Spaniens Enkelgesetz und die Frage der Souveränität

Das spanische Enkelgesetz erweitert die Wählerlisten. Das Verfahren per Ministerialanweisung und die mögliche Auswirkung auf Wahlen werden kritisiert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Abwicklung des spanischen Enkelgesetzes (eines Staatsbürgerschaftsgesetzes) per Ministerialanweisung statt über ein parlamentarisches Verfahren weckt Zweifel an seiner Transparenz und seinem möglichen Einfluss auf die Wählerschaft.

## Eine Wählerliste nach Maß?

Die Erweiterung der Wählerschaft ist eine ernste Angelegenheit, erst recht, wenn sie durch die Hintertür erfolgt. Das sogenannte 'Enkelgesetz', das in Wirklichkeit eine Änderung eines anderen Gesetzes ist, wurde über eine Ministerialanweisung abgewickelt. Dadurch musste der **Oberste Gerichtshof** zumindest vorerst eingreifen und seine Wirkung aussetzen. Die Hauptsorge: Mehr als **zwei Millionen Menschen** könnten schlagartig in die Wählerlisten aufgenommen werden. Allein aus Respekt vor den Spielregeln erfordert das eine Transparenz, die das gewählte Verfahren offenbar nicht bietet.

## Zweifel am Verfahren

Die Opposition hat ihre Besorgnis geäußert, und nicht ohne Grund. Es geht nicht nur darum, wie viele der neu Eingebürgerten wählen werden oder wen, sondern um das Verfahren selbst. Die Erweiterung der Wählerschaft über eine verwaltungstechnische Abkürzung unter Umgehung der Kontrolle durch das **Parlament** wirft berechtigte Zweifel an der Angemessenheit und vor allem am wahren Zweck einer so überstürzten Prozedur auf. Es ist nicht das erste Mal, dass die legislative Sauberkeit dieser Legislatur in Frage gestellt wird; sie begann bereits mit einer Amnestie, die mit ihren eigenen Begünstigten ausgehandelt wurde.

## Souveränität auf dem Spiel

**Ministerpräsident Pedro Sánchez** hat eine Vorgeschichte, die zu vorbeugendem Misstrauen einlädt. Von der Nichteinhaltung haushaltsrechtlicher Pflichten über die parteiische Ausrichtung des Staatsanwaltsdienstes und der Staatsanwaltschaft bis hin zum missbräuchlichen Einsatz von Dekreten zum Ausgleich der fehlenden Mehrheit gibt es zu viele Belege für einen wenig skrupulösen Umgang mit institutioneller Formalität. Der Oberste Gerichtshof beurteilt keine Absichten, sondern ob Anweisungen rechtmäßig sind. Und in diesem Fall steht eine mögliche Veränderung des Trägers der Souveränität auf dem Spiel. Es ist legitim zu fragen, warum Hunderttausenden Menschen ohne vorherigen Wohnsitz in Spanien das Recht eingeräumt werden sollte, über unsere Angelegenheiten mitzuentscheiden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

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