Spaniens Geschichtsrevisionismus: 268 Folgen bei Radio Inter

Pío Moa und Javier G. Isac strahlten zwischen 2017 und 2023 268 Episoden aus, in denen die Zweite Republik, der Bürgerkrieg und der Franquismus neu bewertet wurden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Geschichtsrevisionismus: 268 Folgen bei Radio Inter
Sechs Jahre Geschichtsrevision im spanischen Radio

Am 4. Februar 2017 startete bei Radio Inter — Mittelwelle 918 kHz, landesweite Abdeckung, UKW 93,5 MHz in Madrid — die Sendung „Una hora con la Historia“ (Eine Stunde mit der Geschichte), angekündigt für samstags um 21:30 Uhr. Pío Moa und Javier G. Isac, begleitet von Méndez Monasterio, eröffneten mit einer unbequemen These, wie die Sendung selbst darlegte: Das Massaker auf der Stierkampfarena von Badajoz, oft als „Kronjuwel“ der Anklagen gegen die Sieger des Krieges angeführt, sei eine „pure Erfindung“. Sechs Jahre später umfasst das dokumentierte Archiv numerierter Episoden bis April 2023 insgesamt 268 Beiträge.

Was ist „Una hora con la Historia“ und wer steckt dahinter?

Die Sendung lief über Radio Inter, mit Pío Moa als zentraler Stimme und Javier G. Isac in der Moderation, unterstützt durch Méndez Monasterio. Im März 2022 feierte die Episode 223 den 20. Jahrestag von Moas Buch „Los mitos de la guerra civil“, das sich den Grundlagen des Franquismus widmet. Die neueren Beiträge waren auf www.piomoa.es verlinkt; die Reihe funktioniert eher als chronologisches Indexverzeichnis denn als typische Diskussionsrunde.

Der Spanische Bürgerkrieg und die Zweite Republik als Kernthemen

Der Konflikt von 1936 bildet das Rückgrat der Serie. Auf die Folge über Badajoz folgten Episoden zur Desbandá von Málaga, zum Bombardement von Guernica — welches die Sendung als „Bombardement der Lügen“ umtitelte — sowie zur Figur Manuel Azañas, mit Titeln wie „Azañas Logik“ oder „Der Tod von Azaña, Besteiro und Companys“. Weitere Beiträge thematisierten die Verantwortung der PSOE für den Kriegsausbruch, die Rolle Companys während des Konflikts und den Untergang der II. Republik. Diese Linie gibt dem Ganzen Sinn: die Erzählung der Republik und des Krieges zu revidieren.

Vom Franquismus zur Transition und Verfassung

Hier entfaltet die Sendung ihre volle Kritik. Es gab Kapitel über „den Betrug der Massengräber des Franquismus“, über die „Schwarze Legende“ gegen das Regime, über die Rolle der Frau unter Franco und über „die großartigen 40er-Jahre“. Das Valle de los Caídos und Francos Grab tauchen mehrfach auf, mit Bezügen zu deren Schändung, ebenso wie die Beziehungen des Regimes zu Hitler, Mussolini, Roosevelt und Churchill. In der Phase der demokratischen Transition (Transición española) beleuchtete die Serie die Rollen von Fraga, Areilza, Juan Carlos, Suárez, Carrillo und González, mit Episoden wie der über die GRAPO, die „den großen Schlag“ plante, oder über das Gewicht der ETA und ihres Umfelds. Zur Verfassung sprechen Titel von ihren „Mängeln“, vom Begriff „Nationalitäten“ und von einer „nicht so sehr gewählten Verfassung“, mit Anspielungen auf Misstrauensanträge der Vox-Partei.

Geopolitik: NATO, Russland und Spaniens Neutralität

Das Programm beschränkte sich nicht auf Innenpolitik. Es diskutierte, ob es für Spanien vorteilhaft ist, in der NATO zu bleiben, die Politik des Bündnisses gegenüber Russland und Spaniens Neutralität in beiden Weltkriegen als „leitendes Prinzip“. Hinzu kamen Beiträge über Gibraltar, über Sanz Briz und sein Handeln „auf Befehl Francos“, über die Schlacht am Krasni Bor und über den Zweiten Weltkrieg. Die Grundbotschaft wiederholt sich: Spanien als Subjekt seiner eigenen Außenpolitik, nicht als Statist.

Der Kulturkampf und die sogenannte Gender-Ideologie

Ein weiteres häufiges Thema: die „Gender-Ideologie“, beschrieben als „hysterischer Gedanke“ oder als totalitäre Auferlegung im Westen. Zu diesem Block gehören Titel wie „Die Entspanisierung Spaniens“, „Der Zerfall der Familie“, „Eine kranke Gesellschaft“ oder „Kulturelles Erial“. Dies ist der weniger historische und kontroversere Teil des Projekts, wo die Titel sowohl als Parolen als auch als Analysen gelesen werden können.

Mit 268 nummerierten Episoden und sechs Jahren Sendezeit hinterlässt das Archiv ein festes Bild eines Projekts, das nie nach Konsens suchte. Wo manche historische Aufklärung gegen die offizielle Erzählung sehen, erkennen andere ein offensichtliches Interesse daran, diese umzuschreiben. Das Register endet hier, ohne dass eine der beiden Lesarten sich durchsetzen konnte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (279 Antworten).

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