Spaniens Stromnetz überlastet: CNMC stoppt neue Anschlüsse

Die spanische Regulierungsbehörde CNMC verschärft die Kriterien. Das Übertragungsnetz ist zu 90 % ausgelastet und nimmt keine neuen Anträge für Wohnraum, Industrie oder Rechenzentren mehr an.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Stromnetz überlastet: CNMC stoppt neue Anschlüsse
Spaniens Übertragungsnetz zu 90 % ausgelastet: Keine neuen Anschlüsse

Das Wirtschaftsmagazin elEconomista deckte den Fall auf: Spaniens Stromübertragungsnetz ist nahezu vollständig ausgelastet (ca. 90 %), und eine regulatorische Änderung der CNMC hat die Tür für neue Anschlussanträge im Bereich Wohnen, Rechenzentren und Industrie geschlossen. Die Maßnahme soll die Versorgungssicherheit erhöhen, gefährdet aber bereits genehmigte Punkte und bereitet einen Rechtsstreit vor, den die großen Energieversorger vermeiden wollen. Sie fordern flexiblere Kriterien, schnellere Investitionen in Red Eléctrica und – weniger spektakulär, aber ebenso notwendig – mehr Transparenz über den tatsächlichen Zustand eines Netzes, das langsam „Nein“ sagt.

Was bedeutet eine Auslastung des Netzes von 90 %?

Ein Übertragungsnetz mit 90 % Auslastung ist keine bloße Statistik. Wenn sich das System seiner Kapazitätsgrenze nähert, reduziert jeder neue Anschlusspunkt den Spielraum für andere und beeinträchtigt die Zuverlässigkeit des Gesamtsystems. Daher der Schritt der Regulierungsbehörde: Lieber rechtzeitig absagen als später abschalten müssen.

Der erste Betroffene ist wenig elektrisch: der Wohnungsbau. Ein neues Bauprojekt benötigt einen Netzanschluss, um existieren zu können. Der Stopp bei Immobilienanträgen verwandelt das energetische Nadelöhr in ein Wohnungsproblem. Dasselbe gilt für Rechenzentren, die sich von digitalen Versprechen zu Mega-Watt-Fressern entwickelt haben, sowie für die Industrie, die ihre Prozesse elektrifizieren will. Alle konkurrieren um denselben Steckplatz.

Einige schätzen die zukünftige Nachfrage auf über 400 TWh pro Jahr, wenn Elektroautos massenhaft genutzt werden – ein Szenario, das intelligente Netze und einen heute nicht vorhandenen Investitionsplan erfordern würde. Auf der anderen Seite wird daran erinnert, dass thermische Kraftwerke abgerissen wurden und die weggefallene gesicherte Leistung nicht schnell genug ersetzt wurde.

Zwei Chefs, kein Verantwortlicher: Wer kontrolliert das Netz?

Das aktuelle Design teilt das Territorium auf. Die Energieversorger verwalten das Mittelspannungsnetz, das Häuser und Gewerbegebiete erreicht; das Hoch- und Höchstspannungsnetz, die Autobahnen des Systems, wird von Redeia kontrolliert, wobei Red Eléctrica das zentrale Element ist und teilweise börsennotiert ist. Diese Aufteilung entstand nicht zufällig: Wie ein Teilnehmer betont, geht sie auf EU-Richtlinien zurück, die das Netz vom Handelsgeschäft trennten, ähnlich wie Telefónica gezwungen ist, sein Netz zu vermieten, oder Adif dasselbe tun muss.

Wie ein Teilnehmer zusammenfasst: „Zwei Chefs, keiner verantwortlich.“ Einer kassiert eine regulierte Gebühr mit garantierter Rendite; der andere verdient an der Handelsspanne. Das Netz selbst wird gerade so am Laufen gehalten, was billig ist, bis es nicht mehr funktioniert.

Red Eléctrica: Weder öffentlich noch privat, sondern das Gegenteil

Die Positionen prallen frontal aufeinander. Eine Strömung befürwortet die Verstaatlichung des gesamten Netzes, um es vor privaten Interessen zu schützen; die sarkastische Antwort lautet, dass das Netz angesichts der vielen Politiker in den Aufsichtsräten ohnehin wie eine staatliche Behörde funktioniere. Andere Teilnehmer erinnern daran, dass der Staat das Unternehmen bereits über seine Kapitalbeteiligung kontrolliert.

In der Mitte bleibt eine Nuance, die oft verloren geht. Ein großer Teil des Übertragungsnetzes gehörte bis etwa 2010 den Energieversorgern, bevor die Regierung sie zwang, es an Red Eléctrica zu verkaufen, so der im Sektor kursierende Bericht. Damals gab es keine Blackouts, wird argumentiert, was den Verdacht nährt, dass das Problem weder öffentlich noch privat ist, sondern wer die Verantwortung trägt, wenn etwas schiefgeht.

Forderungen der Unternehmen und die unbezahlte Rechnung

Was die Firmen konkret verlangen, sind beschleunigte Investitionen in Red Eléctrica und detaillierte Veröffentlichungen zum Zustand des Übertragungsnetzes. Was niemand will, ist die Rechnung. Es ist die Rede von öffentlichen Investitionsplänen in Höhe von mehreren Dutzend Milliarden Euro, um Wasser- und Strominfrastrukturen zu modernisieren – ein keynesianischer Beton- und Kabelansatz ohne Unterzeichner.

Zwischen Wartungskürzungen und fehlender Planung entstehen Vorschläge, die kaum wie Scherze wirken. Der beliebteste: Jeder Minister sollte vor Amtsantritt 20 Stunden Sim City spielen, um am Bildschirm zu sehen, was passiert, wenn das Budget für die Instandhaltung der Infrastruktur gekürzt wird.

Wenn die technischen Details erschöpft sind, dreht sich die Diskussion um zwei offene Fragen: Wer entscheidet, was zuerst angeschlossen wird (ein Wohnprojekt, ein Rechenzentrum oder eine Fabrik) und wer haftet, wenn das Netz ausfällt. Einige behaupten, der Druck komme vom Bevölkerungswachstum auf Infrastrukturen, die nicht im gleichen Maße erweitert wurden; auch auf das alternde Drehtürspiel zwischen Regulierungsbehörde, Betreiber und großen Energieversorgern wird hingewiesen. Die Daten zur Auslastung liegen auf dem Tisch. Die Schuldzuweisung nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (214 Antworten).

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