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Spanisch offizielle EU-Sprache, aber keine Arbeitssprache
Spanisch ist eine der 24 Amtssprachen der EU, doch Englisch, Französisch und Deutsch bleiben trotz des Brexits und der Diaspora Arbeitssprachen.
Spanisch ist in der EU kooffiziell, aber keine Arbeitssprache
Die Europäische Union erkennt 24 Amtssprachen an. Spanisch ist eine davon. Und keine der drei Sprachen, die in den Brüsseler Amtsstuben tatsächlich verwendet wird – Englisch, Französisch und Deutsch – ist Spanisch. Das Paradox hat es in sich: Das Vereinigte Königreich hat den Club verlassen, und Englisch bleibt als Lingua franca erhalten, getragen von Irland und Malta, zwei Staaten mit gerade einmal gut fünf Millionen Einwohnern im ersten und einer halben Million im zweiten Fall.
Diese Asymmetrie ist der Kern einer Debatte, die zwei Erzählungen verbindet. Die eine blickt auf das demografische Gewicht und die Diaspora; die andere auf die institutionelle Arithmetik. Die Zahlen gehen auf keine der beiden Seiten auf, und genau da beginnt das Interessante.
Wie viele Amtssprachen hat die Europäische Union und welche wird für die Arbeit verwendet?
Der Unterschied zwischen Amtssprache und Arbeitssprache ist der Schlüssel, den fast niemand auseinanderhält. Es gibt 24 Amtssprachen, eine pro Sprache der Mitgliedstaaten, und Spanisch steht seit dem ersten Tag auf der Liste. Arbeitssprachen – die in internen Besprechungen und Entwürfen verwendet werden – sind drei: Englisch, Französisch und Deutsch.
Das Kriterium ist weder die Schönheit noch die Geschichte einer Sprache, sondern wie viele Menschen sie auf dem Kontinent sprechen und in wie vielen Ländern. Spanisch hat eine enorme Gemeinschaft außerhalb Europas und eine Binnenbasis, die auf Spanien beschränkt ist. Dieses zweischneidige Schwert erklärt, warum manche Analysen sogar das Italienische vor dem Spanischen in der Warteschlange sehen.
Das demografische Gewicht: Deutschland fast doppelt so groß wie Spanien
Die Bevölkerungszahlen der Mitgliedstaaten ordnen die Karte schonungslos. Deutschland führt die Tabelle mit 84.358.845 Einwohnern an; Frankreich kommt auf 68.070.697; Italien auf 59.257.566; und Spanien bleibt bei 48.059.777. Polen fügt 37.840.001 hinzu und Rumänien 19.186.201. Darunter folgen die Niederlande, Belgien, Tschechien und Griechenland, alle um die zehn Millionen.
Deutschland gewinnt nicht nur durch das Volumen eines Landes. Es kommt Österreich mit rund zehn Millionen weiteren hinzu und erstreckt sich über mehrere Staaten. Französisch spielt denselben Trumpf in Belgien, Luxemburg und einem Großteil der Schweiz. Spanisch dagegen konkurriert mit einer einzigen staatlichen Basis innerhalb der Unionsgrenzen. Dort entscheidet sich alles.
Warum Englisch nach dem Brexit seinen Status behält
Der Austritt des Vereinigten Königreichs hat Englisch nicht aus den Sitzungssälen verdrängt. Irland und Malta führen es als eigene Amtssprache, und das genügt, damit es weiterhin zu den anerkannten Sprachen zählt. Von dort an erledigt seine Funktion als globale Lingua franca den Rest: Es ist die Sprache, in der sich Drittländer verständigen, und die EU handelt und verhandelt mit der Welt.
Manche halten diese Verwurzelung für einen reinen institutionellen Überrest, der überprüft werden sollte. Dagegen spricht ein Argument, das schwer zu umgehen ist: Eine Arbeitssprache zu ersetzen erfordert eine Einigung darüber, welche sie ablöst, und diese Einigung existiert nicht. Weder Deutschland noch Frankreich würden Terrain abgeben, und Spanisch vereint nicht genügend interne Sprecher, um sich durchzusetzen.
Spanisch außerhalb: USA, Syrien und China
Außerhalb des Kontinents ändert sich das Bild. In den USA funktioniert Spanisch de facto in weiten Gebieten, mit einer Gemeinschaft, die manche Schätzungen auf nahezu 30 % der Bevölkerung beziffern, während andere die Zahl auf 15 oder 20 % reduzieren. Es ist eine Sprache, die an weiterführenden Schulen unterrichtet wird und im Alltag vieler Bundesstaaten präsent ist.
Die Spur reicht noch weiter. In der syrischen Stadt Sweida stammt 20 % der Bevölkerung aus Venezuela. In China haben Städte wie Enping und Qingtian Gemeinschaften, die Spanisch sprechen, wegen der migratorischen Verbindungen nach Lateinamerika. Auch im Süden Frankreichs ist es häufiger zu hören, als man denkt, wo manche Nachbarn beschreiben, die den spanischen Besucher in dessen eigener Sprache bedienen.
Mit diesen Zahlen wäre eine schrittweise Verschiebung hin zum Spanisch in den Institutionen naheliegend. Sie findet nicht statt. Es wiegt weiterhin weniger als eine Sprache, die von einem Partner geerbt wurde, der längst gegangen ist. Wie lange hält diese Widersprüchlichkeit noch durch, ohne dass sich jemand ernsthaft damit befasst?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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