Sumar erwägt Enteignung, wenn Mieter über 70 Jahre alt sind
Der Entwurf des sogenannten Maricarmen-Dekrets hat keine Mehrheit. Doch die Leckage hat den Wohnungskonflikt in Spanien neu entfacht und Mieter über 70 ins Zentrum des spanischen Mietmarktes gerückt. Der Vorschlag, enthüllt von Artículo 14, würde es der Verwaltung erlauben, die Immobilie zu enteignen, wenn der Mieter dieses Alter überschreitet. Auf dem Papier ein Schutz für Ältere; in der Praxis liest die Branche dies als letzten Schlag gegen einen bereits angespannten Markt.
Was besagt das bekannt gewordene Maricarmen-Dekret?
Der Text legt eine Ausnahme vom Eigentumsrecht fest, die es im staatlichen Gesetz heute nicht gibt: Wenn der Mieter über 70 Jahre alt ist, könnte die Verwaltung die Wohnung enteignen. Der Eigentümer würde den Enteignungspreis zum Marktwert erhalten, stets nach den veröffentlichten Informationen, und der resultierende Bestand wäre in Händen einer staatlichen Immobilienfirma. Die Bezeichnung des Umlaufs — Maricarmen-Dekret — fasst den Ton zusammen: Eine Norm mit Eigennamen, als wäre sie eine Person und kein Gesetz.
Das zitierte Präzedenzfall hilft nicht. Zuvor wurde bereits ein Wohnungsgesetz verabschiedet, das laut mehreren Akteuren kleine Eigentümer aus dem Markt gedrängt hat. Der Unterschied ist nun die Rede von Enteignung, einer Maßnahme, die die Verfassung nur für Gründe des öffentlichen Nutzens oder sozialen Interesses vorsieht. Dass das Alter des Mieters der Auslöser ist, hat alle Alarmglocken läuten lassen.
Warum wird Altersdiskriminierung angeführt?
Artikel 14 der Verfassung steht oben auf der Liste. „Die Spanier sind vor dem Gesetz gleich, ohne dass irgendeine Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Rasse, Geschlecht, Religion, Meinung oder sonstiger persönlicher oder sozialer Umstände gelten kann“, lautet der Text. Das Alter ist nicht ausdrücklich genannt, und genau hier kollidiert der Entwurf: Ein 71-jähriger Mieter würde anders behandelt als ein 69-jähriger.
Der Widerspruch ist erheblich. Wenn das Kriterium der Schutz der Schwachen ist, warum zieht man die Grenze bei 70 und nicht bei der wirtschaftlichen Lage? Niemand in der Branche hat eine klare Antwort gegeben. Analysten erinnern daran, dass dasselbe Kriterium auf jede andere Gruppe ausgeweitet werden könnte und eine schwer zu schließende rechtliche Lücke öffnet.
Der reale Effekt: Weniger Mieten für Über-70-Jährige
Hier liegt der Knackpunkt. Die Kalkulation des Eigentümers ist kalt: Die gesetzliche Vertragsverlängerung beträgt fünf Jahre, sieben Jahre, wenn der Vermieter ein Großvermieter ist. Addiert man die Zeit, die eine Zwangsräumung vor Gericht dauern kann, bedeutet es, jemandem zu vermieten, der während der Laufzeit 70 wird, das Risiko einzugehen, die Wohnung nie zurückzubekommen. Die Lehrbuchlogik sagt: Bestrafst du das Angebot, verschwindet das Angebot.
Es wird argumentiert, dass das Ergebnis das Gegenteil des Gewünschten sein wird: Ältere haben es schwerer, nicht leichter. Und dass der Großteil des Bestands in Hände großer Fonds enden wird, der einzigen Akteure, die dieses Risiko tragen können. Acht von zehn Wohnungen in Spanien gehören heute Privatpersonen; ziehen sich diese Eigentümer zurück, bestimmen die Verbleibenden den Preis.
Einige schlagen genau das Gegenteil vor: Dass der Staat den Mieter gegenüber dem Eigentümer garantiert, statt zu enteignen. Mit dieser Garantie, so heißt es, würden innerhalb eines Monats mehr Wohnungen verfügbar als durch das Dekret in Jahren mobilisiert; es wurde von 500.000 Wohnungen gesprochen, die bereit wären, auf den Markt zu kommen. Eine Garantie reduziert das Risiko, ohne das Eigentum anzutasten; eine Enteignung ändert den Eigentümer.
Das Dekret hat keine Stimmen: Stand der Gesetzgebung
Das Problem für seine Befürworter ist nicht inhaltlich, sondern arithmetisch. Sumar hat versprochen, die Unterzeichnung der Norm zu erzwingen, sogar gegen die Vizepräsidentin. Junts hat bereits angekündigt, dagegen zu stimmen, nicht wegen der Enteignung, sondern wegen dessen, was sie als Schutzlosigkeit kleiner Eigentümer gegenüber Besetzung ansehen. Ohne diese Stimmen wird das Dekret nicht bestätigt.
Der Rest ist Hintergrundgeräusch. Das Protestcamp an der Puerta del Sol hat beschlossen, weiterzumachen, egal was im Ministerrat passiert. Dabei hat die Angelegenheit andere Fronten erfasst, einschließlich Ceuta, über das kaum noch gesprochen wird. Während die Politik die Lautstärke erhöht, stellt sich der mittelständische Eigentümer eine einfachere Frage: An wen vermiete ich und bis wann?
Stimmen, die das Problem beschreiben
„Das genehmigen sie nicht, selbst wenn morgen Puigdemont nach Barcelona käme und zum Heiligen erklärt würde“, fasst die weit verbreitete Lesart der Gesetzgebung zusammen. Andere fokussieren auf den Mieter: „Es wird nicht genehmigt, aber wir werden nächstes Jahr sehen, wie Vermieter alte Leute rausschmeißen, um auf der sicheren Seite zu sein, auch wenn sie gute Zahler sind.“ Ein dritter Blick geht ans Ende des Wegs, wohin der Bestand wandert, wenn die Kleinen gehen.
Bleibt der Entwurf ein Entwurf, ändern sich wahrscheinlich keine bestehenden Verträge. Aber der Schaden der Ankündigung ist möglicherweise angerichtet: Wenn der nächste Vermieter einen 68-jährigen Kandidaten vor sich hat, rechnet er vielleicht und sagt Nein. Die Norm, die Ältere schützen sollte, könnte ihnen die Tür weisen. Es ist nur eine Prognose, umstritten, aber ohne Daten, die sie vollständig bestätigen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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