, inklusive Fruchtbarkeitskliniken und Behandlungen, die nicht immer funktionieren. Mit 25 besteht Spielraum. Mit 40 kaum noch.
Das Ergebnis ist eine Erzählung, in der freie Entscheidung, Unmöglichkeit und Verstellung koexistieren. Und in der fast niemand zugibt, in welcher Kategorie er sich befindet. „Immerhin reisen sie viel und leben wunderbar“, heißt es von außen; von innen sieht die Unterhaltung anders aus.
Hunde, Reisen und wer die Renten zahlt
Um das Phänomen zu messen, dient eine alltägliche Szene. In einer neu gebauten Wohnanlage mit 40 Wohnungen leben in 15 bis 18 davon Paare mit Hund, in 8 allein lebende Frauen über 35 und in etwa zehn Familien mit Kindern. Es ist keine Volkszählung, nur ein Gebäude. Aber es zeichnet den Trend ab, den niemand mehr bestreitet.
Auf dem demografischen Hintergrund kreuzen sich zwei Diskurse. Einer warnt, dass ohne Generationenwechsel niemand die Renten der aktuellen Beitragszahler tragen wird. Der andere weist darauf hin, dass ausländische Zuwanderung das Loch kurzfristig stopft, schränkt aber ein, dass bereits angesiedelte Migrantenfamilien die Fertilitätsrate kaum heben: Wenn der Effekt beim Ankommen verfliegt, liegt das Problem nicht an der Herkunft, sondern an Wohnraum, Löhnen und Zeit.
Taucht auch, formuliert ohne Beweise und dokumentarische Grundlage, die These einer angeblichen sozialen Ingenieurskunst auf, die darauf abzielt, die Familie zu entmutigen. Die Häufung journalistischer Beiträge zum selben Thema in aufeinanderfolgenden Wochen nährt den Verdacht, obwohl niemand bewiesen hat, dass ein solcher Plan existiert.
Die realen Kosten des Alterns ohne Kinder
Es gibt eine Ausgabe, die in keiner jungen Haushaltsrechnung auftaucht: das Alter. Ein Pflegeheim kann im genannten Fall 2.200 Euro pro Monat kosten, und die Verwaltung verbessert sich nicht mit dem Alter. Im Gegensatz zur Idee, dass das eigene Vermögen ausreicht, erinnert die familiäre Erfahrung an das Gegenteil: Wer keine Kinder oder Nichten/Neffen in der Nähe hat, fragt sich irgendwann, wer sein Erbe verwaltet, wenn er selbst dazu nicht mehr fähig ist.
Hinzu kommt der Faktor, den manche als entscheidend für Männer ansehen: die Aufteilung der Lasten nach einer Trennung, mit Unterhaltszahlungen und Sorgerechtsregelungen, die laut dieser Lesart den Besserverdiener bestrafen. Mit diesem Horizont sind ein Hund und zwei Flugtickets billiger als ein Kind. Und auch sicherer.
Die vorläufige Schlussfolgerung ist, dass der Kinderwagen zu einem Luxusgut mit biologischer Warteliste geworden ist. Und dass der zuverlässigste Rentenplan der nächsten Generation vielleicht ein Köter, zwei Flüge im Jahr und viel Glück sind.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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