Mietangebot auf Idealista verliert 10.000 Wohnungen in einem Monat
Am 29. September gab es 80.364 Mietwohnungen auf Idealista. Am 19. Oktober waren es 70.922. In zwanzig Tagen hat sich Spaniens meistkonsultiertes Immobilienportal um fast zehntausend Inserate verkleinert, und der Rückgang ist nicht gestoppt: Der Zähler fiel binnen Stunden weiter auf 71.034, 70.929 und 71.228, in einer Pendelbewegung, die den Trend nicht verdeckt. Die Zahl ist zum inoffiziellen Thermometer einer öffentlichen Politik geworden: des Mietdeckel-Erlasses, den die Regierung als Schutzschild für Mieter präsentiert hatte und der nach den sich ansammelnden Daten das Angebot leerlaufen lässt.
Die Abfolge verfolgten eine Handvoll Leser mit der Disziplin eines Cockpits. Jeder Rückgang um hundert Inserate war ein Sieg. Jeder Anstieg, eine Verschnaufpause für den Markt. "Auf zu den 70k, Leute", schrieb einer, als der Zähler 71.264 anzeigte. Ein anderer wagte die Prognose für Montag: "am Montag fallen wir unter 70K." Die Erwartung war nicht wirtschaftlich, sie war fast sportlich.
Was der Idealista-Zähler wirklich misst
Man sollte präzisieren, was diese Zahl ist. Sie ist keine Volkszählung leerer Wohnungen und kein offizielles Register: Es ist der Bestand aktiver Inserate auf einer privaten Plattform, mit allem, was das bedeutet. Es gibt doppelte Inserate, Geisteranzeigen bereits vermieteter Objekte, die niemand entfernt hat, und Saisonanzeigen, die mit der Touristensaison kommen und gehen. Wer sie konsequent verfolgt, weiß das und weist darauf hin: "ein hoher Prozentsatz sind falsche Anzeigen und alte Anzeigen, die dort vergessen wurden." Trotzdem lässt sich das Ausmaß des Rückgangs in so kurzer Zeit nicht allein mit statistischem Rauschen erklären.
Der Kontext zählt. Barcelona hat seit zwei Jahren eingefrorene Mieten, und nach den Daten der Marktbeobachter ist das Angebot an Dauerwohnungen seit den ersten vergleichbaren Regeln um 83% gefallen. Heute gäbe es in der katalanischen Hauptstadt weniger als 700 Angebote, gegenüber mehr als 7.000 in Madrid. Die spanische Hauptstadt hat den gleichen regulatorischen Cocktail noch nicht angewendet, aber der staatliche Erlass ist bereits in Kraft und die Vermieter haben begonnen, das Kleingedruckte zu lesen.
Der Vermieter, der die Wohnung zurückzieht, statt zu unterschreiben
Das konkreteste Zeugnis kommt nicht von einem Großbesitzer, sondern von einer kleinen Immobilienfirma. Ein Makler mit fünfzehn Jahren Erfahrung in Barcelona, spezialisiert auf Drei- bis Sechsmonatsmieten für ausländische Gäste, erzählte, dass er mit dem früheren Mietgesetz fast 40% der Objekte in seinem Bestand verloren hat. Diese Woche stammen 80% der Anrufe, die er erhält, von Vermietern, die bitten, ihre Wohnungen vom Markt zu nehmen. Sein Plan B: Umstieg auf den Verkauf.
Diese Bewegung hat eine einfache Logik. Wenn der Vermieter die Miete nicht anpassen kann, die Wohnung nicht leicht zurückbekommt und ein Mietausfall Jahre bis zur gerichtlichen Klärung dauert, sinkt die erwartete Rendite ins Bodenlose und das Risiko explodiert. Die rationale Antwort ist nicht, den Preis zu senken: Es ist, gar nicht zu vermieten. Die Wohnung verschwindet vom Markt, wird verkauft, bleibt leer oder wird in eine Ferienvermietung umgewandelt, den Weg, den der Erlass nicht mit gleicher Härte betrifft.
Manche behaupten, diejenigen, die ihre Wohnungen zurückziehen, seien gerade die, die es sich leisten können, und dieser Filter verdränge die kleinen Vermieter vom Markt und überlasse das Feld den Großbesitzern. Das Argument trägt: Der kleine Eigentümer, der eine Wohnung geerbt hat und sie zur Aufbesserung seiner Rente vermietete, hat keine Struktur, um jahrelang zu prozessieren. Der institutionelle Fonds schon.
Das Paradox des schrumpfenden Angebots
Die unbequemste Folge ist, dass die Maßnahme, die die Preise bremsen sollte, sie am Ende verteuern kann. Weniger Angebot bei gleicher Nachfrage treibt die Mieten nach oben, vor allem in den Segmenten, in denen der Bestand knapp ist. Barcelonas Wohnungsbauchef selbst fasste es in einem erneut zitierten Satz zusammen: "Wir haben erreicht, dass sie nicht weiter steigen, und sie sind schon hoch." Das heißt, der erklärte Erfolg besteht darin, einen Preis eingefroren zu haben, der für einen Großteil der Bevölkerung bereits unerreichbar war.
Die feinste Ironie lieferte eine Botschaft, die mit Häme kursierte: Wenn das Angebot sinkt, dann wohl, weil die Arbeiter so viel Geld haben, dass sie alle Wohnungen anmieten. Der Verweis auf die leeren Supermarktregale in Venezuela erklärt sich von selbst.
Der Idealista-Zähler ist kein offizieller Indikator und sollte auch nicht so behandelt werden. Aber wenn zehntausend Inserate in zwanzig Tagen verschwinden, sagt der Markt etwas. Die Frage ist, ob jemand mit Entscheidungsbefugnis zuhört, oder ob, wie bei so vielem, die Zahl zu spät kommt und die Rechnung bereits ausgestellt ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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