Spaniens zinsfreie ICO-Kredite für Wohnraum: Preise und Kosten in der Kritik

Die spanische Regierung schlägt ICO-Kredite von bis zu 50.000 Euro bei 0 % für die Eigenkapital-Anzahlung beim Immobilienkauf vor. Die Debatte dreht sich um die Wirkung auf die Preise und darum, wer…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens zinsfreie ICO-Kredite für Wohnraum: Preise und Kosten in der Kritik
ICO-Kredite mit 0 % für Wohnraum: 50.000 Euro, die irgendjemand bezahlen wird

Die spanische Regierung plant öffentliche Kredite von bis zu 50.000 Euro bei 0 % Zinsen für den Kauf der ersten Immobilie, abgewickelt über das ICO (Spaniens staatliches Kreditinstitut) und mit bis zu 20 % des Immobilienwerts abgedeckt, ohne Gebühren und mit einer Rückzahlungsfrist von bis zu zehn Jahren. Die mit großem Tamtam angekündigte Maßnahme hat einen Sturm der Kritik ausgelöst, der weit über den üblichen ideologischen Kleinkrieg hinausgeht: Das Problem ist nicht, wer sie unterzeichnet, sondern die Arithmetik, auf der sie beruht.

Was der ICO-Kredit für Erstkäufer genau vorsieht

Der Mechanismus ist einfach zu beschreiben und schwer zu verdauen. Der Staat leiht jedem Käufer bis zu 50.000 Euro zinslos, um die Anzahlung für eine Hypothek zu decken. Den Rest des Preises finanziert die traditionelle Bank, sodass der Käufer zwei Kredite auf dieselbe Sicherheit anhäuft: die Immobilie. Zehnjährige Staatsschulden werden laut einer in der Debatte kursierenden Rechnung mit 4 % emittiert, und dieses Geld muss an den Märkten aufgenommen werden. Die 0 %, die der Käufer zahlt, trägt in der Praxis der Steuerzahler.

Manche halten die Maßnahme für eine tickende Zeitbombe: Wenn der Kredit an gefährdete Gruppen vergeben wird und die Rate sich mit der Hypothek überschneidet, ist das wahrscheinliche Szenario der Zahlungsausfall und danach die Zwangsvollstreckung. Als Präzedenzfall werden die ICO-Kredite der Pandemie zitiert, deren Fehlbeträge in der SAREB (Spaniens Bad Bank) und damit in den öffentlichen Haushalten landeten. Die Zahl, die in der Debatte genannt wird, ist vernichtend: Nur 10 % werden den Kredit voraussichtlich zurückzahlen, die restlichen 90 % landen bei allen Steuerzahlern.

Warum der 0-%-Kredit Wohnraum verteuern kann

Das am häufigsten angeführte Argument zielt nicht auf den Zahlungsausfall, sondern auf die Wirkung auf die Preise. Wenn der Staat mit geschenktem Geld Nachfrage injiziert, während das Wohnraumangebot durch regulatorische Beschränkungen stranguliert bleibt, ist das vorhersehbare Ergebnis, dass die Preise über Nacht genau um den Betrag der Käufersubvention steigen. In der Debatte wird es beziffert: 50.000 Euro Anstieg von einem Tag auf den anderen. Die gezogene Schlussfolgerung: Die Hilfe nützt nicht dem Käufer, sondern dem Verkäufer und den Investmentfonds, die bereits Wohnraum horten.

Der angezeigte Widerspruch ist ein Lehrbuchbeispiel: Dieselben, die eine Million neuer Wohnungen zur Entspannung des Angebots fordern, lehnen jede öffentliche Erleichterung des Zugangs ab. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage wird je nach Erzählstrategie bemüht oder ignoriert. Und währenddessen wird als Alternative der serielle Bau von VPO (Spaniens gefördertem Sozialwohnungsbau) gefordert, nicht die Subventionierung der Nachfrage.

Wer den Kredit beantragen kann und welche Bedingungen bekannt sind

Die konkreten Bedingungen stehen noch nicht fest. Der Text verweist für die Definition der Begünstigten, der Grenzen, des anfänglichen Volumens der Linie und des Antragsverfahrens auf die Verhandlung im Ministerrat. Das heißt: Die Schlagzeile wird vor dem Kleingedruckten verkündet, und das nährt den Verdacht, es handle sich um eine Maßnahme für das Wahljahr, die eher Stimmen einfangen als das strukturelle Problem lösen soll.

Die technischste Kritik richtet sich gegen die Doppelsicherheit. Wenn das ICO die Anzahlung deckt und die Bank den Rest, was passiert, wenn der Käufer nicht zahlen kann? Vollstreckt der Staat und räumt zwangsweise? Wird die Schuld erlassen und der Verlust sozialisiert? Niemand klärt es auf. Die vollständige Rechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt, führt zu einem unbequemen Schluss: Der Käufer zahlt auf der einen Seite 50.000 Euro über zehn Jahre und auf der anderen die Hypothek, womit seine Belastbarkeit genau dann schrumpft, wenn er sie am dringendsten braucht.

Der Hintergrund: Spanien, ein Land der Eigentümer oder der Mieter

Die Debatte driftet bald zu einer grundsätzlicheren Frage ab. Ein Teil der Analysen hält dagegen, dass das Mieten es besitzlosen Bevölkerungsschichten ermöglicht hat, in Vierteln zu leben, die sich ihre Einkommen nicht leisten könnten, und dass dies den Markt verzerrt hat. Die Gegenthese: Ohne bezahlbaren Mietwohnraum bleibt für einen jungen Menschen ohne Erbe nur die Auswanderung oder chronische Wohnungsnot. Die Maßnahme jedenfalls rührt weder das Angebot noch die Mieten: Sie fügt nur Nachfrage mit staatlicher Bürgschaft hinzu.

Mit diesen Zutaten lautet die vernünftige Prognose: Der ICO-Kredit wird mit Korrekturen verabschiedet, an weniger Menschen vergeben als die Schlagzeile verspricht, und hinterlässt eine Spur von Zahlungsausfällen, über die man in der nächsten Legislaturperiode streiten wird. Wiederholt sich das Muster, kommt die Rechnung trotzdem: auf den Staatshaushalt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (47 Antworten).

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