Spaniens Wohnungspolitik: Parteienpläne zur Wahl am 29. November

Vor der spanischen Wahl am 29. November variieren die Wohnungspläne von der 5%-MwSt der PP bis zu Podemós 40%-Mietsenkung. Hier sind die konkreten Maßnahmen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Wohnungsprogramme für den 29. November reichen von der 5%-MwSt auf Erstwohnungen der PP bis zur verpflichtenden 40%-Mietsenkung durch Podemos. Alle versprechen mehr Angebot, widersprechen sich jedoch bei Steuern, Mietobergrenzen und Räumungen.

Es gibt einen seltsamen Konsens in der spanischen Politik: Alle Parteien behaupten, das Wohnungsproblem liege im Angebot. Danach gehen ihre Rezepte stark auseinander. Einige senken Steuern, andere erhöhen sie; einige liberalisieren Bodenrecht, andere setzen Grenzen. Dies sind die Vorschläge, die jede Formation zum 29. November mitbringt, ohne Schnörkel.

## Die PP verspricht eine Million Wohnungen und 5% MwSt

Die **PP** verpflichtet sich, **1 Million Wohnungen in vier Jahren** durch die Bereitstellung öffentlicher Grundstücke zu bauen. Steuerlich würde sie eine **5%-MwSt** auf den Kauf einer Erstwohnung anwenden, begrenzt auf Neubauten bis **120 m²**. Für Mieter mit Einkommen bis zu **33.007 Euro** würde sie die Abzüge auf **15%** erhöhen.

Beim Thema Miete würde sie die Erklärung von „angespannten Gebieten“ aus dem Wohnungsgesetz streichen und ein Gesetz einführen, das vorsorgliche Räumungen innerhalb von **48 Stunden** bei Hausbesetzungen ermöglicht. Die Partei präsentiert diese Maßnahmen als Paket für Rechtssicherheit für Eigentümer und Mieter.

## Die PSOE setzt auf staatliche Bautätigkeit und eine 2%-Grenze

Die **PSOE** möchte den staatlichen Wohnungsplan **2026-2030** konsolidieren, der mit **7 Milliarden Euro** ausgestattet ist, und den Staat zum direkten Entwickler von bezahlbarem öffentlichem Wohnraum machen. Sie würde die Obergrenze von **2%** für Mietanpassungen beibehalten und Bonifikationen bei der Einkommensteuer (IRPF) von bis zu **100%** für Vermieter einführen, die ihre Mieten senken.

Im steuerlichen Bereich würde sie eine **10%-MwSt** auf Aufenthalte in Ferienwohnungen anwenden und Zuschläge zur Grundsteuer (IBI) von bis zu **150%** in angespannten Gebieten für solche Immobilien erheben. Dies ist der Vorschlag mit der höchsten Steuerlast für Kurzzeitvermietungen.

## Vox: Null MwSt und Räumung in 24 Stunden

**Vox** schlägt vor, das Wohnungsgesetz abzuschaffen und durch Vorschriften zu ersetzen, die den größten Teil des verfügbaren Bodens freigeben, außer bei besonders geschützten Flächen. Bei den Steuern plant sie eine **0%-MwSt** für den Erwerb einer Erstwohnung sowie die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer und der Vermögenssteuer im Immobiliensektor.

Zum Schutz der Vermieter verteidigt sie ein Verfahren zur Räumung innerhalb von **24 Stunden** und ein Regime der nationalen Priorität bei öffentlichen Wohnungsbeihilfen. Dieser letzte Punkt ist umstritten: Er verknüpft den Zugang zu Hilfen mit der Staatsangehörigkeit und Ansässigkeitskriterien, die im Programm nicht näher ausgeführt werden.

## Sumar, Podemos und Nationalisten: Grenzen, Enteignungen und Zuständigkeiten

**Sumar** setzt auf die automatische Verlängerung von Mietverträgen und eine Obergrenze, damit die Miete **30%** des Haushaltseinkommens nicht übersteigt. Sie würde den Kauf von Wohnungen durch Investmentfonds und Nicht-Anwohner einschränken, es sei denn, es handelt sich um einen Erstwohnsitz, und reguliert Ferien- und Saisonvermietungen.

**Podemos** geht weiter: Eine gesetzliche, verpflichtende Reduzierung der Mietpreise um **40%**, ein Totalverbot für nicht-wohnwirtschaftliche Käufe, die Enteignung der Nutzung leerstehender Wohnungen im Besitz von Banken und Fonds sowie die Abschaffung des Steuerregimes für REITs (Socimis). Zudem verbietet sie Ferienwohnungen in städtischen angespannten Gebieten.

Regionalistische und nationalistische Parteien bewegen sich auf einer anderen Achse. Die **PNV** und **Junts** lehnen obligatorische automatische Verlängerungen für kleine Vermieter ab und setzen auf steuerliche Anreize mit IRPF-Ermäßigungen von bis zu **90%** für Vermieter, die Preise halten oder senken, sowie Respekt vor den autonomen Zuständigkeiten beim Bodenrecht. **ERC** und **EH Bildu** wollen die Mietobergrenzen dezentralisieren, damit Regionen und Gemeinden Preise deckeln können, pogre Steuern ab der dritten Immobilie erhöhen und eine **21%-MwSt** auf Ferienvermietungen anwenden.

## Was niemand konkretisiert: Kosten und Zeitplan

Keines der Programme legt dar, wie viel jede Maßnahme kosten wird oder woher das Geld kommen soll. Die eine Million Wohnungen der PP erfordert öffentliche Grundstücke, die vielen Regionen fehlen; der staatliche Entwickleransatz der PSOE kollidiert mit der Umsetzungsfähigkeit der Zentralverwaltung. Kritiker argumentieren, dass die Grenzen von Sumar und Podemos das Angebot entmutigen und die Preise nach oben treiben.

Wohnraum ist eine geteilte Zuständigkeit zwischen Staat und autonomen Gemeinschaften, was jedes Programm einschränkt. Jede dieser Maßnahmen erfordert parlamentarische Mehrheiten und in mehreren Fällen Gesetzesreformen, die Jahre dauern. Wähler sollten die Programme kritisch lesen und misstrauisch gegenüber runden Zahlen sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4 Antworten).

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