Zur Hölle mit Sánchez als Spaniens Ministerpräsidenten (Francisco Rosell in El Debate)

Ein Artikel von Francisco Rosell in El Debate nutzt ein Meme über Sánchez und den Papst, um über die spanische Wahl am 29-N zu sprechen. Er beleuchtet seine Argumente zu Regierung und Universitäten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Francisco Rosells Artikel in El Debate behauptet, dass Pedro Sánchez gegen das Parlament regiert und nach der Verewigung seiner Macht strebt. Für den Autor ist die Wahl am 29-N der Termin, der entscheiden wird, ob Spanien in seinem ganz eigenen "Höllenschlund" verbleibt.

Der serbisch-amerikanische Schriftsteller **Charles Simic**, Pulitzer-Preisträger 1990 für *The World Doesn't End*, sagte, Humor diene dazu, auf die lächerliche Dimension der Autorität hinzuweisen. Von dieser Prämisse ausgehend zeichnet der Journalist **Francisco Rosell** in **El Debate** einen Artikel, in dem ein Meme als Einstieg zu einer politischen These dient: dass Pedro Sánchez mit der irdischen Macht nicht zufrieden ist und bereits seine Weitermacht in der Hölle verhandelt. Der Witz, der in sozialen Medien kursiert, zeigt den Ministerpräsidenten neben dem Papst, der ihn warnt, dass er sich gefährlich dem Abgrund nähert. Sánchez antwortet: "Aber Eure Heiligkeit, dort bleibe ich doch Präsident, oder?".

Der Einfall ist witzig, aber Rosell bleibt nicht beim Scherz. Er nutzt ihn als Sprungbrett, um eine Regierung zu beschreiben, die seiner Ansicht nach Spanien in eine Hölle auf Erden verwandelt hat und die Angst der Menschen im Hinblick auf die Wahlen am **29-N** schürt. Der Autor skizziert zwei mögliche Szenarien für diesen Wahltermin. Das erste: Sánchez bleibt in La Moncloa, um das, was er seinen Selbststreich gegen das Verfassungsregime nennt, zu vollenden. Das zweite: Er regiert aus der Opposition heraus und sabotiert ein mögliches Kabinett aus PP und Vox, indem er die Straßen mit den Trümmern von acht Jahren Oppositionsregierung auf den Kopf stellt. Die Alternative ist, wie er sie darstellt, nicht geringfügig.

## Das Argument der verweigerten Machtalternanz

Rosell greift auf ein Zitat von **Jesús Fueyo**, einem Intellektuellen des Franquismus, zurück, um zwei Haltungen gegenüber der Macht gegenüberzustellen. Fueyo antwortete damals: "Minister? Selbst als Marineminister!", Ausdruck eines legitimen Machtstrebens. Der Autor argumentiert, dass der Fall Sánchez anders liegt: Es geht nicht darum, regieren zu wollen, sondern gegen das Parlament zu herrschen und die demokratische Machtalternanz zu verweigern. Der Vergleich ist hart und nicht ohne polemische Absicht, dient aber dazu, die Kernachse des Artikels festzulegen: die Vorstellung, dass der Ministerpräsident einen Austausch nicht akzeptiert.

Um diese These zu untermauern, stützt sich der Text auf einen konkreten Fall innerhalb der PSOE. **Álvaro Bilbao**, der Spitzenkandidat in Palencia für die Wahl am 29-N werden sollte, wurde abgesetzt, um an seiner Stelle eine Sánchez-nahe Person zu platzieren. Die Manöver löste den Rücktritt der gesamten Kandidatenliste aus. Bilbao hinterließ einen Satz, den Rosell zitiert: "In einigen Jahren werden wir zurückblicken und uns alle fragen, wie es möglich war, dass innerhalb der PSOE solche Ungerechtigkeiten begangen wurden und nur wenige ihre Stimme erhoben". Der Autor fügt hinzu, dass Sánchez sich bis dahin sieht als Präsident der Hölle, nachdem er dem Satan selbst eine Wahlfälschung verpasst hat, so wie jene, die er seiner Ansicht nach zweimal inszenierte, um Generalsekretär zu werden.

## Das Studierendenstatut und die Universitäten

Der Artikel widmet der Hochschulpolitik einen ausführlichen Abschnitt. Rosell kritisiert, dass der Ministerrat **45 Millionen Euro** für die Schaffung von **2.000 Plätzen** in Studentenwohnheimen genehmigt hat, obwohl es sich seiner Ansicht nach um eine geschäftsführende Regierung handelt und ihre Wohnungspolitik gescheitert ist. Neben dieser Posten schob die Regierung ein Statut für Universitätsstudierende durch, das das Streikrecht der Studierenden ausgestaltet. Der Autor weist darauf hin, dass es per Königliches Dekret bei geschlossenen Cortes verabschiedet wurde und es ermöglicht, den Unterricht zu schwänzen und bei Streikausrufen von Prüfungen befreit zu werden, selbst mit fadenscheinigen Ausreden außerhalb des Fachbereichs, ohne Grenzen oder Ausgleichsmechanismen für diejenigen, deren Recht verletzt wird.

Die eigentliche Kritik ist nicht nur verfahrensbezogen. Rosell behauptet, dass die spanischen Universitäten lichtjahreweit von denen entfernt sind, die die internationalen Qualitätsrankings anführen, und dass das Scheitern der vorschulischen Bildung im letzten PISA-Bericht der **OECD** zum Ausdruck kommt. Seiner Ansicht nach ist es Sánchez' Priorität weder, das Niveau der öffentlichen Universität wiederherzustellen, noch zu verhindern, dass Familien sich verschulden müssen, um dies über private Einrichtungen auszugleichen. Seine Priorität sei es, sagt er, dieses Streikrecht durch eine nachgiebige Regelung zu etablieren, die Universitätsstreiks ermöglicht, wann immer die Laune es verlangt. Der Satz, mit Anklängen an das Mecano-Lied, fasst den ironischen Ton zusammen, der den Text durchzieht.

Der Autor fügt hinzu, dass die subventionierten Gewerkschaften in dieser Universität eine Nachwuchsschmiede für künftige Funktionäre finden werden, die von der Arbeit befreit sind. Er erwähnt, dass diese ihre Arbeitszeit auf gut **24 Stunden** reduziert haben, im Hinblick auf einen Politischen Generalstreik gegen die Opposition, der mit voller Kraft eingesetzt wird, um den Wahlkampf anzuheizen. Und er schließt: Diese Universitätsstudierenden dienen seiner Ansicht nach als Kanonenfutter einer Regierung, die Hetzkampagnen gegen Rivalen wie die madrilenische Regierungspräsidentin **Ayuso** fördert.

## Vom 29-N zum Enkelgesetz

Der Artikel verknüpft den Wahltermin mit anderen Fronten. Rosell erwähnt das **15-jährige Jubiläum** des Endes des ETA-Terrorismus und zitiert **María San Gil**: "ETA tötet nicht mehr, aber sie herrscht". Von dort aus kritisiert er, dass der sozialistische Sprecher **Patxi López** damit prahlt, im Baskenland ruhiger spazieren gehen zu können als in Madrid. Der Autor erinnert auch an den Schmerz der Mutter von **Joseba Pagaza**, der 2005 ermordet wurde und López vorwarf: "Patxi, du wirst viele Dinge sagen und tun, die mir das Blut in den Adern gefrieren lassen". Und er behauptet, dass die Türen der Gefängnisse für Verurteilte der ETA geöffnet wurden, damit Sánchez Ministerpräsident bleiben kann, auch wenn er Wahlen verliert.

Im Wahlkontext bezeichnet Rosell das **Enkelgesetz** als eine Manipulation der Wählerregister. Er behauptet, dass weder die Abstammung von Exilierten garantiert wird noch dass diese überhaupt Spanier waren, und dass Sánchez die Stimmen derer einsaugen will, die ihm dafür dankbar sind, dass er ihnen den europäischen Pass geschenkt hat. Der Text ordnet diese Norm in das **90-jährige Jubiläum** des Wahlbetrugs der Linken bei den Wahlen im Februar 1936 ein und fragt sich, ob das Verfassungsgericht unter **Conde-Pumpido** erneut das legalisieren wird, was er eine neue Korruption nennt. Der Hinweis auf das hohe Gericht ist die Meinung des Autors, keine bewiesene Tatsache.

Der Abschluss des Artikels kehrt zur Figur Sánchez und seinem Umfeld zurück. Rosell erinnert an den strategischen Rückzug des "tief verliebten" Mannes vom April 2024 nach der Anklage gegen seine Frau, der in eine Kloake ausartete. Er erwähnt den Kuss in Fuenlabrada an seine "Glückliche" und den Übergang von "Die Macht der Liebe" zu "Sie werden uns nicht aufhalten" innerhalb von Stunden. Es sind Anspielungen auf konkrete Episoden der Legislaturperiode, die der Leser erkennen wird. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Gestank des Sanchismus eine Hölle verdeckt, bei der Sánchez nur interessiert, ob er sie im Jenseits so weiter präsidieren kann wie hier. Und er hinterlässt eine Warnung an **Feijóo** und **Abascal**: Sie täten gut daran, sich gut zu benehmen.

Das Stück ist im Grunde ein Meinungsartikel mit der Struktur eines politischen Pamphlets. Es erhebt keinen Anspruch auf Neutralität und ist es auch nicht. Wer eine ausgewogene Analyse der Wahl am 29-N sucht, wird sie hier nicht finden. Wer den mentalen Rahmen eines Teils der Wählerschaft der spanischen Rechten vor diesem Termin verstehen will, schon.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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