Spaniens Bürgerbeauftragte und die 600-Euro-Tagesrechnung von Gabilondos Bruder

Über 600 Euro am Tag für Essen: die Ausgaben von Gabilondos Bruder als Chef des spanischen Bürgerbeauftragten und der Verschwendung durch die regionalen Ombudsleute.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Bürgerbeauftragte und die 600-Euro-Tagesrechnung von Gabilondos Bruder
Über 600 Euro am Tag für Essen: Gabilondos Bruder und sein Amt

Was kostet das Essen, wenn der Steuerzahler die Rechnung zahlt? Die Zahl, die über Iñaki Gabilondos Bruder und seine Zeit an der Spitze des Defensor del Pueblo (des spanischen Bürgerbeauftragten) kursiert, deutet auf mehr als 600 Euro täglich für Restaurantausgaben hin. In Perspektive gesetzt entspricht das dem Monatseinkommen eines Großteils der Spanier, verprasst für Meeresfrüchte-Festessen und Geschäftsessen in nur wenigen Tagen.

Die Angelegenheit ist über ein auf YouTube verbreitetes Video in die öffentliche Diskussion geraten, und dort beginnt das erste Ringen: die Legitimität der Quelle. Gegenüber denen, die eine Überprüfung durch etablierte Medien fordern, fällt die Antwort deutlich aus: Sind öffentlich-rechtliches Fernsehen und Radio etwa verlässlicher? Das Misstrauen gegenüber den traditionellen Medien ist heute der Ausgangspunkt, kein Einwand.

Das Argument des Metzgers aus San Sebastián

Ein Detail liefert Kontext und etwas Ironie: Der Bruder des Journalisten war Sohn eines Metzgers aus San Sebastián, und zu Hause, so heißt es, habe man so etwas nie gesehen. Bescheidene Herkunft als Kontrast zum späteren Prunk. Es ist die klassische Geschichte von jemandem, der aufsteigt und vergisst, woher er kommt.

Die Verteidigung, wenn sie auftaucht, hat ihren Witz: Das Volk kann man nicht mit leerem Magen verteidigen. Und wenn es nach einem guten Meeresfrüchte-Essen geschehen muss, umso besser. Die Ironie wird zum Argument: Das Amt verlangt Stärke, und Stärke baut sich auf mit Milchkaffee, einem Stück Schinkenomelett und Käse.

Rajoys Brotdose als Spiegel

Der bissigste Vergleich kommt von anderer Seite. Rajoy wurde für das Nichtsagen des Wortes „Brotdose“ heftig kritisiert, wegen jener Episode mit dem Kühlschrank und dem belegten Brot. Der doppelte Standard, so manche, sei offensichtlich: Was bei den einen verspottete Sparsamkeit ist, ist bei den anderen geduldete Verschwendung.

Und die Frage, die in der Luft liegt: Können sie nicht eine Dose oder ein Brot von zu Hause mitbringen? Die implizite Antwort lautet nein, die Institution habe ihr Protokoll und ihre Formen. Das Protokoll zahlt natürlich immer derselbe.

Der Defensor del Pueblo und seine regionalen Brüder

Der Blick weitet sich. Es geht nicht nur um den nationalen Defensor del Pueblo: Es gibt auch regionale Bürgerbeauftragte, jeder mit seinen Vergünstigungen und fetten Gehältern, treu den Parteien, die sie eingesetzt haben. Neun autonome Regionen unterhalten diese Figur, und der katalanische Síndic macht das Rennen mit fast 132.000 Euro im Jahr. Das gesamte regionale Gefüge bedeutet eine Verschwendung von 33 Millionen Euro pro Jahr.

Dort liegt das eigentliche Geschäft: ein Netz von Institutspositionen, die damit gerechtfertigt werden, den Bürger zu verteidigen, während der Bürger die Rechnung zahlt. Der Bürgerbeauftragte als Zierfigur, mit Managergehalt und Bankett-Spesen.

Die Schlussfolgerung, wenn es denn eine gibt, lässt jemand mit trockenem Humor fallen: Bei den Schlemmereien, die er sich gönnt, und wie gut die dabei gereicht werden – wie sollte er die Regierung nicht unterstützen? Die Verteidigung des Volkes, so scheint es, gelingt am besten bei vollem Magen und auf fremder Rechnung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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