Spaniens Mietdekret lässt 2.300 Wohnungen in Madrid an einem Tag verschwinden

Das Mietangebot in Madrid ist am ersten Tag des Dekrets um 20,46 Prozent gesunken: 2.417 Anzeigen weniger. Vermieter ziehen ihre Wohnungen zurück, die Preise sinken nicht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Mietdekret lässt 2.300 Wohnungen in Madrid an einem Tag verschwinden
Spaniens Mietdekret lässt 2.300 Wohnungen in Madrid an einem einzigen Tag verschwinden

Das Mietangebot in Madrid ist am ersten Tag des neuen Dekrets um 20,46 Prozent gesunken: 2.417 Anzeigen weniger, laut der Zählung, die in den Wirtschaftskreisen Spaniens kursiert. Das BOE (das offizielle Staatsanzeiger Spaniens) veröffentlichte den Text, und die Vermieter reagierten mit der beredtesten Geste des Marktes: Sie zogen den Schlüssel zurück. Keine Demonstration, keine Erklärung. Nur Wohnungen, die von den Portalen verschwinden, während die Regierung das Aushängeschild ihrer Legislatur feierte.

Das Muster wiederholt sich bei jedem Eingriff in den Mietmarkt seit 2019. Mindestvertragslaufzeiten von fünf Jahren für Privatpersonen und sieben für Unternehmen, Grenzen für Kautionen, pandemiebedingte Verlängerungen, Sarracena, Programme für bezahlbaren Wohnungsbau. Die Liste ist lang, und das Ergebnis ist laut den Vermietern immer dasselbe: weniger Angebot, mehr Spannung, Preise, die nicht sinken. Niemand hat behauptet, dass es einfach wird, aber es schien auch nicht so schwer vorhersehbar.

Was das Dekret, das das Angebot in die Flucht schlug, tatsächlich vorsieht

Der Punkt, der das Fass zum Überlaufen brachte, ist die Entschädigung von zwölf Monatsmieten an den Mieter, wenn der Vermieter beschließt, den Mietvertrag nicht zu verlängern. Zwölf. Wie ein Jahresgehalt, das man für die Ausübung des Eigentums verschenkt. Der Markt hat das als Prämie für den Mieter und Strafe für den Vermieter gelesen und reagiert mit dem einzigen Mittel, das er hat: dem Rückzug des Objekts.

Manche halten die Maßnahme für einen Schutz der Schwachen vor Missbrauch. Dagegen spricht das Argument, dass die Schwachen keine Wohnung finden, weil es schlicht keine Wohnungen mehr gibt. Das Mietangebot in Madrid ist in wenigen Tagen um 20,46 Prozent gesunken. Das ist keine Vorhersage: Es ist eine Zählung der Anzeigen, die von den Portalen verschwinden. Wenn das Produkt knapp wird, sinkt der Preis nicht. Er steigt.

Acht Jahre Pläne, und das Problem bleibt dasselbe

Die offizielle Erzählung wiederholt, dass die Rechte gegen jede Maßnahme gestimmt hat. Stimmt: 2019, 2020, 2021. Ebenso stimmt, dass das Problem acht Jahre später ungelöst ist und das Angebot sich zurückzieht. Die unbequeme Frage lautet nicht, wer wofür gestimmt hat, sondern warum jeder Eingriff am Ende den verfügbaren Bestand verringert.

Die Antwort, die unter Vermietern kursiert, ist einfach: Steigt das regulatorische Risiko, versteckt sich das Kapital. Eine geerbte oder mühsam abbezahlte Wohnung ist keine private Entscheidung mehr, sondern ein staatlich kontrolliertes Aktivum. Und das kontrollierte Aktivum sucht, wenn sich der Rahmen ohne Anhörung ändert, Zuflucht. Manchmal im Verkauf. Manchmal in der Kurzzeitvermietung. Manchmal darin, gar nicht zu vermieten.

Die Rechnung, die erklärt, warum der Vermieter die Wohnung lieber leer stehen lässt

Die Rechnung, die flüsternd angestellt wird, sieht so aus: Verlängert man nicht, zahlt man zwölf Monatsmieten Entschädigung. Verlängert man, trägt man das Risiko des Mietausfalls, die Zwangsverlängerung und die Mietgrenze. Zwischen den beiden Optionen haben sich viele Vermieter für die dritte entschieden: nicht zu vermieten. Die vollständige Rechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt, ergibt eine Differenz, die selbst den überrascht, der sie mit dem Taschenrechner in der Hand anstellt.

Das Gesamtergebnis ist bereits sichtbar: 2.417 Anzeigen weniger in Madrid am ersten Tag. Das Angebot schrumpft, die Nachfrage bleibt bestehen, und der Preis hat keine Möglichkeit zu sinken. Die Maßnahme, die das Wohnen billiger machen sollte, hat damit begonnen, das Schaufenster zu leeren.



Mit diesen Zahlen wäre es logisch, eine Korrektur des Dekrets zu erwarten. Oder ein Einlenken. Oder zumindest ein Eingeständnis der Wirkung. Im Moment bewegt sich nur der Bestand: nach unten. Die Analyse bleibt genau dort stecken, an dem Punkt, an dem das BOE das eine sagt und der Markt das andere.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (22 Antworten).

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