Spaniens Mietpreise steigen in begehrten Lagen um 10%

Solvia prognostiziert einen jährlichen Mietanstieg von 5-8%, in angespannten Märkten über 10%. Die Durchschnittsmiete für eine 90-m²-Wohnung liegt bei 1.331 Euro monatlich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Solvia erwartet, dass die Mieten im dritten Quartal zwischen 5 % und 8 % im Jahresvergleich steigen werden, mit Anstiegen von mehr als 10 % in städtischen Märkten mit hoher Nachfrage. Diese Prognose folgt auf ein zweites Quartal, in dem die Mieten gegenüber dem Vorquartal nur um 0,1 % zulegten.

Der spanische Mietmarkt zeigt für die kommenden Monate einen klaren Trend: weiter steigende Preise. Der Bericht „II Solvia Market View“ rechnet im dritten Quartal des Jahres mit jährlichen Steigerungen der Mietkosten von **5 % bis 8 %**, wobei die Anstiege in den am stärksten nachgefragten städtischen Märkten **10 %** überschreiten dürften. Die Ursache ist eindeutig: Es fehlt an Angebot, während viele Menschen mieten möchten.

Diese Daten sind bemerkenswert, da sie unmittelbar nach einem Quartal scheinbarer Ruhe eintreten. Zwischen April und Juni stiegen die Mieten nur um **0,1 %** gegenüber dem Vorquartal und um **2,9 %** im Jahresvergleich auf **14,8 Euro pro Quadratmeter und Monat**. Dies war der geringste Quartalszuwachs in einem zweiten Quartal seit **2007**. Die Zurückhaltung hat das Niveau jedoch nicht gesenkt: Die Mieten bleiben hoch.

## Madrid, Barcelona und die Balearen führen die Preisliste an

Die höchsten Preise konzentrieren sich auf drei bekannte Gebiete. **Madrid** führt die Tabelle mit **21,95 Euro pro Quadratmeter und Monat** an, gefolgt von **Barcelona** (19,46 Euro) und den **Balearen** (19,22 Euro). Eine 90-Quadratmeter-Wohnung zu mieten, kostet in Spanien durchschnittlich etwa **1.331 Euro monatlich**.

Der Aufwärtsdruck wird durch zwei sich gegenseitig verstärkende Faktoren getrieben. Zum einen reicht das verfügbare Wohnungsangebot nicht aus, um die weiterhin hohe Nachfrage zu decken. Zum anderen treiben steigende Kaufpreise und erschwerte Finanzierungsbedingungen Haushalte, die sich keinen Immobilienkauf leisten können, in den Mietmarkt. Diese Kombination hält den Wettbewerb um verfügbare Objekte aufrecht und begrenzt jede Möglichkeit einer nachhaltigen Preissenkung.

## Kaufen wird teurer, obwohl weniger verkauft wird

Der Kaufmarkt zeigt keine Anzeichen von Entspannung. Der durchschnittliche Wohnimmobilienpreis erreichte im zweiten Quartal **2.487 Euro pro Quadratmeter**, ein Plus von **9,2 %** gegenüber dem Vorjahr, trotz eines Rückgangs der Transaktionen. Für die kommenden Monate erwartet Solvia, dass die Kaufpreise ihren Aufwärtstrend fortsetzen, allerdings mit moderateren jährlichen Zuwächsen von **3 % bis 5 %**.

Die Verkäufe hingegen gingen im zweiten Quartal um **5,7 %** quartalsweise und um **2,3 %** im Jahresvergleich zurück. Die Anpassung war besonders stark bei Neubauwohnungen, wo die Zahl der Transaktionen um **11,5 %** auf **34.919** sank, während gebrauchte Wohnungen um **4 %** auf **133.015** Transaktionen fielen, laut Daten des Colegio de Registradores (Registergericht). **Andalusien, Katalonien, die Comunidad Valenciana und Madrid** vereinten fast **63 %** der nationalen Verkäufe auf sich, und die ausländische Nachfrage erreichte mit fast **16 %** der Transaktionen ein historisches Hoch.

„Der spanische Immobilienmarkt tritt in eine Phase der Aktivitätsabkühlung ein, aber dies führt nicht zu sinkenden Preisen“, erklärt **Enrique Tellado**, CEO von Intrum und Präsident von Solvia. „Die Nachfrage bleibt hoch, und das verfügbare Angebot ist weiterhin deutlich unzureichend, um den Wohnbedarf zu decken. Daher ist es entscheidend, den Bau neuer Immobilien zu fördern, die städtebaulichen Verfahren zu beschleunigen und einen ausgewogeneren Markt zu schaffen, der den Zugang zum Wohnraum erleichtert.“

## Teurere Hypotheken und unzureichender Neubau

Die Abkühlung der Aktivität erreichte auch den Hypothekenmarkt, mit **129.240** im zweiten Quartal abgeschlossenen Verträgen, was **3,3 %** weniger sind als in den ersten drei Monaten des Jahres. Der Anteil der durch Hypotheken finanzierten Käufe stieg auf **77 %**, was eine größere Abhängigkeit von Krediten für den Wohnungszugang widerspiegelt. Der durchschnittliche Hypothekenbetrag lag bei **176.453 Euro**, während die durchschnittliche monatliche Rate auf **825 Euro** anstieg.

Die Belastung der Haushalte durch Hypothekenzinsen lag bei **34,3 %** des Gehalts, doch der Durchschnitt verdeckt sehr unterschiedliche Realitäten: Auf den **Balearen** erreicht sie **55,8 %** und in **Madrid** **44,5 %**. Hinzu kommt die Unzulänglichkeit des Neubaus. Obwohl im April und Mai **25.190 Baugenehmigungen** erteilt wurden, ein Plus von **21,7 %** gegenüber dem Vorjahreszeitraum, warnt der Bericht, dass die Bautätigkeit weiterhin durch Knappheit an baureifen Grundstücken, Verwaltungsvorschriften, Baukosten und Fachkräftemangel begrenzt bleibt.

## Preisanstiege breiten sich auf erschwinglichere Stadtteile aus

Der Bericht widmet besondere Aufmerksamkeit **Madrid, Barcelona und Málaga**, einer Stadt, die in dieser Ausgabe in die Studie der großen Metropolen aufgenommen wurde. Das Fazit lautet, dass sich die Verteuerung auf traditionell erschwinglichere Bezirke ausbreitet, über die Gebiete mit höherer Kaufkraft hinaus.

In Madrid erreichte der durchschnittliche Wohnpreis im zweiten Quartal **4.738 Euro pro Quadratmeter**, ein Anstieg von **15,6 %** im Jahresvergleich. **Salamanca** (7.724 €/m²), **Chamberí** (7.206) und **Chamartín** (6.800) bleiben die teuersten Bezirke, aber der stärkste Anstieg wurde in **Puente de Vallecas** mit einem jährlichen Plus von **20,8 %** verzeichnet. In Barcelona lag der Durchschnittspreis bei **4.362 Euro pro Quadratmeter**; **Sarrià-Sant Gervasi** führt die Tabelle mit 5.791 Euro an, während die größten jährlichen Zuwächse in **Sant Andreu** (+13,6 %) und **Nou Barris** (+13,3 %) erzielt wurden. In **Málaga** betrug der Durchschnittspreis **2.854 Euro pro Quadratmeter**, wobei **Málaga Este** das teuerste Gebiet war (3.929 Euro); **Campanillas**, der günstigste Bezirk, verzeichnete den größten jährlichen Anstieg von **26,9 %**, gefolgt von **Puerto de la Torre** (+19,4 %) und **Ciudad Jardín** (+19,2 %).

Solvias Prognose ist eine Marktschätzung, keine Garantie: Die Mietpreise hängen vom verfügbaren Angebot, der Finanzierung und den wohnpolitischen Entscheidungen ab, daher sollten zukünftige Zahlen mit Vorsicht betrachtet werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (5 Antworten).

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