USA: Ölreserven für elf Jahre, UK nur fünf

Die USA verbrauchen 19 Millionen Barrel täglich und haben noch elf Jahre eigenes Öl; das Vereinigte Königreich verliert in fünf Jahren 75 % der Versorgung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

USA erschöpfen ihr Öl in 11 Jahren; UK fällt in 5

Die USA stehen vor dem Ende ihres eigenen Öls in elf Jahren. Gas etwa zur gleichen Zeit. Dieses Szenario kursiert in pessimistischen Analysen und zeichnet im Extremfall eine Weltmacht, die künftig kauft, was sie heute fördert. Die Ausgangszahlen sind logisch. Das daraus abgeleitete Desaster ist es weniger.

Wie viel Öl haben die USA noch?

Das Land ist der größte Produzent von Rohöl und Gas weltweit, aber auch der größte Verbraucher. Es konsumiert 19 Millionen Barrel pro Tag und importiert 8 Millionen. Der Unterschied: Ein Großteil der eigenen Förderung kommt aus Quellen mit Kosten von 45 bis 50 Dollar pro Barrel, wobei das Geld im Inland bleibt. Wenn diese Reserven erschöpft sind, muss alles Importgut zum internationalen Preis beschafft werden: über 100 Dollar, wahrscheinlich steigend, da der einst größte Produzent nun gegen alle anderen um dasselbe Öl konkurriert.

Die Dimension ist erheblich. Das BIP pro Kopf in den USA ist 2,5-mal so hoch wie in Spanien. Mit spanischen Zahlen wären die USA zwar wohlhabend —keine Frage—, aber nicht mehr die Wirtschaftsmacht, die ihre globale Position stützt. Wer langfristige Verträge zu festen Preisen hat, entkommt dem Anstieg; alle anderen zahlen es auf jeder Rechnung.

Vereinigtes Königreich: Fünf Jahre bis zum Verlust von 75 % der Versorgung

Der Fall des Vereinigten Königreichs ist dringlicher. Es produziert mehr als die Hälfte seines Ölverbrauchs selbst, doch nach denselben Berechnungen verschwindet diese Produktion innerhalb von fünf Jahren. Auch ein relevanter Teil der Importe wird nicht mehr verfügbar sein: Russisches Öl fällt politisch weg, US-Öl geht in einem Jahrzehnt zur Neige, norwegisches etwas später. Das Ergebnis ist ein Verlust von mehr als 75 % der Versorgung in wenigen Jahren.

Der Schaden bemisst sich in Prozentpunkten des BIP. Bei Öl und Gas können die Zusatzkosten 1,5 % des jährlichen BIP überschreiten. Das klingt wenig, bis man es mit dem britischen Wachstum von 1,72 % im Jahr 2016 vergleicht: Praktisch der gesamte wirtschaftliche Fortschritt würde durch die Energiekosten aufgefressen. Manche Schätzungen sprechen sogar von einem BIP-Rückgang zwischen 10 % und 15 %.

Und das Land kommt nicht aus einer Position der Fülle. Vor dem Austritt aus der Europäischen Union waren neun der zehn ärmsten Regionen im Norden der Gemeinschaft britisch, mit Gebieten in Wales und Cornwall, die schlechter dastanden als viele Teile Polens.

Gibt es wirklich Peak Oil? Daten mit 22 Jahren Verzögerung

Hier beginnt die eigentliche Debatte. Der Förderhöhepunkt wurde für das Jahr 2000 prognostiziert, wir haben 22 Jahre Verspätung. Das ist das Argument derer, die behaupten, die Energiesknappheit sei ein wiederkehrendes Märchen: Nach 100 Jahren Förderung ist ein Datumsfehler von 20 % kein Unsinn, und solange der Ersatz langsamer erfolgt als der Rückgang, gibt es keinen Kollaps, nur Verteuerung.

Auf der anderen Seite wird argumentiert, der Höhepunkt sei bereits überschritten, es handle sich nicht um einen plötzlichen Leerstand, sondern um eine schleichende Abnahme, und die Technologie könne den Verbrauch nicht schnell genug ersetzen. Die Diskussion ist zudem geopolitisch belastet: Manche lesen den aktuellen Energiekonflikt als Beweis, dass das Problem nicht existiert, andere genau umgekehrt als erste Schlacht um Ressourcen. Eine dritte Haltung, die der Techniker, besagt: Das Öl geht nicht aus, es wird teurer. Das ist weniger dramatisch, aber vermutlich unbequemer.

Ersatzstoffe, Flickschusterei und ein weiteres Problem im Südwesten

Alternativen gibt es: Kernkraft, Wasserkraft, Photovoltaik, Windenergie und die Hoffnung auf Fusion, wobei China an seiner eigenen künstlichen Sonne arbeitet. Auch chemisches Recycling ist möglich. Wenn der Ölpreis explodiert, lohnt sich die Dieselproduktion aus Kohle via Fischer-Tropsch-Prozess wieder: Im Zweiten Weltkrieg stellte Deutschland auf diesem Weg 140.000 Barrel pro Tag her. Und Venezuela, mit bewiesenen Reserven für 30 Jahre, erinnert daran, dass Bodenschätze allein keine Macht bedeuten.

Währenddessen steht der Südwesten der USA vor seiner eigenen Wasserkrise. Im Lake Mead tauchte kürzlich eine Leiche in einem Fass auf, dort seit den 1980ern liegend, die die Dürre ans Tageslicht beförderte.

Wenn die Fristen exakt wären, würde das nächste Jahrzehnt die globale Energielandschaft ohne einen einzigen Schuss neu ordnen. Angesichts der Geschichte dieser Prognosen ist es jedoch wahrscheinlicher, dass sie weder punktgenau eintreffen noch völlig ignoriert werden können.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (140 Antworten).

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