Spaniens oberste Richterin warnt vor politischem Druck auf die Justiz

Die Präsidentin des Obersten Gerichtshofs verteidigt die Justizunabhängigkeit angesichts politischer Drucks. König Felipe VI. unterstützt die Arbeit der Richter.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Justizunabhängigkeit steht unter beispiellosem Druck, bedroht durch politische Angriffe und öffentliche Herabwürdigung, doch die entschlossene Verteidigung der Justiz und die institutionelle Rückendeckung des Königs sind ein Leuchtfeuer im Sturm.

## Die Justizunabhängigkeit, ein bedrohter Pfeiler

Die Rede der Präsidentin des Tribunal Supremo bei der Eröffnung des Justizjahres am **11. September 2026** hat die prekäre Lage der spanischen Justiz offengelegt. Die Worte von **Isabel Perelló** hallten mit Nachdruck wider, als sie die Angriffe aus verschiedenen Richtungen anprangerte, die darauf abzielen, die Würde und Ehre der Richter zu untergraben. Es handelt sich nicht um bloße Kritik, sondern um Beleidigungen im Parlament, direkte Drohungen gegen namentlich genannte Richter und den hinterhältigen Vorwurf des "Lawfare". Diese Akte sind keine vereinzelten Vorfälle, sondern bilden eine Strategie, die direkt auf den Kern der Justizunabhängigkeit abzielt – einen grundlegenden Bestandteil jedes Rechtsstaats. Mit einer kompromisslosen Erklärung verteidigte die Präsidentin die Arbeit ihrer Kollegen gegen jene, die die Justiz für ideologische Zwecke instrumentalisieren wollen, und betonte, dass Gerichtsentscheidungen der Gerechtigkeit und dem Allgemeinwohl dienen und nicht niedrigen Interessen.

Die Sorge über die Belästigung und Delegitimierung der Justiz ist in der juristischen Gemeinschaft deutlich spürbar. Die Vorstellung, dass Justiz zum Schweigen gebracht, gekauft, verkauft oder manipuliert werden könnte, um den Interessen des jeweiligen Herrschers zu dienen, ist eine ernste Bedrohung für die Bürger, die Gefahr laufen, zu bloßen Zuschauern ihrer eigenen Rechte zu werden. Die spanische Justizgeschichte hat turbulente Zeiten gekannt, doch die gegenwärtige Lage ist besonders besorgniserregend. Aktuelle Beispiele wie die vorläufige Aussetzung des "ley de nietos" (Gesetz zur Staatsbürgerschaft für Enkel spanischer Exilierter) oder die Kritik an der Richterin **Tardón** wegen ihrer Untersuchung der Invasion von Ceuta zeigen, wie versucht wird, die Justizfunktion zu verzerren. Die Justiz muss in ihrem Wesen ein Gegengewicht zur Tyrannei sein, eine Garantie dafür, dass die Herrschaft des Gesetzes ohne Einschränkung gilt.

## Loyalität und Redlichkeit des Richters, Werte auf dem Spiel

Was einen Richter vor allem definiert, sind Loyalität und Redlichkeit. Loyalität bedeutet Treue zu Menschen und Sachen, was im juristischen Bereich Gesetzestreue bedeutet. Redlichkeit wiederum verweist auf Anstand, Vernünftigkeit und Gerechtigkeit. Diese Werte, die unverrückbare Pfeiler sein sollten, werden von denen in Frage gestellt, die das Gewissen der Richter formen und sie zu bloßen Vasallen der Macht machen wollen. Die große Mehrheit der Bürger erwartet von ihren Richtern ein tadelloses Verhalten, Loyalität sich selbst gegenüber und gegenüber den Adressaten ihrer Entscheidungen. Unbehagen entsteht bei den autokratischen Gesten, die dieses Vertrauen untergraben wollen.

Es ist entscheidend zu verstehen, dass die Justiz letztlich autark ist. Der freie Richter meidet den politischen und parapolitischen Druck, der Knechtsrichter statt Diener des Gesetzes schaffen will. Die Autorität der Staatsgewalten gründet auf der Summe von Macht und Ansehen, und das Prestige der Richterschaft trägt wesentlich zur institutionellen Stabilität bei. Die Gewaltenteilung bedeutet keine Isolation, sondern enge Zusammenarbeit im Dienst der großen nationalen Interessen. Justizunabhängigkeit ist kein Privileg, sondern eine Notwendigkeit für das reibungslose Funktionieren der Demokratie.

## Der König, Symbol der Kontinuität und Rückendeckung

Die Anwesenheit von **König Felipe VI.** bei der Eröffnung des Justizjahres am **11. September 2026** war nicht die eines weiteren politischen Akteurs, sondern die eines Staatsoberhaupts, der in Erfüllung seiner verfassungsrechtlichen Rolle Kontinuität und Rückendeckung für die Institutionen symbolisiert. Seine Teilnahme, aus der Neutralität heraus, die seine Position verleiht, bekräftigt das Engagement der Krone für eine unabhängige Justiz, frei und nur dem Gesetz unterworfen. Mit seiner Anwesenheit wollte der König den Kampf der Richter für die Gerechtigkeit stärken – ein Kampf, der letztlich für Spanien geführt wird.

Bei früheren Anlässen, etwa der Vereidigung des **73. Jahrgangs der Richterlaufbahn**, hatte der König bereits die Bedeutung betont, die Justizunabhängigkeit als wesentlichen Pfeiler des Verfassungssystems zu bewahren. Damals forderte er "tiefen Respekt" vor der Justiz und erkannte sie als eine der tragenden Institutionen des Staates und als unverzichtbare Voraussetzung für das Fortbestehen demokratischer Prinzipien und Werte an. Das Bild des Königs, der diese Zeremonie leitet, hat einen unschätzbaren institutionellen Wert – eine Erinnerung daran, dass die Verteidigung einer unabhängigen Justiz eine Aufgabe ist, die alle Staatsgewalten teilen. Die Gerechtigkeit als Ziel, dem man sich annähert, erfordert die ständige Anstrengung von Männern und Frauen, die aus ihrer Berufung heraus die Bedeutung verstehen, unabhängige Richter im Dienst der Bürger zu sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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