Spanien pumpt zwei Milliarden in Correos nach einem Jahrzehnt der Verluste

Die spanische Regierung rettet Correos mit zwei Milliarden Euro über fünf Jahre, trotz des Paketbooms. Wir beleuchten das Paradox eines Staatsunternehmens, das eine Milliarde Euro verloren hat.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Correos: Spanien pumpt zwei Milliarden Euro mitten im Paketboom in das Staatsunternehmen

Der Ministerrat hat das Vertragsprogramm gebilligt, das die neuen Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse (SIEG) von Correos bis 2030 regelt, mit einer Injektion von zwei Milliarden Euro über fünf Jahre. Die Maßnahme, mit der die im Juli 2025 mit Unterstützung von PSOE und PP verabschiedete Postreform abgeschlossen wird, soll ein Loch von mehr als einer Milliarde Euro stopfen, das sich in den letzten zehn Jahren angesammelt hat. Das Paradox liegt auf der Hand: Das Staatsunternehmen mit dem dichtesten Netz des Landes braucht eine Rettung gerade dann, wenn das Paketaufkommen dank des Onlinehandels Rekordhöhen erreicht.

Wie kann man im E-Commerce-Boom Geld verlieren?

Diese Frage zieht sich durch die wirtschaftliche Debatte. Correos unterhält ein Netz von 2.400 Filialen und mehr als 60.000 Beschäftigten – eine überdimensionierte Struktur, die die Manager nicht rentabel machen konnten. Die Kritik richtet sich gegen ein Management, geprägt von Postenschubsen und fehlender Kostenkontrolle: Manche sagen, Managergehälter und gemütliche Büroprivilegien wiegen schwerer als Effizienz. In vielen Dörfern ist die Postfiliale zu einem vererblichen Familienbesitz geworden.

Die Rechnung für die flächendeckende Grundversorgung

Das Vertragsprogramm legt die öffentlichen Dienstleistungspflichten fest, die Correos übernimmt – eine Bürde, die private Anbieter nicht tragen. Doch Kritiker erinnern daran, dass Correos im Gegensatz zu privaten Paketdiensten Millionen an Subventionen erhält. Der Strategieplan von Pedro Saura, dem Vorsitzenden des Unternehmens, sollte die Verluste mit dem neuen Postgesetz umkehren. Vorerst kommt eine Rettung von 400 Millionen Euro jährlich über fünf Jahre an.

Bei einem boomenden Paketmarkt und einem öffentlichen Netz, das alle mitfinanzieren, bleibt die unbequeme Frage: Wie viel mehr muss hineingepumpt werden, damit Correos tragfähig wird – oder wird es das nie?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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