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Spaniens Ministerin mischt Seseo und Ceceo: ein Akzent, den niemand erkennt
Die Sprache von María Jesús Montero vermischt Seseo und Ceceo im selben Satz – eine Kombination, die befragte Andalusier bei niemandem wiedererkennen.
Seseo und Ceceo im selben Mund: Monteros Akzent, der nicht aufgehen will
Eine spanische Ministerin sagt «zosialista» und zwei Sätze später «zeguridá zosial». Der aufmerksame Zuhörer hält inne. Es ist nicht so, dass sie sesea. Sie wechselt innerhalb derselben Rede zwischen Seseo und Ceceo, und dieser Mix hat einen Fachbegriff: Er existiert nicht. Die Diskussion über die Sprache von María Jesús Montero ist nicht mehr ein Kaffeekränzchen-Witz, sondern eine unbequeme sprachwissenschaftliche Frage: Gibt es irgendjemanden in Andalusien, der so spricht – oder handelt es sich um einen designten Akzent?
Der Konsens unter den Debattenteilnehmern ist fast einstimmig. In Andalusien spricht man entweder mit Seseo oder mit Ceceo, aber nicht beides zugleich. Seseo (ein «s», wo ein «z» hingehört) und Ceceo (ein «z», wo ein «s» hingehört) sind territorial verteilte Phänomene, kein Schalter, den man je nach Laune drückt. Wer beides in derselben Rede mischt, reproduziert keinen Dialekt: Er improvisiert einen.
Ist es normal, Seseo und Ceceo in derselben Person zu mischen?
Nein. Die Antwort, die immer wieder kommt, lautet: Es ist seltsam, um es vorsichtig zu sagen. Das übliche Muster ist stabil: Ein Sprecher mit Seseo behält seinen Seseo, ein Sprecher mit Ceceo behält seinen Ceceo, ganz gleich in welchem Register. Der Wechsel innerhalb derselben Rede deutet auf etwas anderes hin: auf den Versuch, lokal zu klingen, der außer Kontrolle gerät. Manche vergleichen es mit dem Andalusier, der seine Herkunft verdeckt und sich dabei abwechselnd richtig und falsch ausspricht. Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe: Es kratzt im Ohr.
Die Diskussion kippt bald in eine soziale Bewertung. In weiten Gebieten werden Ceceo und Seseo mit einem volkstümlichen Register assoziiert, und manche finden es unpassend bei jemandem mit Hochschulausbildung – man unterstellt ihr ein Medizinstudium. Es ist ein altes Vorurteil, aber es kursiert: der Akzent als Klassenmarker, nicht nur als geografischer.
Wo spricht man mit Ceceo, wo mit Seseo, und was ist Jejeo?
Die Karte ist nicht einheitlich. Es gibt Regionen mit Ceceo und Regionen mit Seseo, und die Grenze fällt nicht mit der Provinzgrenze zusammen. Am ausgeprägtesten erscheint das Jejeo: die Ersetzung von «s» und «z» durch ein behauchtes «j», als Beispiel wird «cojinero» statt «cocinero» genannt. Es kommt in Dörfern der Bergregion von Cádiz und der Ebene von Sevilla vor – mit dem Hinweis, dass nicht alle Einwohner dort so sprechen.
Die innere Variation ist enorm. Zwischen Süden und Norden derselben Provinz können 170 oder 180 Kilometer liegen und zwei Mundarten, die sich kaum verstehen. Je weiter nördlich und östlich, desto kastilischer der Dialekt. Und es gibt ein Phänomen, das nicht allein andalusisch ist: die Abschwächung der finalen «s» und der «d» in Partizipien, verbreitet in weiten Teilen Spaniens.
Der Akzent als Show und die Ablehnung durch die Andalusier selbst
Der häufigste Einwand ist nicht sprachlicher, sondern ästhetischer Natur. Es gibt Andalusier, die zu ihrem Akzent stehen, ohne ihn zu übertreiben, die deutlich artikulieren und keine Silben verschlucken – und in der Übertreibung einen Klamauk sehen. Der Vorwurf ist hart: Sprache zur Varieté-Nummer zu machen. Dieses Publikum fühlt sich nicht vertreten und sagt das ohne Umschweife.
Die Hypothese der unfreiwilligen Verkleidung gewinnt mit jedem Auftritt an Boden. Wenn der Akzent aufgesetzt ist, kommen die Ausrutscher von allein: ein «s», wo ein «z» hingehört, ein «z», wo ein «s» hingehört. Das geschulte Ohr bemerkt es früher als der beiläufige Zuschauer.
Bleibt die wohlwollende Erklärung: Das Umfeld prägt, und mit den Jahren gerät der Heimdialekt ins Wanken. Kann sein. Aber ein wankender Dialekt erzeugt keinen so launischen Wechsel. Er erzeugt etwas anderes. Und dieses Etwas ist genau das, was gerade diskutiert wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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