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Red Eléctrica warnt vor Blackout-Gefahr in Spanien
Spaniens Stromnetzbetreiber meldet akute Überlastung: 90 % der Knotenpunkte sind gesättigt, Verbraucher zahlen 200 Millionen Euro extra.
Red Eléctrica räumt ein: Spanien droht erneut ein sofortiger Stromausfall
Der Systembetreiber des spanischen Stromnetzes, Redeia (ehemals Red Eléctrica de España), hat eine neue Warnung ausgesprochen: Das Risiko eines Versorgungskollapses ist „unmittelbar“, falls keine dringenden Reformen eingeleitet werden. Ein aktueller Bericht zeigt „plötzliche Spannungsschwankungen, die die Versorgungssicherheit gefährden könnten“. Das Unternehmen fordert von der CNMC (Comisión Nacional de los Mercados y la Competencia) Maßnahmen, um einen Wiederholung des großen Stromausfalls im vergangenen April zu verhindern, der das halbe Land stundenlang im Dunkeln ließ und dessen Zusatzkosten bereits auf 800 Millionen Euro geschätzt werden – mit Gefahr weiterer Preissteigerungen.
Technische Diagnose: Ein zunehmend fragiles Netz
Die Daten sprechen für sich. Laut dem Bericht von ENTSO-E (dem europäischen Netzwerk der Übertragungsnetzbetreiber) arbeitet das spanische Stromsystem am Limit. 90 % der Hochspannungsknotenpunkte sind überlastet. In Madrid stieg die Auslastung innerhalb eines Monats von 86 % auf 90 %, in Barcelona von 88 % auf 91 %, und in Andalusien ist die Kapazität vollständig erschöpft. Der Mangel an Infrastrukturinvestitionen trifft auf einen Erzeugungspark, der immer stärker von erneuerbaren Energien abhängt, deren Intermittenz Instabilitäten verursacht. Wie technische Analysen zeigen, liefern konventionelle Kraftwerke (Kernkraft, GuD-Kraftwerke) Trägheit und Spannungsregelung, die Photovoltaik- und Windanlagen mit ihrer Leistungselektronik nach den aktuellen Netzcodes nicht bereitstellen können. Am Tag des Stromausfalls stabilisierten nur ein GuD-Kraftwerk und ein Kernkraftwerk das gesamte System. Das Ergebnis: Spannungsschwankungen, die zum vollständigen Energiezusammenbruch führen können.
Kosten für die Bürger: 200 Millionen Euro Mehrbelastung bis Juli
Die Verbraucher tragen bereits die Last der Fragilität. 25 % der Stromrechnung entfallen auf Sicherungsmechanismen zur Verhinderung eines neuen Kollapses. Bis Juli hatten die Konsumenten zusätzlich 200 Millionen Euro für Ausgleichsdienstleistungen, technische Engpässe und Kapazitätszahlungen gezahlt. Die Regierung prüft zudem, die Mehrkosten des April-Ausfalls – 800 Millionen Euro – auf alle Haushalte umzulegen. Hinzu kommt der Stromdiebstahl im Zusammenhang mit Hierba-Anbau, der laut aktuellen Daten dem jährlichen Verbrauch von Girona, Tarragona, Lleida und Sabadell zusammen entspricht. Ein Loch, das das Netz nicht verkraften kann.
Nukleardebatte flammt wieder auf
Das Blackout-Risiko hat die Diskussion um die Stilllegung der Kernkraftwerke neu entfacht. Der ehemalige Operationsdirektor von Red Eléctrica betonte, dass Almaraz nicht abgeschaltet werden dürfe, wenn die Versorgungssicherheit gefährdet sei. Der Untersuchungsausschuss zum Stromausfall prüfte bereits, ob auf Kernenergie verzichtet werden kann, ohne Konsequenzen zu fürchten. Währenddessen fordert das Europaparlament eine Verlängerung der Laufzeit des Kraftwerks in Cáceres. Der offizielle Zeitplan sieht jedoch weiterhin die schrittweise Abschaltung vor, mit dem Ziel, die Atomenergie in Spanien bis 2035 auslaufen zu lassen. Eine Entscheidung, die angesichts der Faktenlage technisch kaum tragfähig erscheint.
Maßnahmen unter Druck: Industrieabschaltungen und Reformen in der Schwebe
Redeia hat bereits dreimal den Mechanismus zur Unterbrechung der Großindustrie-Stromversorgung aktiviert, um einen flächendeckenden Kollaps zu vermeiden. Der letzte Fall liegt nur wenige Tage zurück und reiht sich in die diesjährigen Abschaltungen ein. Der Betreiber fordert von der Regierung mehr Befugnisse, um Kraftwerke bei Gefahr schnell vom Netz nehmen zu können. Doch während die Verhandlungen mit der CNMC sich hinziehen, bleibt das Netz angespannt. Die Paradoxie: Der Strompreis ist seit dem April-Ausfall um 40 % gestiegen, und die Haushalte tragen die Kosten einer Infrastruktur, die nicht ausreichend verstärkt wird.
Mit dem Sommer und den bevorstehenden Hitzewellen stellt sich nun die Frage, ob das System standhält. Der letzte Stromausfall dauerte 24 Stunden; Experten warnen, dass der nächste länger sein könnte. Der Handlungsspielraum schrumpft. Und die offizielle Darstellung, es handele sich um einen einmaligen Ausnahmefall, bröckelt. Das Risiko ist unmittelbar, doch niemand scheint bereit, die politischen Kosten der Lösung zu tragen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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